Siegfried

Claus-Peter Flor
Orchestre Philharmonique de Strasbourg
Date/Location
2 February 2009
Opéra National du Rhin Strasbourg
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegfriedLance Ryan
MimeColin Judson
WotanJason Howard
AlberichOleg Bryjak
FafnerJyrki Korhonen
ErdaAlexandra Kloose
BrünnhildeJeanne-Michèle Charbonnet
WaldvogelMalia Bendi Merad
Gallery
Reviews
Financial Times

Siegfried is the scherzo in the Ring Cycle so perhaps it’s appropriate that David McVicar’s staging turns to slapstick comedy. Gender-confused Mime wears his hair in bowed bunches, skipping around like a demented schoolgirl and kneading dough in time to Siegfried’s forging of Notung. To silence his prattling, Siegfried pushes a cream pie in his face.

Acted with panache by Colin Judson, who doesn’t quite have the whining penetration the role ideally requires, Mime is the one truly original feature in a largely traditional production. McVicar can pull off this very British humour with style and he also clinches any dramatic action with flair but this is not a cycle that digs very deep under the surface. At least the giant Fafner, a huge tarantula with an African mask head, provides some stylistic unity with the ethnic overlay seen in previous episodes but it is still unclear what all this is driving at. Call it stylistic wallpaper.

As with last season’s Walküre, conducted by Marko Letonja, the real added value in this Siegfried is in the pit. Claus Peter Flor is firmly in control, driving the Strasbourg Philharmonic along with the assured momentum of a conductor who knows exactly where he is going and cocooning the score’s chamber music with ravishing effects.

The casting for the cycle has been variable from the start and Siegfried is no exception. Power-house baritone Oleg Bryjak (Alberich) hails from Kazakhstan and his German accent does too. Jyrki Korhonen’s pipsqueak Fafner suggests an off night. Jason Ward’s Wotan has some very stylish moments but lacks the vocal brawn for the role. Malia Bendi Merad sings the Woodbird with precision and charm.

Lance Ryan has the physique for Siegfried, the impetuous character and, in the first act, the heldentenor heft too. That is already a major achievement. By the third act, he was tiring like so many and sliding off pitch. Rossini thought Wagner had good moments but “de mauvais quarts d’heure”. In this performance, the concluding third-act duo between Siegfried and Jeanne-Michèle Charbonnet’s squally Brünnhilde was decidedly one of the latter.

Francis Carlin | February 3, 2009

Badische Zeitung

Siegfried in Straßburg und Mülhausen

Der dritte Teil von Richard Wagners “Ring” an der elsässischen Rheinoper. David McVicar inszeniert, Claus Peter Flor dirigiert – und im Mittelpunkt steht die theatralische Illusion.

Siegfrieds Weg vom Wald, in dem er gerade erst den Drachen erstochen hat, bis zum Fels, auf dem das “herrlichste Weib” Brünnhilde liegt, dauert gut zwölf Jahre. So lange jedenfalls brauchte es, bis sein Komponist und Textdichter Richard Wagner die Arbeit an der Partitur nach dem vollendeten zweiten Akt wieder aufnahm. Mit dem Ergebnis, dass die Musik im dritten Aufzug der dritten “Ring”-Oper eine ganz andere geworden ist. Das grimmige Scherzo, das oftmals fratzenhaft Verzerrte der Märchenhandlung ist einem anderen, viel metaphysischerem Stil gewichen, in dem sich der Mythos, das Weltendrama seinen Weg in Richtung Katastrophe bahnt.

Möglicherweise hat sich David McVicar in seiner Umsetzung der Tetralogie an der Straßburger Opéra national du Rhin von dieser Überlegung maßgeblich leiten lassen. Nach zwei Akten – sagen wir ironisch – Kasperletheater vollzieht sich auf der Bühne der Rheinoper ein gewaltiger ästhetischer Bruch: Ende der Kinderstunde à la “Hänsel und Gretel”, Rückkehr in eine archaische Szenerie mit Bildern von zeitloser, klassischer Schönheit. Im ersten Aufzug dieses “Siegfried” hat Ausstatterin Rae Smith noch eine Schmiede auf die Bühne gestellt, wie sie jeder naturalistischen “Ring”-Inszenierung der 1930er Jahre schmeichelte; im zweiten ist es ein surrealistischer, böser Wald, dessen Verästelungen mehr an Dornen und Spinnenbeine erinnern als an den Topos “deutscher Wald”.

Im Mittelpunkt steht die theatralische Illusion

Und tatsächlich geben McVicar und Smith dem Affen Zucker, sprich dem Publikum einen Drachen, der gleich einer Riesenspinne für wohlige Phobien sorgt – eine durchaus gelungene, packende Umsetzung dieses schwierigen Märchenszenarios. In Akt drei merkt man dann die Klammer zu den vorausgegangenen beiden “Ring”-Abenden. Die überdimensionale, zerbrochene Maske – McVicars Metapher für den Walküren-Felsen – ist wieder da und ebenso ein charismatisch lodernder Feuerkreis, der den Zuschauer mit filmischen Mitteln einfängt.

Womit sich festhalten lässt: McVicar und Smith bewahren die szenische und ästhetische Einheit ihres “Rings”, auch wenn dieser dritte Abend die Zweifel an der Tiefe der Aussagekraft dieser Produktion wachsen lässt. In deren Mittelpunkt steht die theatralische Illusion – ein Ansatz, den man rechts des Rheins schon fast vergessen hat. Doch betrachtet man diesen “Ring” einmal jenseits seiner suggestiven ästhetischen Wirkung, bleibt nicht allzu viel übrig. Richard Wagners in Umfang und Aussagekraft wohl einmaliges großes Welttheater wird zusammengeschrumpft auf ein höchst professionell gemachtes Fantasy-Spektakel mit Akteuren, die inmitten der großen Ausstattung nicht selten ein bisschen wie Statisten wirken. Oder wie Chargen und Kasper, wie im Falle des Schmieds Mime (da nimmt man’s gerne hin) und seines oberfiesen Bruders Alberich (da wird das Rumgehopse zu flach).

Die beiden sind gleichwohl – unter anderem – Garanten für die erfreulich hohe musikalische Qualität dieser “Siegfried”-Produktion. So verleiht Colin Judson dem Mime einen markanten Charaktertenor mit den Schärfen, Kanten und Ecken, die man so liebt an dieser Antihelden-Figur. Und Oleg Bryjak singt den Alberich mit einem Bass von schier hinreißender Plastizität und großer Prägnanz in der Artikulation.

Die Sprache, ja die Sprache – sie ist trotz des internationalen Ensembles dieses Mal von erfreulicher Qualität. Einzig Lance Ryan (Siegfried) sollte an seinem Akzent noch feilen. Dennoch ist seine Gestaltung dieser Kraft raubenden Partie außergewöhnlich. Selten erlebt man einen Heldentenor, der sich in jeder Phase der drei Akte so schonungslos fordert und, wenn’s drauf ankommt, mit voller Kraft präsent ist. Der Preis dafür ist, jedenfalls im Augenblick, noch hoch: Ryan versagt dem Hörer die große Linie, nicht zuletzt, weil sein Gesangsstil viel zu konsonantisch ist. Trotzdem: Bei entsprechender Pflege und Entwicklung der Stimme steckt in Ryan ein Heldentenor der Zukunft. Jeanne-Michèle Charbonnets Brünnhilde wirkt dagegen hörbar alt, mit (zu) großen Tremoli, aber überraschenderweise in der Höhe äußerst zuverlässig. Jason Howard schließt seinen Wotan mit der Wanderer-Partie respektabel ab; sein nie scharf tönender Heldenbariton wäre vielleicht in der so genannten “Wette” im ersten Aufzug noch ausdrucksstärker zur Geltung gekommen, hätte Dirigent Claus Peter Flor da auf einem spannungsreicheren Gestalten der musikalischen Bögen bestanden.

Darüber hinaus ist Flor der ruhende Pol dieses Abends, der das Philharmonische Orchester Straßburg zu manchem Höhenflug führt. Der gesamte zweite Akt und große Teile des dritten sind von herausragender Qualität, die durch instrumentale Einzelleistungen (Solohorn, Holzbläser), aber auch sehr homogene Streichergruppen geprägt ist. Für ein großes mittleres Opernhaus der Größe Straßburgs ist’s ein großer Abend, der einmal mehr die oft kaum noch wahrnehmbare Fallhöhe zu den Zentren der Wagner-Pflege sicht- und hörbar macht.

Alexander Dick | 01. Februar 2009

resmusica.com

Wagner en Cinémascope vu par David McVicar

Après un Rheingold et une Walküre mémorables, l’aventure continue à l’Opéra du Rhin avec Siegfried, deuxième journée (et troisième étape) du Ring des Nibelungen de Richard Wagner dans la mise en scène de David McVicar. Comment allait-il se sortir du piège que constitue ce livret, de notre point de vue le plus difficile à réaliser car relativement pauvre et linéaire d’action – tout est déjà programmé dès le début – mais très imagé, et avec quelle précision, dans ses indications scéniques ? Parviendrait-il encore à nous surprendre et à nous émerveiller?

La question restait posée à l’issue d’un premier acte très illustratif, qui recrée la forge de Mime avec une minutie clinique et nous montre les étapes de la fabrication de l’épée Nothung avec un réalisme cinématographique mais bloque l’imaginaire. Certes, l’arrivée de Siegfried avec son ours filiforme géant manipulé par des figurants, le comique et la vivacité du personnage de Mime, la forêt mystérieuse et menaçante entrevue par une percée du décor, «Wildes Wald» plus vraie que nature, quelques gestes profondément sentis telle l’attitude fœtale que reprend instinctivement Siegfried à l’évocation de sa mère, tout cela démontre que les capacités d’invention et de pur théâtre de McVicar et de son équipe ne sont pas éteintes. Mais, comme quasiment tous avant lui, il ne parvient pas à faire vivre scéniquement le long épisode suspensif de la scène des énigmes entre Mime et Wotan, récapitulatif des précédents épisodes et mémento des leitmotive. Un Wotan/Wanderer tout droit sorti du Seigneur des Anneaux avec sa lance, son long manteau et sa capuche monacale.

Le second acte nous fait pénétrer de plein pied dans cette forêt entraperçue, mêlée inextricable de troncs tordus et épineux, et tout change. La direction d’acteurs retrouve sa précision sidérante, la scénographie son imagination et sa capacité à créer des images mémorables et inattendues, sans oublier la magie renouvelée des éclairages de Paule Constable. Extraordinaire combat – et superbement réglé – entre Siegfried et le dragon Fafner sous la forme d’une araignée géante, tout droit sortie d’un film de science-fiction, faite de six bras métalliques articulés manipulés par des figurants et d’un masque africain. Poétique et toute simple réalisation scénique de l’oiseau de la forêt, la chanteuse se déplaçant dans l’espace sur une balançoire suspendue aux cintres tout en manipulant une marionnette du volatile. Après une scène d’Erda riche elle aussi en images fortes (l’arrivée d’Erda lovée dans un cylindre roulé par les figurants, la richesse du jeu autour de la lance de Wotan, soutien pour elle mais arme pour lui), le troisième acte nous ramène en terrain connu depuis la Walkyrie. On y retrouve le feu rougeoyant, le rocher en forme de masque éclaté et même Grane, le cheval de Brünnhilde, endormi avec ses échasses à ressort et sa tête tubulaire stylisée. C’est dans ce décor dépouillé et immuable que Siegfried et Brünnhilde s’éveillent à l’amour, dans une longue scène qui doit toute sa tenue à la seule direction d’acteurs d’une parfaite maîtrise, qui les transforme en deux adolescents crédibles, excités et émerveillés, découvrant les sentiments et la sexualité.

La distribution offre l’opportunité de découvrir le Siegfried de Lance Ryan, très apprécié outre-Rhin. Doté d’un physique crédible, ce vrai ténor héroïque possède en effet une voix d’une vaillance apparemment inépuisable, aux aigus claironnants et à la puissance remarquable mais dont la flexibilité lui autorise cependant des nuances et des demi-teintes. Il sait de plus faire évoluer son personnage au cours de la représentation, n’en faisant pas seulement le Candide un peu demeuré habituel. Un excellent Siegfried. Face à lui, le Mime de Colin Judson est carrément génial (et justement fêté par le public) ; comédien accompli, sautant, courant, glissant, se dépensant sans compter, drôle avec son tablier de cuisine et ses couettes, il n’oublie pas de chanter le rôle de sa voix idéalement piaillante, geignarde ou cauteleuse. Jason Howard peine plus dans le Wanderer de Siegfried que dans le Wotan de la Walkyrie ; le timbre est toujours superbe mais l’aigu nettement plus tendu et est apparu un vibrato jusqu’ici inconnu. L’Alberich-Gollum de Oleg Bryjak, timbre noir et menaçant, le Fafner de Jyrki Korhonen aux basses profondes (même avec amplification, comme souvent dans cette scène), la vraie voix de contralto de Alexandra Kloose en Erda, pleine de mystère et puissamment évocatrice, tous sont irréprochables. Même pour un rôle d’oiseau, le timbre et l’émission vocale de Malia Bendi Merad peuvent paraître excessivement pépiants. Reste le cas de Jeanne Michèle Charbonnet pour laquelle on peut penser que le rôle de Brünnhilde dans Siegfried – sans parler de celui de Götterdämmerung à venir – dépasse ses moyens actuels et la contraint à dangereusement forcer sa voix. Bien sûr, son timbre rond, charnu, est beaucoup plus satisfaisant que certaines hurleuses métalliques entendues ici ou là. Bien sûr, la puissance est plus que confortable. Mais le contrôle du vibrato devient vraiment aléatoire ; ce soir, son entrée «Heil dir, Sonne ! Heil dir, Licht !» n’était que hululement même si, la voix se chauffant, les choses se sont ensuite améliorées. Les si aigus, les la même, sont difficiles, alors que curieusement les contre-ut sortent parfaitement mais d’une voix différente. L’allégement d’»Ewig war ich, ewig bin ich» la contraint à détimbrer. Bref, une prise de rôle très imparfaite pour ne pas dire une contre-performance.

En revanche, du côté de la fosse, que de satisfactions ! L’orchestre philharmonique de Strasbourg montre tout ce dont il est capable, meilleur encore que dans la Walkyrie : un quatuor de cordes presque chambriste, des bois inspirés, des cuivres enfin justes, y compris dans les pianissimi, avec l’impeccable solo de Jérôme Hanar dans son difficile dialogue avec l’oiseau au second acte. Il faut dire qu’à la direction, Claus Peter Flor s’y entend pour assurer l’assise rythmique et créer une atmosphère : mystère des introductions des deux premiers actes, frémissement des «Murmures de la Forêt», envolée lyrique du dernier acte.

Avec la hauteur d’excellence qu’avaient atteints les deux premiers volets de cette Tétralogie, ce Siegfried pourra paraître légèrement en retrait, moins unaniment parfait. Il n’en constitue pas moins un merveilleux spectacle, un formidable assemblage de musique et de théâtre, d’action et d’images au service de la narration du conte imaginé par Richard Wagner. Nicholas Snowman quittant la direction de l’Opéra du Rhin la saison prochaine, c’est son successeur Marc Clemeur qui reprendra le flambeau pour la dernière journée de ce Ring prévue pour la saison 2010-2011. Nous formulons nos vœux pour que ce projet aboutisse et que le voyage commencé en 2007 touche au port.

Michel Thomé | 3 février 2009

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Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 547 MByte (MP3)
There are some distortions before the end of act 1 otherwise the sound is fine.
Remarks
In-house recording
A production by David McVicar (2009)