Der fliegende Holländer

Peter Schneider
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele
Date/Location
25 July 1998
Festspielhaus Bayreuth
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
DalandHans Sotin
SentaCheryl Studer
ErikRoland Wagenführer
MaryMarga Schiml
Der Steuermann DalandsTorsten Kerl
Der HolländerAlan Titus
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Online Musik Magazin

Bayreuther Festspiele (II) 3. August 1998

Nach vierjähriger Ruhepause erlebte Der Fliegende Holländer eine beachtenswerte Wiederaufnahme. Peter Schneider sorgte mit dem blendend aufgelegten Festspielorchester gleich zu Beginn für ordentlich frischen Wind und eine temperamentvolle musikalische “Untermalung” der unsäglichen – von Dieter Dorn arrangierten – Pantomime während der Ouvertüre. Immerhin bildet sie zusammen mit der szenischen Pointe am Ende des Stückes eine konzeptionelle Klammer um die Ballade, die ohne Unterbrechung – und in den dominierenden Farben Schwarz, Gelb und Rot – ihrer unabwendbaren Klimax zusteuert. Die Personenführung der Protagonisten ist zwar etwas sehr typisierend, entspricht aber weitgehend der von Wagner vorgegebenen Anlagen.

Die Partien waren bei dieser szenischen Wiederaufnahme – abgesehen von Hans Sotin als Vollblut-Daland – durchweg mit neuen Sängern besetzt.

Grandios war dabei der Einstand von Allan Titus als Holländer. War er vor kurzem noch in einer atemberaubenden Inszenierung von Robert Carson als grandioser Macbeth in Köln zu erleben, so bewies er hier erneut seine schier überbordende Energie sowohl als Darsteller, wie auch als Sänger (wobei die Intonation allerdings noch nicht immer einwandfrei war). Trotzdem untermauerte er eindrucksvoll seine Anwärterschaft auf die Nachfolge von John Tomlinson als Wotan für den Ring im Jahre 2000.

Aufhorchen liess, neben Torsten Kerl als Steuermann – der auch einen sehr guten Eindruck im Meistersinger-Ensemble hinterliess – vor allem Roland Wagenführer, der ausser durch seinen dynamisch-variablen Tenor auch durch seine grosse Einsatzbereitschaft bei der Gestaltung der Partie des Erik gefiel. Man darf daher äusserst gespannt sein, wie sich Roland Wagenführer im kommenden Jahr als Lohengrin präsentieren wird.

Gegen diese beeindruckenden Leistungen hatten es die beiden Frauen, Marga Schiml als Mary und Cheryl Studer als Senta, nicht einfach, sich zu profilieren. Cheryl Studer gelang es trotzdem über weite Strecken – auch wenn sie vom Äusseren her nicht gerade der Idealvorstellung einer Senta entspricht – durch ihre stimmlichen Qualitäten zu überzeugen, auch wenn einige heikle und extrem leise Passagen nicht ganz lupenrein waren.

Klanglich über jeden Zweifel erhaben und von Norbert Balatsch hervorragend einstudiert waren die Chöre, die allerdings von der Regie her auch nicht gerade sonderlich beansprucht wurden.

Insgesamt war es eine musikalisch weitestgehend hochklassige Aufführung, die szenisch vor allem von den farbig prächtigen Bühnenbildern von Jürgen Rose und einigen szenischen Höhepunkten (z.B. Holländersegel, Schatztruhentrick, Sternengalaxien und schwebendem Haus) lebt.

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(5/10)
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(3/5)
Media Type/Label
HO 445
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Technical Specifications
224 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 222 MByte (MP3)
Remarks
Broadcast from the Bayreuth festival
A production by Dieter Dorn (1990)