Götterdämmerung

Christian Thielemann
Staatsopernchor
Sächsische Staatskapelle Dresden
Date/Location
29 October 2017
Semperoper Dresden
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegfriedAndreas Schager
BrünnhildeNina Stemme
GuntherIain Paterson
GutruneEdith Haller
AlberichAlbert Dohmen
HagenFalk Struckmann
WaltrauteChrista Mayer
WoglindeChristiane Kohl
WellgundeSabrina Kögel
FloßhildeSimone Schröder
1. NornOkka von der Damerau
2. NornSimone Schröder
3. NornChristiane Kohl
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klassik-begeistert.de

Alles versprochen, alles gehalten – Diese Dresdner “Götterdämmerung” ist ein Fest!

Schon die Nornenszene zu Beginn von Richard Wagners Götterdämmerung in der Semperoper Dresden ist auf sensationellem Niveau! Simone Schröder, Christiane Kohl – und allen voran die erste Norn der Mezzosopranistin Okka von der Damerau – singen sie derart stark, dass sich das Eintrittsgeld und weite Anreisen alleine dafür schon gelohnt haben. So gut haben das selbst die erfahrensten Wagnerianer selten oder nie gehört! Die drei Damen packen das Publikum mit schönsten Klängen voller Gefühl und Dramatik. Das ist ganz, ganz groß! Und die Hamburgerin Okka von Damerau verblüfft selbst anspruchsvollste Zuhörer, die eine Erfahrung von vierzig Ringen haben. Sie ist eine Anwärterin auf den Titel der besten ersten Norn aller Zeiten.






























Sebastian Koik | 2. November 2017

der-neue-merker.eu

GÖTTERDÄMMERUNG unter Christian Thielemann mit prominenter Sängerbesetzung

Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Christian Thielemann erlebt jetzt der vierte und letzte Teil von Richard Wagners „Ring“-Tetralogie, die „Götterdämmerung“, in der Inszenierung von Willy Decker, die in Kooperation mit Teatro Real Madrid entstand, an der Semperoper nach einigen Jahren ihre Wiederaufnahme mit prominenter Sängerbesetzung.

Die erste von zunächst drei Aufführungen (29.10., 1.11., 5.11.2017) war bereits ein Paukenschlag, bevor sich dann im Januar und Februar 2018 der Vorhang für zwei zyklische Aufführungen des gesamten „Ringes“ (der innerhalb weniger Stunden restlos ausverkauft war) hebt.

Deckers Inszenierung (Pr. 2003) stammt aus der „Zeit der Stühle“, wo in jeder Inszenierung mindestens 1 Stuhl auf der Bühne stehen musste. Hier gibt es sie gleich in Mengen, potenziert als dekorative Gestaltungselemente, als variiert gespiegelter Zuschauerraum der Semperoper für Deckers „Weltbühne“ und als für die Sänger schwer überwindliche „Rheinwellen“ in Form von wellenförmig angeordneten Stuhlreihen, Stolperstellen, zwischen denen nicht selten ein Sänger beim – von der Regie vorgesehenen – Überqueren unplanmäßig plötzlich für kürzere Zeit verschwand. Stühle dienen Hagens Mannen als Schilde bis sie sich als tapferes kampfesmutiges Heer in Reih und Glied darauf setzen und singen in Vorbereitung der Hochzeitsfeier von Siegfried und Gutrune. Selbst Brünnhilde muss auf ihrem Felsen, angedeutet durch den Himmel mit vielen weißen Wölkchen auf hellblauem Grund, auf einem Stühlchen sitzen usw.

Abgesehen davon ergeben sich im Zusammenwirken von Bühnenbildern, Kostümen und viel, richtig und folgerichtig eingesetztem, Dampf, immer wieder farblich korrespondierende, sehr ansprechende, ausdrucksstarke Bilder, die von einer raffinierten, ebenfalls sehr ausdrucksstarken Beleuchtung unterstrichen werden. Selbst die beliebten und oft strapazierten Dampfwolken haben hier, entsprechend beleuchtet, Sinn und verfehlen ihre Wirkung nicht, z. B., rot angestrahlt als langsam aufsteigendes Feuer um den Walkürenfelsen. In ungewöhnlicher, hier aber zweckmäßiger „Personalunion“ lagen Beleuchtung und Kostüme, letztere vorwiegend in Gegenwartskleidung von Anzug bis Smoking für die Herren und schöne Kleider für die Damen, leuchtend rot für Brünnhilde, silbergrau für Gutrune, in den Händen von Wolfgang Gussmann (Kostüme zusammen mit Frauke Schernau).

Angereichert wurde die Inszenierung gegenwartsgemäß mit einigen Gewaltszenen, z. B. wenn Hagen Gutrune, zu „Liebe“ und Sex zwingen will, oder wenn Siegfried Brünnhilde gewaltsam den Ring entreißt.

Thielemann ließ mit der, für besondere Feinheiten und Akribie bekannten Sächsischen Staatskapelle Dresden bereits mit den ersten Takten Großartiges erwarten, was sich dann in stetiger Steigerung und ungeahnter Qualität entfaltete. Er vermag, nicht nur musikalisch Wagners Werk auszuloten, sondern auch inhaltlich und geistig. Das Vorspiel, in dem mit besonderer Klarheit die einzelnen Phasen der Handlung deutlich anklangen, erschien wie ein Vorbote einer außergewöhnlichen Aufführung, bei der sich mit unglaublicher Vehemenz die Spannung bis zum letzten Ton steigerte, immer von Thielemann inspiriert und dem bis zum letzten Ton stets hellwachen Orchester mit seiner unglaublichen Präsenz, den berühmten, besonders schönen solistischen Passagen und sehr sauberen Bläsern in grandioser, dynamischer Steigerung ausgeführt – ein außergewöhnlicher Gleichklang zwischen den Musikern und ihrem Chef.

Hier wurde vieles herausgearbeitet, was sonst im allgemeinen Orchesterklangrausch untergeht, vom feinsten Pianissimo bis zur gewaltigen Dramatik im furiosem Fortissimo mit harten Paukenschlägen. Mit ihrer Gestaltung der Szenen, steter Harmonie zwischen Orchestergraben und Bühne und wunderbaren Zwischenspielen bei geschlossenem Vorhang erwiesen sich Thielemann und die Sächsische Staatskapelle als Idealfall für Wagners Opern.

Auf dieser Grundlage steigerten sich auch die Sänger zu außergewöhnlichen Leistungen, so dass eine ideale, in sich geschlossene Aufführung in nahtlosem Zusammenwirken von Orchester, Sängern und Inszenierung entstand.

Unheil vorausahnend, weben drei gewichtige Nornen (die gut singende Okka van der Damerau, Simone Schröder und Christiane Kohl) schicksalhaft mit Augenbinde und in schwarz-weiß gemusterten Kleidern, wie ihr, einer extrem langen Giftschlange (Kreuzotter?) ähnelndes, Seil des Weltgeschehens, selbiges um den Erdball, doch es reißt, das Ende der Götter steht bevor, die Weltkugel zerfällt. Das kann auch der ahnungslose Held Siegfried mit seiner unerschrockenen Kraft nicht aufhalten.

Andreas Schager, der sich bereits 2015 als Max in „Der Freischütz“ in Dresden vorgestellt hatte, brach nun in der Rolle des Siegfried, unkonventionell in Gesang und Darstellung, als wirklich jung erscheinender, unbekümmerter, argloser Held zu neuen Heldentaten auf, leicht und locker und mit guter Kondition, sehr klar und gut artikuliert singend und sich immer mehr steigernd, wenn er die geliebte Brünnhilde auf dem Walkürenfelsen verlässt, den Gibichungen durch Hagens verräterische Pläne und einen Vergessenstrunk zum Opfer fällt und hinterrücks getötet wird. (Irgendwie drängte sich bei seiner Darstellung auch ein wenig der Vergleich mit Parsifals naivem Heldentum auf.). Schager war kein Held alten Stils, sondern ein sehr gegenwärtiger.

Mit ausgezeichneter Kondition, klar artikulierend und in schönster Weise immer wieder die Handlungsstränge auf sich ziehend, agierte die weltweit im Wagner-Repertoire zu den führenden Interpretinnen gehörende Nina Stemme als anmutige, ästhetisch schöne Brünnhilde mit sehr klarer, ausdrucksstarker Stimme, die sie bis zum Schluss sehr diszipliniert, Handlung und Gefühlsbewegungen unterstreichend, in ständiger Steigerung einsetzte – sängerisch eine Idealbesetzung.

Schließlich gibt sie den Rheintöchtern in ihren fahlen Kostümen (und „Glatze“ oder badekappenähnlicher Kopfumhüllung) wie farblose „Erdlinge“, denen es an Sonnenlicht mangelt (Christiane Kohl, Sabrina Kögel, Simone Schröder) das Tod und Unheil bringende Gold in Form des Ringes zurück, wo es am Grunde des Rheines wieder liegen sollte, aber es liegt jetzt in praxi nicht mehr dort, auch nicht als symbolischer Goldschatz der reinen, unverbildeten Natur. Wer weiß, was jetzt alles am Grund des Rheines liegt!

Als Brünnhildes Walküren-Schwester Waltraute setzte Christa Mayer, die kürzlich bei der Premiere von „Les Troyens/Die Trojaner“ (3.10.2017) als Königin Didon für Furore sorgte, mit ihrer auffallend schönen, klangvollen Stimme, die auch zu dynamischer Steigerung und expressivem Ausdruck fähig ist, guter Artikulation und Diktion und schauspielerischem Engagement einen weiteren Glanzpunkt ihrer Karriere. Neben ihren dramatischen Ausbrüchen in höchster Vehemenz stand ihre Piano-Kultur im Raum, und alles lauschte atemlos. Bei ihrer Stimme mit ihrer mühelosen, kraftvollen Höhe und schöner Tiefe kann sie es sich leisten, auch die Wagner-Partien zu singen (statt zu „schreien“) und erreicht damit die noch größere Wirkung, u. a. wenn sie eindringlich von Wotans Verfall berichtet, der verzweifelt die Splitter seines Speeres in Händen hält und die Weltesche fällen ließ. Sie hinterließ auch mit dieser kleineren Rolle einen nachhaltigen, lange in Erinnerung bleibenden Eindruck.

Als Gutrune bewegt sich Edith Haller zunächst mit selbstverständlicher Eleganz wie eine attraktive „Party-Löwin“, singt sehr gut und spielt ihre Rolle auch weiter, wenn sie nicht im Zentrum des Geschehens steht, immer auf ihre Partner und die Handlung orientiert. Sie ist auch in dieser Rolle keine Heroine, sondern eine Frau mit natürlichen, ihre Handlung bestimmenden Empfindungen und einem in der Gegenwart für eine Frau typischen, nicht aufgesetzten Verhalten, wenn sie zur betrogenen Ehegattin Siegfrieds wird, und agiert mit natürlicher Vernunft und Haltung. Ihre gute, unmerklich wirkende Gesangstechnik erscheint nie vordergründig, sondern als Grundlage ihres natürlich fließenden Gesanges.

Ihr „Bruder“ Gunther wird durch den gut singenden Iain Paterson mit ansprechender Stimme und immer guter Haltung dargestellt. Albert Dohmen, an der Semperoper in der Saison 2014/15 als Graf Waldner in der Neuinszenierung von „Arabella“ und als Kuno in der Neuproduktion „Der Freischütz“, ist hier jetzt Alberich.

Als echt fieser, primitiver, schnell gewalttätiger „Drahtzieher“ mit profunder Stimme gestaltete Falk Struckmann die Rolle des Hagen als zunächst „normal“ und relativ sachlich erscheinenden, primitiven Mann, der gegenüber Gutrune und Gunther abfällt, poltrig und laut, und seine zügellose Gier nach dem Gold nicht verbergen kann. Dem jedes Mittel, auch Siegfrieds Tod, dafür recht ist. Er konnte seine Stimme bis ins Dämonische steigern und lieferte mit (bewusst) täppisch tänzelnden Bewegungen vor seinen Mannen, mit denen er seiner Vorfreude auf die „arrangierte“ Hochzeitsfeier von Siegfried und Gutrune und damit das Gold, mit seiner Charakterisierung primitiver Verhaltensweisen Ausdruck verlieh, und erst recht, wenn er glossiert, dass Fricka eine gute Ehe stiften möge – ein köstliches Kabinettstück seines komödiantischen Könnens innerhalb der breiten Skala seiner Ausdrucksmöglichkeiten.

Der Chor erfüllte seine Aufgaben sowohl als reiner Männerchor als auch als gemischter Chor in der Einstudierung von Jörn Hinnerk Andresen sehr zuverlässig, klangschön und gut differenziert.

Auch bei allgemein guter Textverständlichkeit waren die deutschen Übertitel und erst recht die gut übersetzten und allgemein verständlichen englischen für viele Besucher, die des „Wagner“-Deutschen nicht mächtig sind, sehr hilfreich.

Alle Partien waren gut und dem jeweiligen Typ der Rolle entsprechend besetzt. Thielemann und die Sächsische Staatskapelle bildeten das ideale, in seiner Klangwirkung einmalige Fundament. Es war eine grandiose, in sich geschlossene, stimmige Aufführung, zu der nicht zuletzt auch zwei Komparsen mit ihren glaubwürdigen Darstellungen des greisen Wotan (Stefan Daum ) und am Ende die Erdkugel hereinrollende Erda (Sylvia Köhler), beitrugen.

Ingrid Gerk | 29.10.2017

Seenandheard-International.com

Thielemann and a Stellar Cast Triumph in Götterdämmerung

The Ring of the Nibelung that Christian Thielemann began two years ago has now reached its culmination. The full Tetralogy will be performed in January and February in one of the hottest events around, as far as ticket sales go. This Twilight of the Gods has been as exceptional as one might expect, especially from the musical point of view: the vocal cast was excellent, as was the conducting.

As are the earlier operas in the Tetralogy, this Willy Decker staging of Götterdämmerung is a co-production with Teatro Real, where it was performed between May 2002 and March 2004. One’s first impression is that it is the best production of the three, although Mr. Decker, faithful to his original idea, cannot resist including in the first and last scenes the theatre seats that seem to obsess him. The scene of the Norns is nicely done, as are the scenes on Brünnhilde’s rock, and the palace of the Gibichungs is attractive.

There seem to be some new twists since Madrid, or at least I did not remember them. In particular, Wotan appears at Siegfried’s death with his broken spear. It is a truly moving moment, one that is repeated during Brünnhilde’s Immolation.

Undoubtedly, the focus of attention was Christian Thielemann on the podium. Although no one questions the musical affinity of Thielemann with this great Wagnerian work, he has not conducted it frequently in recent years – the last time may have been six years ago in Vienna. But it comes as no surprise that his conducting was absolutely brilliant, as so seldom occurs, and it totally met the high expectations of the audience. I found his reading was irreproachable and exciting in Acts I and III, but less so in the second act. In any case, it was spectacular overall. Among the outstanding moments were Siegfried’s funeral, the scene of Waltraute and Brünnhilde, and the Immolation with the final theme of Redemption. The Staatskapelle Dresden proved again that it is one of the best orchestras in the world, and the chorus was also superb.

Brünnhilde was interpreted by none other than Nina Stemme, possibly the best in this role today. Unfortunately, she will not repeat as the daughter of Wotan when Dresden offers the complete Tetralogy in a few months: she will be appearing in Munich as Brünnhilde under the baton of Kirill Petrenko. Her first scene with Siegfried was a bit disappointing (she seemed to be saving her voice), but from the scene with Waltraute on one could completely enjoy her performance. She was truly outstanding in the Immolation Scene.

Siegfried was sung by Andreas Schager; he also performed the role under Daniel Barenboim last year in Berlin. He has a powerful voice, easy at the top, and he solved all the difficulties of the character. Among them is the final narration about the Woodbird, where so many tenors have enormous problems, but that was not the case here. The good news is that in January he will be back in Dresden for the complete Ring.

Falk Struckmann as Hagen was less convincing. In the same way that a tenor does not automatically become a baritone when he loses his top notes, a baritone does not become a bass due to the same loss. Struckmann is not the true bass this role requires; one misses the darker notes.

Baritone Iain Paterson again showed his attractive voice in the part of Gunther, with the usual drawback that his projection is not strong. Edith Haller as Gutrune offered a solid performance, both singing and acting. Her biggest problem lies in high notes, but they are not an issue in this role.

Christa Mayer was an excellent Waltraute. She and Nina Stemme were outstanding in the scene of the meeting of the two sisters. The Norns and the Rhine Daughters were also impressive.

The Semperoper was sold out, and the audience showed their enthusiasm at the final bows, particularly to Christian Thielemann, the Staatskapelle, Nina Stemme and Andreas Schager.

José M. Irurzun | Semperoper, Dresden, 1.11.2017

bachtrack.com

A stunning Götterdämmerung in Dresden

Willy Decker’s 2003 production of Götterdämmerung, with his hallmark of minimal and static staging with a large picture frame saved the best until last. Siegfried was just murdered by Hagen in Act 3. As the Funeral March was beginning, the stage was cleared of Hagen and his men, leaving Siegfried in his death struggle. On the darkened platform in the back, a figure clad in black remained alone with his back towards the audience. As he slowly turned around, we recognized the familiar black eye-patch and the broken spear he carried: it was Wotan, back to witness the end of his reign. Wotan motioned towards his dying grandson in a futile attempt to save him. As Siegfried collapsed in death, a black screen came down for the audience to savour the majestic music, the hero’s tragic death made more intimate by Wotan’s presence.

Wotan also reappeared in Brünnhilde’s Immolation Scene. As she sang on the black stage platform with Hagen and Gutrune to the side of the foreground, Wotan came to stand behind Brünnhilde to hear her message that she would complete his plan, and that he could now “rest”. With that, Wotan left the stage, leaving Brünnhilde to save the world from the curse of the Ring, returning it to the Rhinemaidens, before joining a group of gods sitting on the theatre chairs in the back. As the music played the Fall of Valhalla, Brünnhilde and the gods disappeared below stage, and Hagen was stabbed to death with his spear by an avenging Gutrune, who then laid down to die. The final image was that of a lone Rhinemaiden with a small white globe, the world restored to its primordial state.

The silence in the theatre after the music slowly became one with darkness was long and emotional, as if the audience were shedding silent tears, stunned by one of the most moving endings of The Ring ever experienced. The ovation that followed was thunderous, with most of the audience standing by the time Christian Thielemann, who demonstrated a breathtaking and tireless reading of Wagner’s score, appeared after a stellar cast of singers. It was one of those rare evenings when an excellent musical performance was enhanced by a brilliant coup de théâtre.

Decker’s streamlined staging, with black, grey and white hues, with effective lighting and minimal props other than the ubiquitous chairs carried by the chorus, was a double-edged sword. It helped the audience to concentrate on the music without lots of distracting stage business. Even the hall of the Gibichungs was far from ornate, with two leather chairs and a portable bar. A great deal was required of the singers to inhabit the characters they portray, both in singing and acting. Nina Stemme as a commanding Brunnhilde and Andreas Schager as an exuberant Siegfried both brought vocal power and subtly to their demanding roles. Schager was touching in his recollections in his death scene, and Brünnhilde’s Immolation showcased Stemme’s versatility as she brought a variety of vocal colours to complete the saga.

Falk Struckmann’s Hagen boasted of powerful singing mixed with dark humour. Iain Paterson played Gunther as a spoiled bully, while Gutrune was sung with elegance and lyricism by Edith Haller. Christa Mayer’s Waltraute and Albert Dohmen’s Alberich, fine singers both, suffered from lack of detailed directing and personal charisma as their brief but crucial scenes did not make much impression. The Norns and Rheinmaidens, bald-headed and dressed in unflattering grey, made strong contributions.

The evening, aside from Stemme and Schager, belonged to Thielemann and the Staatskapelle Dresden. Thielemann set a brisk but unhurried tempo, and succeeded in bringing out musical themes and phrases that highlighted the text in a clear and memorable fashion. He succeeded in disentangling the dense orchestration into delightful stacking of strings, woodwind and brass, as each and every instrument came alive under his direction. While there were a few imperfect notes from the horns throughout the evening, they were minor issues in the overall excellence of the musical performance. There was no wasted pause or hesitation; everything flowed in a natural and entrancing inevitability, and the evening was over before we hardly noticed the passage of time. While the orchestra at times threatened to overwhelm the singers, Thielemann waited to unleash the volume and power of the orchestra until he and the musicians were alone with the closed curtain during the musical interludes. The wall of sound, astounding and overwhelming, was what made the evening special, combined with the memory of splendid singing and moving theatre.

Ako Imamura | 02 November 2017

forumopera.com

Tout est bien qui finit… bien

Initiée en février 2016, la collaboration entre le Semperoper de Dresde et Nina Stemme arrive à son terme. Après la Walkyrie et Siegfried, la soprano suédoise vient couronner la fin du festival scénique de Richard Wagner. Un festival qui sera repris dès janvier 2018 dans son intégralité, mais avec un cast renouvelé et bien moins magnétisant sur le papier que les forces en présence ce dimanche.

Car Nina Stemme, engagée seulement cet automne, électrise cette journée encore davantage que les deux précédentes. Le rôle est ainsi voulu par Wagner : il demande de porter et la rage et l’amour en étendard avec la plainte et le désespoir au fond de la gorge. Une synthèse, pour reprendre le mot de Christophe Rizoud à Stockholm, où la suédoise n’a pas de véritables concurrentes à l’heure actuelle. Certes, d’autres savent venir à bout de ce marathon scénique et disposent d’un aigu tout aussi triomphant. Aucune encore ne sait fondre comme Nina Stemme les couleurs d’un timbre (toujours beau, égal sur toute la tessiture) dans les écarts meurtriers du deuxième acte et de la scène finale : ceux qui d’un « jammer » étouffé viennent ensuite déchirer les cintres d’un « rache » meurtrier ; ceux qui rappellent toujours la jeune déesse adolescente, fidèle à l’amour, quand la femme adulte découvre la trahison et sa brûlure amère. Entre le métal mordant comme la glace dans lequel elle puise à foison et ce feu vital, Nina Stemme fait toujours pencher son interprétation vers le second et conduit l’œuvre vers sa conclusion naturelle : la rédemption par l’amour.

Comme pour les deux journées précédentes, le Semperoper a réuni une distribution de wagnériens chevronnés. On y retrouve avec plaisir l’Alberich D’Albert Dohmen, ce soir un peu effacé, surtout devant un Falk Struckmann survitaminé. Ses appels au II sont telluriques comme il faut. Son demi-frère trouve en Iain Paterson un interprète méticuleux qui croque aussi bien la vanité de Gunther que son sens de l’honneur. Aussi le trio conclusif de l’acte deux est-il un des climax de la soirée. Siegfried est confié à Andreas Schager, que la plupart des grandes scènes s’arrachent. Paris s’apprête à découvrir son Parsifal. Certes le ténor s’empare de ce Siegfried aisément et fait montre de ressources peu entendues ces dernières années. Mais il faudrait qu’il puisse mieux canaliser son émission car dès que l’écriture le chahute, des notes claironnantes et souvent prises par en dessous viennent enlaidir une ligne qui ne brille déjà pas par la beauté du timbre. La voix épaisse et l’aigu sûr d’Edith Haller lui permettent de donner un vrai relief au personnage faussement important de Gutrune. Christa Mayer, sans démériter, ne fait pas ressentir toute l’urgence du retour de Waltraute. Les chœurs du Semperoper sont superlatifs, précis et puissants.

Il en est de même avec une Staatskapelle de Dresde opulente, aux cuivres chauds (hormis des canards à la chaîne dans l’ouverture du III). A sa tête, Christian Thielemann réalise un travail d’orfèvre où chaque leitmotiv est ciselé avec grâce. Les plans orchestraux voient se superposer toutes ses cellules musicales avec évidence. Le voyage sur le Rhin est un vrai moment joyeux et poétique ; la marche funèbre solennelle et puissante. Pourtant, le chef ne propose pas d’autre discours que celui de la magnificence sonore et du suivi scrupuleux de la structure de l’œuvre.

Willy Decker a le mérite de tenir jusqu’au bout le fil rouge du Ring comme un théâtre du monde. On retrouve donc les fauteuils de velours rouge orientés vers le public, mise en abyme aussi facile que gratuite. Wotan, que l’on croyait pourtant morfondu sur son trône, vagabonde encore sur le plateau. Il assiste impuissant à la mort de Siegfried et finit par inviter Brunnhilde à ses côtés. Des idées en vrac – les Gibischung pâle copie des amants incestueux de la Walkyrie ; Gutrune qui tue Hagen, son violeur du premier acte – ne constituent pas un tout cohérent. Erda, enfin, pousse le globe blanc et pur du monde nouveau, élégante conclusion.

Yannick Boussaert | dim 29 Octobre 2017

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Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 589 MByte (MP3)
Remarks
In-house recording
A production by Willy Decker