Der fliegende Holländer

Ádám Fischer
Chor und Extrachor der Hamburgischen Staatsoper
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Date/Location
12 December 2023
Staatsoper Hamburg
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
DalandFranz-Josef Selig
SentaGabriela Scherer
ErikEric Cutler
MaryKatja Pieweck
Der Steuermann DalandsDaniel Kluge
Der HolländerMichael Volle
Gallery
Reviews
onlinemerker.com

Lametta satt

Musikalisch ist dieser Fliegende Holländer kaum zu überbieten. Adam Fischer beweist einmal mehr seinen Rang als Wagner-Dirigent: Schon in der Ouvertüre vermag er dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg Klangwelten zu entlocken, die in Sachen Abstufung von Farben und Tempi ihresgleichen suchen. Die Aufführung bestätigt diesen Eindruck und mündet in einem grandiosen Finale. Besonders zu erwähnen und loben sind die nachtwandlerisch sicheren und traumhaft schönen Bläser. Der Chor der Staatsoper Hamburg (Chor: Eberhard Friedrich) überzeugt mit sattem, homogenem Wohlklang.

Franz-Josef Selig gibt mit herrlich dunkel gefärbten Bass ein vorgeblich besorgten Vater, der dem Holländer seine Tochter verspricht und sie, ganz hanseatisch, wohl auch liefern würde. Gabriela Scherer ist mit ihrem grossen Sopran eine nicht mehr ganz junge, aber absolut glaubwürdige Senta. Eric Cutler (für Michael Spyres) gibt einen Liebhaber der für seine Liebste aufs Ganze geht. Katja Pieweck überzeugt als Sentas Amme Mary. Daniel Kluge gibt mit strahlendem Tenor einen eindrücklichen Steuermann. Die Krone des Abends gebührt Michael Volle als wohl führendem Holländer der Gegenwart. Mit klug eingeteilten Reserven kann er mit schier unheimlicher Bühnenpräsenz und unendlicher Palette an Schattierungen und Farben bis zum Schluss brillieren.

Der Besetzungszettel führt auch den Posten «Regie» (Michael Thalheimer) an. Der Zuschauer wird mehr oder weniger fragend im Stich gelassen, denn die Personenführung scheint sich auf organisiertes Durchkämpfen im bühnenhohen Lametta (Bühne: Olaf Altmann) zu beschränken. Die Kostüme (Michaela Barth) bleiben mehrheitlich im Dunkeln, da sich das Licht (Stefan Bolliger) der zugegebenermassen kunstvollen Beleuchtung des Lametta widmet.

Lametta satt illustriert musikalische Weltklasse.

Jan Krobot | 12.12.2023

Rating
(6/10)
User Rating
(3/5)
Media Type/Label
Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 48.0 kHz, 327 MByte (MP3)
Remarks
In-house recording
A production by Michael Thalheimer (2022)