Der Ring des Nibelungen

Joseph Keilberth
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele
Date/Location
25 July 1953 (R), 26 July 1953 (W)
27 July 1953 (S), 29 July 1953 (G)
Festspielhaus Bayreuth
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast

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Dieser vor allem sängerisch besonders beeindruckende Bayreuther Ring war einst schon bei den Labels Andromeda, Golden Melodram (auch in Vinyl) und Cantus Classics erhältlich. Jetzt gibt es ab 3. Juli die große Chance, diesem von Stimmfrische und interpretatorischem Mut nur so strotzendem Opernwunder der 50-er Jahre wieder äußerst preisgünstig (vergriffene Pressungen werden im Netz noch um bis zu 500 Euro gehandelt) zu erstehen. Dem Label PAN sei Dank.

Es ist Joseph Keilberths frischester, flüssigster, quasi „italienischster“ Ansatz, im Vergleich zu Clemens Krauss etwa auch unbekümmertste Version eines Bayreuther Rings. Wiewohl seine beim Label TESTAMENT erschienene Lesart aus dem Jahr 1955 (Astrid Varnay und Martha Mödl alternierten damals als Brünnhilde) aufgrund der herausragenden Klangtechnik (DECCA hatte beide Zyklen in ersten Stereo Versuchen in herausragender Tonqualität mitgeschnitten) zu Recht spektakulär von Fachpresse und Publikum aufgenommen wurde, ist dieser 1953-Ring (25.-29.7.1953) mein ganz persönlicher Favorit.

Die junge Martha Mödl als feminin glühende, betörend schön singende, vokal höchst differenzierende Brünnhilde und der damals noch sängerisch mehr als draufgängerische Wolfgang Windgassen als Siegfried waren in ihrem ganzen Leben nie in besserer stimmlicher Form. Ein wahrlich ideales Gespann, das auch von Timbre und Temperament ganz besonders gut zueinander passte. Aus meiner Sicht harmonierten diese beiden wohl besten deutschen Wagner-Sänger der Nachkriegsgeschichte wesentlich besser miteinander als Windgassen mit den ebenso beeindruckenden, aber weitaus heroischeren Brünnhilden der Varnay und Nilsson. Das Wälsungenpaar war mit Regina Resnik (die auch die 3. Norn singt!) und Ramon Vinay wahrlich luxuriös und beeindruckend besetzt. Es gab nie einen bedrohlicher „dräuenden“ Josef Greindl als Fafner, Hunding und Hagen als hier. Was für ein rabenschwarzer Charakterbass. Beim deutschen Edelbariton aus Bremen Hermann Uhde als Donner und Gunther bleiben ohnedies nie Wünsche offen. Ira Malaniuk sang Fricka und Waltraute klangschön und edel. Bis in die kleinsten Rollen offenbart sich dem heutigen Hörer ein Niveau des Wagner-Gesangs, das schier unglaublich ist. Dank der für das Alter der Aufnahme unglaublich guten Tontechnik kann man dieses historische Dokument auch akustisch ohne Wenn und Aber genießen. Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele hatten in den 50-er Jahren dank Karajan, Knappertsbusch, Krauss, Jochum, Keilberth und Cluytens ohnedies kaum zu toppende Maßstäbe gesetzt.

Dr. Ingobert Waltenberger

Rating
(8/10)
User Rating
(2.9/5)
Media Type/Label
Melodram
GM, Andromeda, Pan Classics, OD, Line
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Technical Specifications
313 kbit/s VBR, 44.1 kHz, 2.00 GByte (flac)
Remarks
Broadcasts from the Bayreuth festival
A production by Wieland Wagner (1951)