Das Rheingold

Axel Kober
Duisburger Philharmoniker
Date/Location
23 May, 2 November 2019
Mercatorhalle Duisburg
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
WotanJames Rutherford
DonnerDavid Jerusalem
FrohBernhard Berchtold
LogeRaymond Very
FasoltThorsten Grümbel
FafnerLukasz Konieczny
AlberichJochen Schmeckenbecher
MimeFlorian Simson
FrickaKatarzyna Kuncio
FreiaSylvia Hamvasi
ErdaRamona Zaharia
WoglindeHeidi Elisabeth Meier
WellgundeRoswitha Christina Müller
FloßhildeAnna Harvey
Gallery
Reviews
classical-music.com

A defective sprinkler system at the Duisberg Theatre stopped play on what was to have been two staged cycles of Oper-am-Rhein’s Ring cycle last year. While Düsseldorf, the other half of the partnership, went ahead Duisberg had to settle for this concert performance, now released on disc.

The performance is more work-a-day than carefully crafted dramatically and musically, with theatrical fireworks kept to a minimum: the Nibelungs don’t thunder at their anvils and Donner slaps his rock rather than giving it a hefty hammer blow to summon up a storm. As for the Alberich’s cowering dwarfs, they scream like schoolboys on a charabanc outing.

More seriously, Axel Kober and the Duisberg Phillharmonic offer a somewhat pedestrian reading of the score. Where‘s the orchestral glitter when the sun wakes the sleeping Rheingold, and that sense of urgency as Loge and Wotan descend into Niebelheim?

Yet there are good things. A young and firm Wotan from James Rutherford, who reminds us that this is a God in his prime and not the troubled figure of the later operas. The Rhinemaidens are properly coquettish, and Ramona Zaharia is a throaty Erde who ushers in a real sense of anxious mystery when we hear for the very first time the motif associated with the end of the Gods. Best of all is the American tenor Raymond Very’s Loge. His tone may be a tad dry, but you listen to every word of his narration in Scene 2. We believe him when he hints that it will all end badly.

Christopher Cook | July 23, 2020

onlinemerker.com

Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, hat mit den Duisburger Philharmonikern Wagners „Ring des Nibelungen“ erarbeitet. Das „Rheingold“ liegt als Stream (iTunes, Quobus, Spotify) und nun auch auf CD vor. Auf der Website der Oper am sind die Streams für „Die Walküre“ für den März 2020, für „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ für April 2020 angekündigt.

Dabei ist dieser Ring aufgrund eines Wasserschadens alles andere als glatt verlaufen. Die Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf sollte Ende der Saison 2018/19 jeweils komplett an beiden Spielstätten (Düsseldorf, Duisburg) aufgeführt werden. Daraus wurde aber nichts, weil einige Wochen vor der Premiere der „Götterdämmerung“ eine defekte Sprinkleranlage das Theater Duisburg flutete. Das war das Aus für die szenische Vollendung des Duisburger Rings. Die Mercatorhalle Duisburg (aus der auch der vorliegende Mitschnitt stammt) diente kurzerhand als Ausweichquartier für konzertante Wiedergaben.

Axel Kober notiert, dass „sich die vermeintliche Notlösung schon nach wenigen Proben als Glücksfall erwies. In der brillanten Akustik des Konzertsaals fügten sich Gesangstimmen und Orchesterklang zu einem aufregenden Hörerlebnis, welche das Publikum mit stehenden Ovationen belohnte.“ Tatsächlich ist das Klangbild herrlich tiefen gestaffelt und plastisch, außerdem stimmt die Abmischung von Orchester zu den sehr präsent und natürlich abgebildeten Stimmen (Tonmeister Holger Urbach).

An der Spitze der Besetzung steht der Engländer James Rutherford als Wotan. Wie schon bei der von Simon Rattle mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks dirigierten, jüngst auf CD publizierten „Walküre“ gelingt Rutherford mit seinem nobel timbrierten, muskulös sehnigen Heldenbariton ein eindringliches musikalisches Porträt des Göttervaters. Rutherford vereint alle guten Eigenschaften eines Kavaliers- und Heldenbaritons. Exzeptionell.

Der erfahrene und Bayreuth-geeichte Jochen Schmeckenbecher ist ein von der Diktion und Düsternis der Figur her dämonischer Alberich. Ebenso dramatisch zugespitzt und stimmlich souverän agieren der Amerikaner Raymond Very als Loge und der bestens fokussierte und stimmschöne Charaktertenor des Florian Simson als Mime. Beide würden mit ihren klug gestalteten Rollenporträts jedem Festival und Opernhaus Ehre machen.

Die Fricka der Katarina Kuncio überzeugt mit jugendlicher Frische und vokal femininen Reizen. Sylvia Hamvasi leiht Freia, der Göttin des Frühlings des Glücks und der Liebe, ihre frisch blühenden Höhen. Thorsten Grümbel (Fasolt) und Lukasz Konieczny (Fafner) singen als Riesen sehr gepflegt, aber nicht gewichtig. Wenig glaubwürdig in seinem Drohen ist David Jerusalem als Donner. Stimmlich schwingt er nur ein Hämmerchen. Das “Heda! Heda! Hedo!” ist eine der wenigen Schwachstellen der Aufführung.

Die Rheintöchter (Heidi Elisabeth Meier als Woglinde, Roswitha Christina Müller als Wellgunde und Anna Harvey als Flosshilde) singen sowohl im Ensemble aus auch einzeln hervorragend. Als besonders leuchtkräftig und souverän in den Höhen erweist sich Heidi Elisabeth Meier. Die rumänische Altistin Ramona Zaharia ist eine in ihrer existenziellen Mahnung berührende und ungemein klangvolle Erda.

In allen Instrumentengruppen begeisternd agieren die Duisburger Philharmoniker. Axel Kober, geringfügig rascher als Karajan, holt aus dem Orchester alles heraus, was zu einer erstklassigen Wagner-Aufführung gehört. Der Blick auf alle konzise gestalteten Details dient immer einem dramaturgisch theatralischen Gesamtkonzept. Kober erzählt mit allen musikalischen Mitteln die Geschichte so spannend wie nur möglich. Kober lässt sich Zeit wo nötig, Steigerungen wachsen organisch, die hochdramatischen Höhepunkte erreichen den Hörer mit voller Wucht. Das Ensemble hat er gleichermaßen auf höchste Textverständlichkeit und qualitätsvolles Singen eingeschworen. Kober ist zudem ein vorbildlich rücksichtsvoller Sängerbegleiter. Karikiert wird hier nicht.

Rein musikalisch ist dieses Rheingold bis auf die genannten kleinen Einschränkungen ganz große Klasse.

Dr. Ingobert Waltenberger | 28.03.2020

concerti.de

Packendes Rheingold

Das Sänger-Ensemble ist in kluger Begeisterung dabei mit Alberich, Loge, Wotan an der Spitze, wie es sein muss.

Auf die Duisburger Theaterkatastrophe durch die defekte Sprinkler-Katastrophe folgte mit dem „nur“ konzertanten „Ring am Rhein“ in der akustisch fulminanten Mercatorhalle ein Ur-Ereignis: Nicht über einen Kamm scheren lässt sich, was Axel Kober mit seinem Orchester ausführt. Duftiges an unerwarteter Stelle wie im Disput Frickas mit Wotan ersteht wechselnd mit attackierenden Übertrumpfungen und packenden Farbspielen. Das Sänger-Ensemble ist in kluger Begeisterung dabei mit Alberich, Loge, Wotan an der Spitze, wie es sein muss. Eindringlichkeit wächst aus Nervosität, doch nie gehetzt. Das ist tatsächlich eine von Wagners Welten im Werden: Unfertig, brutal, schön und dabei von animalischer Wildheit. Motive und Harmonien schwimmen in reißender Lava. Wagners umso packendere Material-Diversität wird zu evolutionärem Zünd- und Treibstoff mit aus dramaturgischer Perfidie hervorbrechenden Explosionen. Toll.

Roland H. Dippel | 22. Mai 2020

Rating
(6/10)
User Rating
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Media Type/Label
cAvi
Technical Specifications
589 kbit/s VBR, 44.1 kHz, 585 MByte (flac)
Remarks
Concert performance
This recording is part of a complete Ring cycle.