Götterdämmerung

Ingo Metzmacher
Choeur du Grand Théâtre de Genève
Orchestre de la Suisse Romande
Date/Location
2 May 2014
Grand Théâtre Genève
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegfriedJohn Daszak
BrünnhildePetra Lang
GuntherJohannes Martin Kränzle
GutruneEdith Haller
AlberichJohn Lundgren
HagenJeremy Milner
WaltrauteMichelle Breedt
WoglindePolina Pasztircsák
WellgundeStéphanie Lauricella
FloßhildeLaura Nykänen
1. NornEva Vogel
2. NornDiana Axentii
3. NornJulienne Walker
Gallery
Neue Zürcher Zeitung

Im Menschentheater

Der Genfer «Ring» steht. Richard Wagners Tetralogie erfährt hier eine immanente Deutung. Ihre Bühnenwirksamkeit wird unterstützt durch kammermusikalische Diktion im Orchestralen.

Nun ist auch in Genf der Rhein über die Ufer getreten und hat alles, Göttliches wie Menschliches, Schmuck und Macht, Begehren wie Scheitern, in seinen Fluten begraben. Mit der «Götterdämmerung» ist die neue Produktion von Richard Wagners «Ring des Nibelungen», die das Genfer Grand Théâtre unter der Intendanz von Tobias Richter zum Wagner-Jahr 2013 an die Hand genommen hat, zu ihrer Vollendung gekommen; im Mai dieses Jahres wird sie zweimal als Zyklus nach Bayreuther Art gezeigt. Und in dieser Abfolge, so ist anzunehmen, wird noch deutlicher zu erleben sein, wie der Regisseur Dieter Dorn und sein Ausstatter Jürgen Rose das weitgespannte Geschehen mithilfe szenischer Zeichen in ein Netzwerk eingespannt haben, von fern vergleichbar mit den Leitmotiven auf der musikalischen Ebene. Gunther und Gutrune sind ein inzestuös miteinander verbundenes Geschwisterpaar wie in der «Walküre» Siegmund und Sieglinde – der rote Königsmantel, der so weit geschnitten ist, dass auch zwei darin Platz finden, zeigt es an. Die Himmlischen wiederum, die in der «Götterdämmerung» den Platz vollständig geräumt haben, sie sind noch in Form von Hohlformen auf der Bühne präsent. Am Ende, zum orchestralen Nachspiel, fallen auch sie aus dem Schnürboden in die Versenkung.

Unmittelbares Theater

Dies als Teil einer Inszenierung, die sich ganz und gar immanent gibt: immun gegenüber Ansätzen szenischen Interpretierens wie gegenüber der befrachteten Rezeptionsgeschichte der Tetralogie. Wie Dorn und Rose das durchgehalten haben, ist nun doch bewundernswert. Sie blicken auf die Geschichte an sich – und mehr noch: auf die Interaktion zwischen einzelnen Akteuren, aus der diese Geschichte ihre Energien gewinnt. In den zeremoniellen Momenten, bei der Präsentation Brünnhildes als Braut Gunthers, beim Eid Siegfrieds und Brünnhildes auf der Speerspitze Hagens, beim Trauermarsch und bei der Überführung von Siegfrieds Leiche – in diesen Tableaus bleiben Dorn und Rose seltsam farblos. Wo aber Menschen aufeinandertreffen – und die «Götterdämmerung» spielt ja ganz und gar in der Menschenwelt, Hagen mit seinem langen braunen Nibelungen-Mantel ist der letzte und einzige Vertreter der Götterwelt –, wo also Emotionen aufkommen und Spannungen ausgetragen werden, da blitzt und knistert es in dieser Inszenierung, dass es ein Vergnügen ist. Und das, ausserdem, in einem szenischen Umfeld, das von ungebrochener, ganz unmittelbarer Theaterwirkung lebt. Wer hat je erlebt, dass Siegfried, wenn er sich Brünnhilde in der Gestalt Gunthers nähert, so vollkommen gleich aussehen kann wie Gunther? Da wird einem dann auch bewusst, wie Wagner die Partie Siegfrieds in diesem Moment eine Spur tiefer gelegt hat, um den Effekt des Tarnhelms musikalisch zu unterstützen.

Bei John Daszak, der seine Diktion inzwischen wesentlich verbessert hat, ist Siegfried ein sympathischer Tor, der mit seinen überschiessenden Kräften nicht umzugehen versteht und im Grunde nicht weiss, wie ihm geschieht. Auch wenn er über einen strahlenden, bis ans Ende kraftvollen Tenor verfügt, gibt er doch ein ziemlich jämmerliches Mannsbild ab – zusammen mit dem unglücklichen Gunther, den Johannes Martin Kränzle, ein grandioser Bariton und ein Schauspieler von hohen Gnaden, als einen unter dem Druck der Ereignisse rasch zerbrechenden Menschen gibt. Kein Wunder angesichts der Brünnhilde von Petra Lang, die den gewaltigen Ambitus ihrer Partie wie die mit ihr verbundene Kraftanstrengung restlos im Griff hat und die auch hier wieder ihr unglaublich sinnliches Portamento einsetzt. Auf ihrem Felsen, zu Beginn, ist sie das junge Ding, das keck von Siegfried den Ring einfordert, aber danach, mon dieu, was für eine tiefschwarz erboste Miene, was für tötende Blicke – und die raschen Blickwechsel, die kleinen Gesten sind es, die der Inszenierung ihre spezifische Lebendigkeit verleihen. Nicht zu allen Darstellern ist der Regisseur gleichermassen vorgedrungen, wie könnte es anders sein? Als Hagen bleibt Jeremy Milner, der mit einer enorm kräftigen, für diese Partie aber doch zu wenig in der Tiefe verankerten Stimme arbeitet, darstellerisch so schwach wie die Gutrune der allerdings herrlich singenden Edith Haller und die Waltraute von Michelle Breedt.

Von Vorteil ist in dieser «Götterdämmerung», wie in den vorangegangenen Teilen, die hohe Textverständlichkeit; einmal mehr zeigt sich, dass auch bei den Musikdramen Wagners mit ihrem ausgebauten orchestralen Anteil der Text verstanden werden kann – ja verstanden werden muss, weil er konstitutiv wirkt. Lustvoll geben sich Petra Lang oder Johannes Martin Kränzle dem Einfärben der Vokale, dem Zuspitzen der Konsonanten und dem Beleuchten der immer wieder erheiternden Stabreime hin. Sie können es tun, weil Ingo Metzmacher den im Genfer «Ring» entwickelten Ansatz des hellen, kammermusikalischen Tons zur Vollendung bringt. Unermüdlich hält der Dirigent das Orchester, das noch so gerne loslegte, dynamisch im Griff; und mit wacher Sensibilität sorgt er dafür, dass sich das Instrumentale als Geflecht von Stimmen am Geschehen beteiligt, sich nicht mit homofoner Pranke darüberlegt.

Nicht ganz auf der Höhe

Indessen zeigt sich das künstlerisch führungslose Orchestre de la Suisse Romande leider nicht auf der Höhe seines Könnens; so silbern die hohen Streicher, so sinnlich die Flöte und so flüsterleis die Klarinette, so grob und bisweilen arg daneben das Blech. So verliert die Produktion in den grossen Tuttiszenen, in denen auch der von Ching-Lien Wu einstudierte Chor mässige Figur macht, merklich an Profil. Überdies: Der überzeugende Kontrast zum Leisen, Durchhörbaren, wäre das, statt des simpel Lauten, nicht eher das Scharfe, Schneidende? Noch etwas Feinarbeit wäre denkbar; vielleicht gibt es Zeit dafür.

Peter Hagmann | 25.4.2014

Die Welt

Die wollen zum Glück nur spielen

Meisterhaft und werktreu: Dieter Dorn, Jürgen Rose und Ingo Metzmacher vollenden ihre Genfer Inszenierung von Wagners „Ring“. Hier wird das Stück nicht verzerrt, hier wird seiner Geschichte vertraut.

Hier ist ein Pferd noch ein Pferd, ein Boot ein Boot, ein Feuer ein Feuer. Es gibt den Rhein und die Weltesche. Der tote Siegfried hebt seine Ring-Hand taktgenau in dem Moment, in dem es von der Partitur gefordert ist. Vorher wurde die Leiche auf eine Wildbret-Trage umgebettet, von der erst eine tote Sau abgeräumt werden musste. Am Anfang haben die wachsam vorbeischauenden Nornen als alte Stammesfrauen ihr Schicksalsseilknäuel zu entwirren versucht. Und im intensiven Finale erlebten die, wie Ikarus in Zeitlupe rudernd, fallenden Götter ihre Dämmerung.

Doch dieser eben abgeschlossene „Ring des Nibelungen“ hat sich nicht am Hort des Wagner-Konservatismus im österreichischen Wels ereignet, wo jede Regieanweisung des Meisters heilig ist, sondern im calvinistisch aufgeklärten Genf. Beteiligt waren auch keine vorgestrigen an der Partitur wie am heiligen Gral klebenden Theaterspießer, sondern mit Dieter Dorn und Jürgen Rose zwei – zugegeben ältere, gewissermaßen Bilanz ziehende – Superstars der Szene; die freilich immer sehr kreativ mit dem Begriff Werktreue umgegangen sind.

Auch Ingo Metzmacher am Pult steht ja keineswegs für einen konservative Dirigierhaltung, sondern für wache, Grenzen austestende Theatralik. Und gerade ihre, durchaus den von Richard Wagner aufgeschriebenen Intentionen folgende Tetralogie erweist sich als angenehm sachliche, detailfeine und spannend zurückhaltende Erzählübung wider alle Trends, die Augen und Ohren frei macht für Wesentliches, was inzwischen allzu oft im Zwang zur Regieoriginalität oder zu sülzigem Klangbombast untergeht.

Der Rhein, ein schwarz sich wellendes Tuch

Hier wird „nur“ Wagners Spur gefolgt. Im Fall von Metzmacher bedeutete das: ein sich Besinnen auf die betont frankophone, in der eloquent quicken Erzählweise der Holzbläser und das weiche Blech konzentrierte, die Streicher nicht sonderlich hervorhebende Spielmanier des Orchestre de la Suisse Romande. Den Nachteil des „zu tiefen Orchestergrabens“ im Grand Théâtre nutzt Metzmacher für einen leisen, nachdenklichen, klug kommentierenden, wach dialogisierenden Orchesterton.

Dorn und Rose, glänzend vorangetrieben und animiert von dieser szenisch passgenauen, nie überwältigenden Musikpartnerschaft, lassen einfach nur Theater spielen. Da wird nicht so viel interpretiert, da wird der immer wieder interessanten Parabel gefolgt, mit den uralten, gänzlich antiillusionistischen, auf die Kraft der Imagination setzenden Mitteln eben der Bühne – ohne jede Zaubertricks. Zumindest sieht man das Raffinement nicht, man ahnt es höchstens.

Der Rhein ist ein schwarz sich wellendes Tuch, das von verhüllten Kapuzenmännern bewegt wird, wie diese auch, beim Kabuki-Theater abgeschaut, die vielfach wiederverwendbaren Walkürenfelsen-Module herumschieben. Ross Grane ist eine sichtbar geführte Puppe. Als Wotans Raben segeln zwei Statisten an Seilen vorüber. Loges Waberlohe erweist sich als roter Seidenvorhang im Ventilatorenwind.

Viele Dialoge geraten ungeahnt berührend

Selbst die Gibichungenhalle ist einfach nur ein weißer Kubus, mit dem Rose seiner Japan-Vorliebe nachgibt. Hier sitzen Gunter (der grandios waschlappige Johannes Martin Kränzle) und Gutrune (hoheitsvoll: Edith Haller) zunächst unter einem einzigen, als Herrschafts-, Macht- und Unterwerfungssymbol wichtigen, burgunderroten Königsmantel wie das Tenno-Paar auf Tatamimatten.

Viel wird an der Rampe agiert, aber immer sehr aus der Szene heraus gedacht. Immer wieder lässt Dorn bei Szenenwechseln Einzelne – Brünnhilde, Hagen, Gunter – stehen und heraustreten, sie verweilen bisweilen auch vor einem schmalen Quadrat auf dem Zwischenvorhang, welches das rote, das fast immer in Schwarz getauchte Geschehen einrahmende und kontrastierende Leuchtröhrenviereck am Bühnenrahmen verdoppelt.

Viele Dialoge und Szenen geraten hier dann ungeahnt berührend und logisch, niemand singt sich fest, immer ist da Bewegung. Und weil alle kaum geschminkt sind und keine Haarteile tragen, schaut man Menschen zu, die uns angehen, keinen germanischen Heroen oder Fantasy-Gestalten. Wagners Figuren sind auch keine Bankdirektoren und Nutten, Söldner und It-Girls. Dank Jürgen Roses stoffreichen, doch simplen Kostümen, gern mit schrägem Flowerpower-Touch, bleibt die Fabel im Überzeitlichen.

Der Genfer „Ring“ ist eine erfüllte Theateranstrengung

Das Ende zeigt, nachdem alle Versatzstücke samt und sonders in der Versenkung verschwunden sind, den leeren, noch leicht verrauchten (Bühnen-)Raum, schönstes altes Theaterzeichen, dem der ewige Zauber des Neuanfangs innewohnt. Vorher freilich haben den interessante Sänger bevölkert, neben vorzüglichen Nornen und Rheintöchtern der biegsam sinistre Hagen des jugendlich bassschwarzen Jeremy Milner und die anrührende, schwesterlich bestürzte Waltraute der Michelle Breedt. Vor allem aber Petra Lang und John Daszak als Brünnhilde und Siegfried.

Sie führt eine satte, immer wortdeutliche Mezzotiefe vor, etwas spitz und monochrom sind die Höhen erkämpft, dafür ist sie in ihrem Ringen um Lieben und Verstehenwollen immer glaubwürdig und unmittelbar. Er windet sich als von den Gibichungen Manipulierter, sucht nach Empathie im kindlich Unwissenden und trompetet mit gestählter, klar fokussierter Kraft.

So schließt sich dieser Genfer „Ring“ als vielleicht wenig spektakuläre, aber insgesamt höchst ausbalancierte, szenisch, vokal und instrumental erfüllte Theateranstrengung. Welche der unmittelbar vorausgegangenen Tetralogien, Frank Castorfs im Sommer hoffentlich reifende lustvolle Bayreuther Trash-Dekonstruktion inklusive, könnte das schon von sich behaupten?

Manuel Brug | 25.04.2014

Münchner Merkur

Die Kammerspiele mit Musik

Zum Zwischenspiel im ersten Akt kommt der schwarze Vorhang herunter. So gehört es sich, so steht es ja auch bei Richard selig. Ein rot gerändertes Rechteck darauf, die Verkleinerung des Bühnenportals. Alles starrt hin, doch, welch Pointe für uns Technikverdorbene: Es passiert nichts. Kein Video. Und trotzdem stürzen die Kopfbilder über einem zusammen. Man ist im Grand Théâtre mit der Musik allein, mit Ingo Metzmacher und dem Orchestre de la Suisse Romande, die ihre ganz eigene Wagner-Sicht haben. Keine krachende Überwältigung, dafür Eleganz, Noblesse, ein sämiges, dunkles, geschmeidiges Klangbild. Finesse siegt über schwitzende Dramatik.br>
„Götterdämmerung“, dieser letzte Teil des „Ring des Nibelungen“, ist Bekenntnistag. Spätestens jetzt muss der Regisseur bar bezahlen. Wie sehen seine Weltentwürfe aus? Was sind ihm die Götter? Was hält er von den Menschen, besonders von der einen Frau, Brünnhilde, die das ganze alte System in den Orkus schickt? Dass Dieter Dorn und Ausstatter Jürgen Rose auch für das Finale ihrer Genfer Großtat den alten Theaterzauberkasten öffnen, war erwartbar. Und doch: Eine solch dichte, auch berührende „Götterdämmerung“ ward lang nicht erlebt. Wagner für Einsteiger ist das, erst recht für Connaisseure, die alles zu kennen glauben und hier vom Kraftfeld der Figuren, von ihren Ängsten und Trieben, Siegen und Niederlagen wie beim ersten Mal hingerissen werden.br>
Alles ist wie immer da. Die Faltenwurf-Ästhetik, die Rose-Schachtel (das gekippte, schattenlose, weiß-asiatische Zimmer der Gibichungen), auch eine Verspieltheit, das Sichtbarmachen der Illusion: Statisten bewegen schwarze Tuchbahnen für den Rhein, Grane ist ein Stangenpuppenpferd. Die große Geste, die weise, hintergründige Menschenanalyse trifft sich mit dem Staunen übers Theater und seine Mittel.br>
Wenn Hagens Macht sich Raum erobert, werden die Wände des Gibichungenzimmers beiseite geschoben. Dunkel senkt sich da über die Szenerie, dennoch lässt Dorn nie Schwarz-Weiß zu. Gerade bei Hagen. Kein Fiesling unter Dauerdampf, sondern ein düsterer Leder-Beau, von Jeremy Milner mit gedeckter Bassgewalt gesungen, der ebenso viel Hass wie Erotik versprüht. Ähnliches bei Brünnhildes Finalmonolog. Der ist nicht triumphaler Diven-Moment, sondern auch urgewaltige Enttäuschung, eine frustrierte, aus (zu) später Erkenntnis gespeiste Abrechnung mit Gottvater Wotan. Petra Lang hat sich hierfür alle Attacke aufgespart. Keine stählerne Hochdramatische ist sie ja, alles wird mit souveräner Kontrolle aus lyrischem Ansatz entwickelt. Brünnhilde weniger als funkensprühendes Gotteskind, sondern – gerade das kommt dem Dorn-Theater entgegen – als Mensch.br>
Selbst Wagnerianer müssen zugeben: Es gibt auch in der „Götterdämmerung“ Was-bisher-geschah-Passagen, die man als Durchhänger erleidet. Dass gerade sie in Genf gelingen, ist bezeichnend. Ein minutiöses Blicke-, Gesten- und Reaktionstheater ist die Waltrauten-Szene mit der intensiven Michelle Breedt. Zuvor hatte Metzmacher das Geschehen abgebremst, ein atemberaubender Moment, wenn sich die Musik wieder Raum erobert, sich vorsichtig ihrer selbst gewiss wird. Später wird der schlafende Hagen von einem hektischen Alberich (John Lundgren) bedrängt, der um sein dunkles Projekt fürchtet.br>
Siegfrieds Begegnung mit den Rheintöchtern, die vergeblich um den Ring bitten, wird bei Dorn zum Spitz-auf-Knopf-Moment: Um ein Haar, so wird suggeriert, hätte dieses gedankensatte Drama glatt eine andere Abzweigung genommen. Und wenn Brünnhilde einmal fast das Bewusstsein verliert, da wird sie nicht vom Zwangsgatten Gunther aufgefangen, sondern von Siegfried, so, wie er es trotz Zaubertrank instinktiv als Notwendigkeit spürt – kleine, intelligente Zeichen, die mehr über die Figuren verraten als Thesenpapiere.br>
Der Abend ist so etwas wie Münchens alte Kammerspiele mit Musik. Fast alle hätten mühelos eine Anstellung in Dorns legendärem Schauspiel-Ensemble bekommen. Allen voran Johannes Martin Kränzle, der so präsent ist, als habe er die dreifache Singmenge: ein Gunther, der in Eitelkeit und Durchtriebenheit anfangs Hagen dicht auf den Fersen ist, mit zunehmender Erkenntnis aber zerbricht am bösen Spiel. Gesang und Darstellung gehen auch bei John Daszak eine vollkommen natürliche Verbindung ein. Ein munterer, sympathischer, allerdings nie tumber Held. Der Siegfried der „Götterdämmerung“ liegt ihm viel besser als der im vorherigen „Ring“-Teil. Das mittelgroße Genfer Haus kommt ihm entgegen. Forcieren muss Daszak dadurch nie, es bleibt viel Raum für eine Zwischentongestaltung, die der Figur andere Facetten jenseits des Stimmbandmuskelspiels eröffnen.br>
Dieter Dorn muss enorm intensiv mit den Sängern gearbeitet haben. Mehr noch: Er muss eine Atmosphäre der Motivation, der innerlichen Überzeugung geschaffen haben, die alle über sich hinauswachsen lassen. Erst jetzt wird klar, wie stringent alles – nach Durchhängern in „Walküre“ und „Siegfried“ – auf die Finalwirkung inszeniert ist. Diese Genfer „Götterdämmerung“ ist die stärkste Dorn-Oper seit seiner Münchner „Così fan tutte“. Ganz folgerichtig gibt’s kein Spektakel am Ende. Rot glüht der Scheiterhaufen mit Siegfried und Brünnhilde, bevor er vom schwarzen Rhein-Tuch verschluckt wird, alles in die Unterbühne fährt und hinten Statisten kopfüber an Seilen heruntergelassen werden. Der Fall der Götter. Dauerspektakler von La Fura dels Baus werden durch solch klug dosierte Mittel beschämt. Zu den letzten Takten nur mehr eine leere Bühne. Es ist vorbei – und alles bereit für den nächsten Weltenversuch.

Markus Thiel | 25.04.2014

resmusica.com

Le beau Ring-Théâtre de Dieter Dorn à Genève

Contrairement à bon nombre de spectateurs genevois ayant fui sous la pluie au deuxième entracte (!), on ne manquerait pour rien au monde le dernier acte du Crépuscule des dieux ! En plus d’être la spectaculaire conclusion du Ring, ce projet fou de Richard Wagner, qui prétend raconter l’histoire de l’Humanité en 15 heures de musique avec 36 chanteurs et un chœur qui n’interviendra que 15 minutes, ce dernier acte est aussi l’aboutissement de la vision d’un travail scénique qui aura mobilisé, des années durant, d’intenses énergies. C’est même souvent avec l’ultime image du Ring que le metteur en scène délivre le fond de sa pensée.

En ce qui concerne Genève, ça y est ! Cette fois, on sait, ou bien on a la confirmation de ce que l’on avait tout de même pressenti. Ce Ring finit comme il avait commencé : dans un théâtre vide, peuplé de la seule suspension d’un ultime nuage. Un théâtre vide. Là où tout a commencé. Là où tout finit. Là où tout recommencera immanquablement. Le sens même de la Tétralogie. C’est peut-être la plus belle et la plus parlante image qui soit. Comme quand Fellini nous entraînait à la fin de son sublime « E la nave va » sous la mer de son décor.

Le Ring de Dieter Dorn est un théâtre. Le Théâtre. Le Théâtre du Monde. Une manière de making of aussi : comment raconter sur une scène le Ring, cette histoire essentielle de la folie de la puissance et des sentiments? C’est cette interrogation sans cesse au coeur du travail du metteur en scène allemand qui rend ce Ring si beau.

« Ce qu’on te reproche, cultive-le », disait Cocteau. Ainsi Dieter Dorn, tout à son entreprise de théâtre de tréteaux, ne renonce pas, dans cette troisième journée de la Tétralogie, à réintroduire quelques procédés qui avaient déjà fait sourire, dans La Walkyrie, notamment. On ne croyait pas revoir, par exemple, le destrier de Waltraute, improbable attelage humain enfantin et tressautant qui fait forcément sourire à un instant des plus dramatiques de la partition. En revanche, Dorn a bien fait d’enfoncer le clou de son Grane minuscule que Brünnhilde prend littéralement cette fois dans ses bras, de la façon la plus touchante et consolatrice qui soit, avant l’immolation finale. Le Rhin, immense toile noire manipulée à vue, est une idée toujours efficace mais ici, à notre gré, trop prosaïquement réalisée au début de l’Acte III. Ces quelques motifs d’agacement, que l’on avait cru enterrés avec le superbe Siegfried précédent, font vraiment hiatus avec l’esthétisme généralisé de la production.

Toujours ce magnifique liséré de néon rouge autour au long des 4H10 du spectacle. A la fin de chaque acte, une fois envolé le dernier plan, il subsiste un court instant seul, imprimant la rétine. C’est superbe. On en retrouve cette fois le prolongement, au moment des 3 interludes orchestraux de l’opéra, dans ce grand carré rouge sur le rideau noir d’avant-scène.

Le Palais des Gibichungen est l’élément nouveau de ce Crépuscule. Occupant les trois quarts de la scène, c’est un immense parallélépipède posé de biais sous ce qui nous semble des débris du Rocher des Walkyries. Dénué de tout mobilier, mais animé d’immenses parois coulissantes façon maison japonaise (au II, Brünnhilde trahie, seule à genoux dans le vide de cet espace, y aura même des allures de Butterfly prête à passer à l’acte), de surcroît magnifiquement éclairé de l’intérieur, il impressionne davantage que bien des décors plus réalistes. D’abord d’une blancheur aveuglante d’où se détachera toujours nettement le moindre enjeu, il subira de belles variations de couleur avant de rougeoyer puis bleuir lors de son engloutissement dans les tréfonds du plateau. A jardin, sur la terrasse en bordure d’un Rhin que l’on voit ondoyer (au fait pourquoi s’arrête-t-il un instant ?), devant des colonnes d’un noir basaltique, sont posés de grands masques à l’effigie des dieux.

Citons le très beau réveil des amants du Prologue, avec ce simple bras nu de Brünnhilde émergeant des sous-sol du plateau (très loin de tant de mises en scène récentes qui n’hésitent pas à faire de Brünnhilde une ménagère de 50 ans obsédée par le ménage et la cuisine, aux petits soins pour son époux)… le moment de l’absorption du philtre à l’Acte I, avec cette inquiétude de Hagen que son plan puisse déjà échouer à ce moment essentiel…la scène chorale du II, aussi puissante que celle de McVicar à Strasbourg…le superbe final où Dorn parvient à montrer tout ce que les didascalies proposent et dans lesquels les metteurs en scène se contentent le plus souvent de trier (oui, même l’historique Chéreau à Bayreuth avait renoncé au Rhin !) A Genève, avec Dieter Dorn et son décorateur Jürgen Rose, on a tout : l’incendie du palais, et son engloutissement dans les flots d’un Rhin qui déborde vraiment, la chute lente des dieux !

Louons aussi la très belle caractérisation du personnage de Gutrune, souvent dévorée par Brünnhilde, et qui ici est constamment intéressante. Parvenir également à faire de John Daszak un Siegfried toujours plausible, voire extrêmement touchant, bien qu’il n’ait rien (comme le disait mon allemande voisine) d’un « strahlendes Held » (en allemand dans le texte: un « héros solaire ») n’est pas non plus le moindre mérite du metteur en scène. Tout juste pierre pourrait lui être jetée de ne pas avoir débarrassé son héros, pour le mariage du second Acte, de sa tenue jusque là plausible d’homme des bois en lui offrant enfin un costume plus adéquat, surtout que sa Gutrune a fait, de son côté, quelques frais de toilette…ou encore la dernière image imprécise de l’Acte I, en deçà de la musique, comme dans une hésitation voire une incapacité à trancher qui flaire l’accident technique.

Malgré les quelques imperfections cuivrées et les quelques cordes pressées de la fébrilité des premières représentations, l’Orchestre de la Suisse romande, sous la baguette toujours passionnante d’Ingo Metzmacher, délivre une exécution remarquablement fouillée, d’une constante lisibilité, offrant une foultitude de sonorités qui captivent l’oreille sans relâche: la raucité invraisemblable des cuivres fait sourdre un climat d’angoisse des plus appropriés. A l’opposé, ce que font par exemple les cordes dans l’échange d’Alberich avec son fils est un condensé d’onctuosité trouble. La fosse est à l’aune de l’intelligence de la scène, sous la houlette d’un chef toujours extrêmement attentif au travail harassant exigé des chanteurs par cet opus monstrueux.

On a déjà loué pour la seconde journée le Siegfried plus que crédible de John Daszak. Très bon acteur, une infinité de nuances passent sur son visage aux moments charnières du rôle (oubli de Brunnhilde au I, stupeur égarée au II…), la voix, très solide, n’est pas en reste. On aurait vraiment tort de s’agacer à l’audition de quelques rares aigus expédiés (l’invitation au mariage ou bien le périlleux Hoihe! de la chasse). Sachons profiter plutôt de ce moment de l’Acte III où, merveilleux conteur, il reproduit quasi piano les phrases de l’oiseau.

D’où vient que la Brünnhilde de Petra Lang nous touche tant ? Certainement l’engagement à corps et cordes perdus dans ce rôle si exigeant et la volonté farouche qu’elle met à vouloir ne pas s’en laisser conter, à vouloir contrôler l’émission d’une voix qui peut lui échapper à tout moment. Son duo du Prologue avec Daszak met un peu de temps à convaincre (normal : ils viennent de se réveiller !) mais va assez vite crescendo jusqu’à une conclusion vraiment enivrante qui donne le la de la qualité vocale du spectacle. Lang impressionne de bout en bout par sa volonté très « chèvre de Monsieur Seguin » d’en découdre avec un loup nommé Wagner. Cette incessante gestion finit par emporter le morceau, nous faisant presque prendre l’écorchure de certains aigus pour des victoires arrachés à l’ennemi, elle se sort très bien des fureurs du II et parvient tranquillement jusqu’à un monologue final bouleversant de douceur et énoncé d’une voix chaleureuse, tranquille, apaisée, sans fatigue apparente, accompagnée autant qu’écoutée par un Metzmacher admiratif. Etonnant !

En plus d’être extrêmement gâté par le metteur en scène, le couple des Gibichungen ne suscite qu’admiration au plan vocal. Le Gunther de Johannes Martin Kränzle est un diseur bien chantant, à défaut d’être un acteur suffisamment souple (son tournoiement avant effondrement avant le trio de l’Acte II est bien scolaire). La Gutrune de luxe d’Edith Haller, commencée dans une volupté de mezzo, est dotée d’une ligne vocale de haute tenue, aux aigus bien placés, On comprend qu’elle ait été naguère une magnifique Sieglinde à Bayreuth.

Le Hagen de Jeremy Milner est tout autre. Bien que servie par une magnétique allure en scène, la voix, pour impressionnante qu’elle soit, et très certainement en devenir, force de fait un peu les effets pour être à la hauteur de la noirceur du personnage. Il est clair, malgré le bel engagement de Milner, que, surgi des profondeurs, l’Alberich à la voix idéalement caverneuse de John Lundgren (rejoignant le peloton des plus mémorables Alberich de l’Histoire du chant wagnérien) lui donne en 10 minutes une belle leçon de noirceur vocale. Michelle Breedt énonce une Waltraute opulente à la diction impeccable et sidérante d’angoisse. Autre leçon. Très beaux trios féminins pour les filles du Rhin et pour les Nornes avec une mention spéciale pour la projection lumineuse de Julienne Walker.

Le Chœur du Grand Théâtre a fait montre de toute la puissance requise pour l’unique scène chorale tétralogique que l’on sait, accompagné de la plus belle façon par le chef attentif à cadrer ce bref mais dangereusement irrésistible moment testostéronisé. Grisant !

Ce nouveau Ring est une très belle entreprise de réappropriation de l’œuvre par une lecture qui n’a rien de passéiste, bien au contraire, attentive qu’elle aura été à tous les enjeux de l’œuvre mais également témoin qu’elle est, de 50 ans de mise en scène d’opéra. Classique mais classieux.

On sait qu’à Bayreuth, d’une saison à l’autre, les metteurs en scène ont la possibilité de remettre leur ouvrage sur le métier (on n’a pas oublié le sensationnel remaniement du Ring de Chéreau entre 1976 et 1977 avec l’adjonction du plus beau décor du monde inspiré de Böcklin pour son Rocher des Walkyries !). Dieter Dorn aura-t -il le souhait et la possibilité d’en faire autant pour approfondir encore sa vision? Réponse du 13 au 25 mai 2014 au cours des 2 cycles intégraux proposés au Grand Théâtre de Genève…

Jean-Luc Clairet | 29 avril 2014

ConcertoNet.com

La boucle est bouclée

La boucle est bouclée : l’anneau, source de convoitise et de malédiction, est retourné au fond du Rhin. Au Grand Théâtre de Genève, la Tétralogie wagnérienne, commencée en mars 2013, vient d’arriver à son terme, avec Le Crépuscule des dieux (voir ici, ici et ici). Une réussite, indubitablement. Comme le laissait déjà présager L’Or du Rhin, le metteur en scène Dieter Dorn et son équipe ont voulu suivre l’intrigue au plus près, dans un dispositif dépouillé. Ils n’ont pas cherché midi à quatorze heures et ne se sont pas non plus lancés dans des élucubrations historiques ou philosophiques. Raconter l’histoire avec la plus grande lisibilité a été leur mot d’ordre tout au long du cycle, une gageure à une époque où tant de metteurs en scène ne voient dans un opéra que le prétexte à raconter leur propre histoire. Rien que pour cela, on ne remerciera jamais assez Dieter Dorn ! Certes, on pourra toujours rétorquer que ce Ring genevois n’ouvre guère de nouvelles perspectives sur l’œuvre, mais on aurait tort de bouder son plaisir.

Musicalement, Le Crépuscule des dieux confirme aussi l’impression d’ensemble. Le chef Ingo Metzmacher fait du Ring une partition de chambre, dégraissant et épurant la masse orchestrale pour en faire ressortir chaque détail et chaque nuance, pour donner de la transparence au son et aussi pour ménager les chanteurs, dans une grande fluidité et sans jamais faire baisser la tension dramatique. En grande forme, l’Orchestre de la Suisse Romande répond admirablement. S’il y a quelque chose de novateur dans ce nouveau Ring genevois, il est à chercher dans son traitement musical.

Sans atteindre des sommets, la distribution vocale est d’une parfaite cohérence. Elle est dominée par le superbe Hagen de Jeremy Milner, magnifique de présence scénique et d’expressivité. L’Alberich de John Lundgren ne lui cède en rien dans la noirceur. Le Gunther de Johannes Martin Kränzle est lui aussi un personnage à la forte présence, enferré dans ses contradictions et ses lâchetés. Le ténor John Daszak incarne un Siegfried ayant un côté grand adolescent un peu pataud mais fait preuve d’une belle vaillance vocale et arrive sans peine au terme de la représentation. Chez les dames, on admire surtout la Gutrune émouvante d’Edith Haller et la Waltraute tour à tour enflammée et implorante de Michelle Breedt. La prestation de Petra Lang en Brünnhilde se révèle mitigée : si la chanteuse séduit par l’opulence et l’intensité de son chant, elle ne laisse pas moins clairement entendre que le rôle se situe aux limites de ses possibilités vocales. Le Chœur du Grand Théâtre se distingue une nouvelle fois à chacune de ses interventions.

A la fin de la série de représentations du Crépuscule des dieux, le Ring sera présenté en intégralité sur deux cycles, le premier du 13 au 18 mai et le second du 20 au 25 mai 2014, ce qui ne s’était plus vu à Genève depuis 1977.

Claudio Poloni | Grand Théâtre 04/23/2014

forumopera.com

Événement central de la saison 2013-2014 du Grand Théâtre de Genève, le Ring selon Hugo Metzmacher et Dieter Dorn s’est achevé sur un Götterdämmerung en forme de bilan, puisqu’il résume aussi bien les qualités que les défauts de tout le cycle.

En dépit de quelques belles images, la mise en scène de Dieter Dorn pèche par son manque singulier de propos. Elle se contente en effet de suivre le livret sans qu’une véritable idée la sous-tende. Faut-il le rappeler ? Respecter l’œuvre n’empêche pas d’en proposer une lecture forte. Bien au contraire, ces deux qualités sont aussi nécessaires que complémentaires. Le constat est d’autant plus regrettable que le Rheingold inaugural suggérait des pistes intéressantes (voir le compte-rendu). En contrepartie, cette approche aura permis de réaliser un beau travail de détail sur les personnages et leurs intentions, ce dont Gunther et Gutrune profitent particulièrement. Là où d’autres productions les relèguent au second plan, ce Götterdämmerung leur offre un rôle essentiel dans la dramaturgie.

Vocalement, le plateau est inégal. Petra Lang confirme ici ce que le récent Crépuscule des Dieux de Janowski avait laissé entendre au disque (voir le compte-rendu) : le rôle de Brünnhilde la dépasse. Au premier acte, son interprétation est proprement anémique. Les choses s’améliorent par la suite, mais la soprano reste trop souvent victime des exigences d’une partition inhumaine. John Daszak (Siegfried) semblait plus à l’aise dans l’épisode précédent que dans cette dernière journée. La voix accuse par endroit un métal très prononcé, tandis que la ligne tend à s’égarer au début du deuxième acte. Rien de rédhibitoire, toutefois, et ses moyens vocaux par ailleurs remarquables suffisent à donner vie au héros tragique.

On applaudit sans réserve les Gibichungs. Johannes Martin Kränzle ajoute ainsi aux qualités scéniques de son Gunther une voix riche et autoritaire. Edith Haller, dont la projection sans faille permet de belles nuances, campe une Gutrune de haute tenue. Le Hagen de Jeremy Milner domine vocalement la scène. Le timbre luxuriant confère au personnage une riche palette expressive, où la haine se décline en de subtiles et glaçantes variations. Enfin, chapeau bas à Michelle Breedt pour sa magnifique Waltraute, ainsi qu’aux deux trios féminins : tant les Nornes (Eva Vogel, Diana Axentii, Julienne Walker) que les filles du Rhin (Polina Pasztircsák, Stephanie Lauricella, Laura Nykänen) font montre d’une remarquable homogénéité dans les ensembles, tout en présentant de belles qualités individuelles.

Le véritable point fort de la soirée et de ce Ring en général restera Ingo Metzmacher, à la tête de l’Orchestre de la Suisse romande. Les promesses faites lors du Rheingold ont été tenues tout au long de la Tétralogie, et l’on retrouve ici cet équilibre idéal entre clarté du discours orchestral et opulence du son. Ce Ring genevois avait son Boulez, on regrette qu’il lui ait manqué le souffle d’un Chéreau…

Christophe Schuwey | 26 Avril 2014

Seenandheard-International.com

Lang and Daszak Triumph in Geneva’s Götterdämmerung

It is worth reminding anyone reading a review of mine about Dieter Dorn and Jürgen Rose’s new Ring for Grand Théâtre de Genève that I regrettably never saw Das Rheingold last season and only began on the ‘first day’ last November with Die Walküre and then saw Siegfried in January . It is usual at that point in any Ring to comment that time will tell how it will all end but it was very clear that indeed what Dorn and Rose are presenting us is so gimmick-free and – I repeat – almost totally devoid of ‘any head-scratching symbolism’ that what they gives us is just a good story, very well told. They have mostly decided – given an obviously restricted budget – that because Wagner’s Ring is, as I have written before, the near-perfect Gesamtkunstwerk (an ideal mix of text, music and dance) it needs little of the (re)interpretation that its gets elsewhere. If the text requires horses, then we should see them represented somehow and it is the same for Wotan’s two ravens or the Rhine! If statues of the Gods are referred to they should also be seen and all the Wagnerian accoutrements (spear, helmet, breastplate or shield) are there when needed. It is all naturalistic … whilst not entirely realistic.

In 2014 should we expect more of a subtext to what we are shown when we see the Ring? I just wondered having sat through the three operas what director Dieter Dorn, dramaturgist Hans-Joachim Ruckhäberle – or perhaps Richard Wagner – wanted us to believe comes next. At the end, the Rhinemaidens have reclaimed their gold and Hagen has been swallowed up by the billowing cloth that represents the waters that are cleansing the world we have been shown of all its corruption. The (false?) Gods are shown falling to earth – or possibly drowning – but that is it: Wagner doesn’t tell us … so does Dorn need to? Maybe yes … maybe no … but this is not the place to debate this.

We get a modern dress version of a timeless fable acted as if it were Shakespeare with every singer absolutely clear about the meaning of each word they are singing and the mindset of their character. As part of Wagner200 – the London series of events for the recent anniversary – actors were involved in a ‘Ring reading’ when its words were recited to provide ‘a rare opportunity both to experience the richness and subtlety of Wagner’s writing and to thrill to the drama of the text as poetry.’ In Geneva had everyone acted as they did – and instead of singing just spoken their words – then all the audience who knew German would still have been gripped by the unfolding drama. Yes, everyone was that good!

One example will suffice, near the end Brünnhilde sings ‘Ruhe, Ruhe du Gott!’ (“rest now, rest now, you God”), the word ‘Gott’ must reveal all her inner feelings about Wotan. He was all-powerful but ended up pitifully weak and his actions have triggered all the suffering and deaths we see. Brünnhilde now understands why and is content to help him rest in peace but not without – as Petra Lang does so brilliantly in Geneva – putting all the anger and distain over her father’s actions into that one word she virtually spits out: ‘Gott’ may be a small word but never can it have implied so much.

Obviously, had Geneva’s Grand Théâtre access to unlimited monetary resources everything would have even been better than it was. There is no attempt to hide the theatricality of what we are seeing as the side of the stage are clearly seen and extras shift the rudimentary slab-like rocks that are almost ever present. It is all a little too dark at times and when the two ‘ravens’ (in human form) fly off to Wotan to announce Siegfried’s death they rise up to the roof of the stage but were almost invisible even in row 5 of the stalls! At crucial moments a black curtain descends to allow scene changes and all we see is a square outlined in red lights – and although this allows us to wallow in Ingo Metzmacher’s fleet-footed, mellow chamber-like Wagner from the impeccable Orchestre de la Suisse Romande, it does tend to halt the action a little too much. One example is Siegfried’s Rhine Journey where Brünnhilde is cut off at the front of the stage contemplating Siegfried’s gift of his ring when we should perhaps be seeing some video of the waters of the Rhine.

There are two basic sets, those ‘rocks’ with a huge tree trunk stage-left and a big white ‘light box’ with doors and moveable rear walls for the Gibichung Hall and nearby large heads of Wotan and his clan as totems. The Norns reappear from time-to-time roaming the stage after their scene ready to precipitate Wotan’s demise by brandishes flaming torches – and one will indeed set light to Siegfried and Brünnhilde’s funeral pyre. Sometimes at the back of the stage there was a shimmering red curtain for the flames around Brünnhilde’s rock and the river along which Siegfried seems able to raft. The extras waft this river around for the Rhinemaidens encounter with Siegfried and they are imaginatively able to disappears into its ‘waves’ and then reappears somewhere else.

The bigger moments have a sense of tableaux to them when everyone just stands and looks but it is during the one-to-one interaction between two or three characters when Dieter Dorn’s Ring is at its strongest. Siegfried and Brünnhilde emerging after-the-night-before from their cave below ground. She is bare-shouldered, unkempt and bundled up in what looked like a bed sheet and he has the look on his face of someone who cannot believe what’s just happened to him. Petra Lang’s Brünnhilde face radiates her new found love here totally believably as it does her vehemence when her trademark angry pout later returns as she denounces Siegfried in Act II and plots his death with Gunther and Hagen. Gutrune is shown as typically very ‘attached’ to her brother – and at one point they share an elaborate cloak – but she is still open to a new romance, Gunther is suitably ineffectual but has pretensions and Hagen is just an unvarnished bully. Waltraute is a caring sister who cannot comprehend Brünnhilde’s refusal to return her ring to the Rhinemaidens and bring the story to a premature conclusion. With a flowing grey wig – and costumed as Johannes Martin Kränzle’s Gunther – Siegfried-in-disguise forcibly removes the ring from Brünnhilde’s hand and played out like this was more realistic than it sometimes is. Then is there is that splendid Siegfried/Rhinemaidens scene and the open ending Dorn gives us as the Gibichung Hall sinks below the stage. There are many revelatory moments like this throughout this new Ring and if this appeals to you then there are two complete cycles in May, and I believe tickets are still available and if you can go … do!

All the singers are helped by Ingo Metzmacher’s singer-friendly accompaniment in a theatre that I suspect has not the best acoustics. I have heard better Norns (Eva Vogel, Diana Axentii and Julienne Walker) but seldom has there been such a perfect trio of Rhinemaidens (Polina Pasztircsák, Stephanie Lauricella and Laura Nykänen). Luxury casting brought us Michelle Breedt’s impassioned, older-sister Waltraute and Edith Haller’s vulnerable, attractive Gutrune, as well as, the wonderfully acted and sung Gunther of Johannes Martin Kränzle. Jeremy Milner’s Hagen was a little one-dimensional in both presence and voice and at the moment he lacks the necessary villainous authority. Actually Milner sounded more like an Alberich and John Lundgren (Alberich) seemed to have the vocal attack of a Hagen so despite both of them singing well in their own way, this unbalanced their short Act II scene together. I must not forget the lusty and bright sounding chorus who responded well to Hagen’s call.

Siegfried and Brünnhilde were a triumph for John Daszak and Petra Lang. It is great that a British singer can reclaim the role of Wagner’s hero; he shows that it can be sung lyrically, and this – plus good diction, dynamic shading and obvious vocal stamina – makes him a worthy successor to the great Alberto Remedios for those of us with long memories of him in the role. Daszak’s open countenance as Siegfried clearly mirrored his character’s bemusement at what was happening to him at every stage of his ‘journey’ through the opera.

Petra Lang is now the complete Brünnhilde in both voice and her portrayal of a dramatically persuasive real woman. It is the culmination of having taken the time to prepare for her first Ring with a concert version of Götterdämmerung in Berlin and then her first stage performances in Paris in 2013 – and over that time she has just got better and better. Her voice is now unique in that it has equally strong and reliable, lower, middle and upper ranges and her Brünnhilde was sung passionately with some effortlessly gleaming top notes. During a very poignant Immolation Scene (alluded to earlier) she sang with great pathos, drawing her audience along with her through Brünnhilde’s cathartic moments of revelation and redemption. There was some believable chemistry with her Siegfried and they deserved the enthusiastic applause they got at the end of the evening.

Jim Pritchard | 23.4.2014

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Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 566 MByte (MP3)
Remarks
Broadcast
A production by Dieter Dorn (2014)
This recording is part of a complete Ring cycle.