Siegfried

Jeffrey Tate
Orchester der Wiener Staatsoper
Date/Location
5 June 2014
Staatsoper Wien
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegfriedStephen Gould
MimeHerwig Pecoraro
WotanTomasz Konieczny
AlberichJochen Schmeckenbecher
FafnerAin Anger
ErdaJanina Baechle
BrünnhildeNina Stemme
WaldvogelÍride Martínez
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Reviews
onlinemerker.com

Es ist schon faszinierend, wenn die Hauptakteure einer Premiere auch sechs Jahre später nochmals zu denselben Begeisterungsstürmen Anlass geben. Ja, wenn sie vielleicht noch besser geworden sind und so einen Opernabend ganz weit über eine durchschnittliche Repertoirevorstellung hinausheben können. Und genau das geschah bei Richard Wagners Siegfried am zweiten Tag seines Bühnenfestspieles in der Wiener Staatsoper. Stephen Gould, der erneut den Titelhelden verkörperte, meinte einmal in einem Künstlergespräch bei den Staatsopernfreunden, dass er wohl nicht ewig diese Partie singen wird und er hoffe, den richtigen Zeitpunkt des Aufhörens zu erkennen. Derzeit ist er aber noch weit davon entfernt! Auch wenn der erste Akt mit der berühmten Schmiedeszene noch nicht ganz so perfekt aus seiner Gurgel kam (stimmliches Haushalten ist gerade bei dieser „Mörderpartie“ gefragt!), aber dann blühte seine Stimme immer mehr auf und spätestens im Schlussduett durften die Opernfans jubeln. Sein Timbre ist natürlich nun etwas dunkler geworden, aber die Strahlkraft und das Durchsetzungsvermögen in der Höhe zählen weiterhin zu seinen unnachahmlichen Qualitäten. Dazu kommt noch eine durchaus akzeptable Rollengestaltung, die im Finale an Intensität nochmals zunahm.

Hauptverantwortlich dafür ist natürlich seine Brünnhilde, die erfreulicherweise wirklich von Nina Stemme gesungen wurde, die ja für die Walküre noch absagen musste und über deren Auftritt bis zuletzt gerätselt wurde. Das Publikum fieberte der Schwedin förmlich entgegen, wurde dann auch durch den einen oder anderen scharfen Ton in Extremlage nicht enttäuscht und durfte am Ende – völlig zu Recht – seinem Liebling enthusiastisch zujubeln.

Auch die Besetzungen von Mime und Fafner waren deckungsgleich mit der Premiere des Jahres 2008: Herwig Percoraro feilte in der Zwischenzeit weiter an der herrlichen Charakterstudie des Schmiedes Mime und prägte so den ersten Akt. Auch Ain Angers Fafner konnte stärkere Akzente setzen und dröhnte sowohl mit geforderter Teilnahmslosigkeit als auch mit furchtgebietender Eindringlichkeit. Interessant gestaltete Jochen Schmeckenbecher den Alberich, mit wohltönenden Klängen und dramaturgisch interessantem Spiel. Da kam einem beim Vergleich mit dem eher grobschlächtigen Bassbariton Tomasz Koniecznys als Wanderer schon einmal der Gedanke, dass man diese beiden Besetzungen vielleicht einmal tauschen könnte. Im Pausengespräch hörte ich Stimmen, welche diese Auffassung ebenfalls teilten. Denn Koniecznys rauere Stimme passt nicht immer perfekt zur Rolle des Wotans/Wanderers. Aber dennoch Chapeau wie er mit vollem Einsatz bis zum Schluss Vollgas gab und auch mit seiner Höhe punktete.

Für die beiden Damen Janina Baechle (Erda) und Íride Martínez (Stimme des Waldvogels) gab es diesmal hingegen nur Höflichkeitsapplaus. Baechle wirkte seltsam gehemmt und brachte ihren satten Alt leider gar nicht so richtig zur Geltung, Martínez muss man zugute halten, dass offenbar die technischen und akustischen Rahmenbedingungen nicht optimal eingestellt waren, ihre Rufe aus dem Wald klangen eigenartig (elektronisch?) verzerrt, was in Kombination mit ihrer eher dramatischen Stimme kein Waldvöglein imaginierten.

Ein großes Pauschallob verdiente das Orchester der Wiener Staatsoper. Jeffrey Tate musizierte im „Scherzo“ des Ringes über lange Strecken in eher kammermusikalischem Ton, um dann allerdings die großen Momente entsprechend auszukosten. Und das alles mit wirklich einwandfrei intonierenden Blasinstrumenten – ein Extrabravo! Die Vorfreude auf das Finale der Götterdämmerung ist in dieser Konstellation heute schon sehr groß.

Weniger groß ist weiterhin die Begeisterung über die Bechtolf’sche (Nicht)-Inszenierung. Es bedarf wirklich des Einsatzes jedes einzelnen Sängers zur individuellen Rollengestaltung, Gott sei Dank sind diesmal die richtigen Leute am Werk. Und so gibt es auch im „lustigsten“ der vier Ring-Abende auch genügend Gelegenheit zum Schmunzeln, nicht nur bei Siegfrieds Flöten-Versuchen, sondern auch nach ungewollten Hoppalas, wie etwa beim Vergessen des Wanderers auf seinen Speer, das Konieczny mit einem Schlag mit der flachen Hand auf seine Stirn sehr menschlich kommentierte.

Ernst Kopica | STAATSOPER WIEN 5. Juni 2014

codalario.com

Nina Stemme y Stephen Gould protagonizan “Siegfried” en Viena

Escuchar a una solista del poderío de Nina Stemme derrochando toneladas de sonido, temperamento y autoridad, aunque sea por espacio de poco más de media hora de música, es una de esas experiencias que se marcan en el recuerdo. La función que nos ocupa habría ya merecido la pena aunque hubiera sido tan sólo por el tercer acto con la imperial Brünnhilde de Stemme. Créanme: escuchar a Stemme así de exultante es una de esas experiencias que nadie debiera perderse. Junto a ella, Stephen Gould es hoy sin duda lo más parecido que podemos encontrar a la voz de un auténtico heldentenor. Quizá el timbre no seduzca en demasía y pueda demandarse un lirismo más interiorizado en su fraseo, pero la suficiencia y seguridad con la que acomete partes como Siegfried o Tristan, sin la menor muestra de fatiga, es digna de elogio. La conjunción entre Stemme y Gould deparó un exultante final del tercer acto, de esos que maravillan por revelar como asequible lo que se diría imposible sobre la partitura.

Sobre el resto del reparto más bien convendría correr un tupido velo. Tosco y burdo el Wotan de Konieczny, que no ofrece otra cosa más que decibelios. Ya nos habíamos referido anteriormente a él en estas páginas y volvió a confirmar nuestras peores impresiones. No asoma el personaje por ninguna parte; únicamente una voz tonante, hecha de guturalidades y con un falso ímpetu. Ni un ápice de verdad en su importante intervención del tercer acto, resignado tras encontrarse con Erda y asumiendo el ocaso de los dioses como un destino ya querido y no impuesto. Ovacionado en demasía, sin ninguna duda. Cuesta entender que un teatro de la altura de la Staatsoper de Viena encomiende un rol de tal importancia como el de Wotan a un solista tan tosco. Insuficiente en su conjunto el Mime de Herwig Pecoraro y vociferante el Alberich de Schmeckenbecher. Muy decepcionante la Erda de Baechle, destimbrada y con la voz rota.

En el foso tenía atractivo a priori la presencia de Jeffrey Tate. Su labor nos dejó un sabor agridulce. Fue la suya una dirección sin demasiada personalidad pero llevada en todo momento con buen pulso, con oficio. Se echó de menos un punto más de imaginación y vigor, sobre todo durante el primer acto, por más que bordara con una exposición bien medida las introducciones orquestales a cada uno de los tres actos de Siegfried. De la propuesta de Bechtolf para el Anillo de Viena ya habíamos hablado también por aquí, y no cabe sino repetir lo dicho: decepción a raudales. ¿Cómo puede ofrecer la Staatsoper de Viena una producción del Anillo de tan poco interés? Urge una nueva propuesta para servir como es debido a esta partitura en ese escenario.

Alejandro Martínez | 16 de junio de 2014

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Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 541 MByte (MP3)
Remarks
In-house recording
A production by Sven-Eric Bechtolf (2008)
This recording is part of a complete Ring.