Tristan und Isolde

Myung-whun Chung
Coro e Orchestra del Teatro La Fenice di Venezia
Date/Location
18 November 2012
Teatro La Fenice Venezia
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
TristanIan Storey
IsoldeBrigitte Pinter
BrangäneTuija Knihtila
KurwenalRichard Paul Fink
König MarkeAttila Jun
MelotMarcello Nardis
Ein junger SeemannGian Luca Pasolini
Ein HirtMirko Guadagnini
SteuermannArmando Gabba
Gallery
Financial Times

With next year marking the 200th anniversary of the birth of Wagner and Verdi, La Fenice diplomatically opted to open its current season with an opera by each composer. Tristan und Isolde and Otello are both challenging masterpieces and staging two operas of this magnitude within days of each other is in itself no mean feat. Whether or not you believe that Wagner changed the course of modern music with his “Tristan” chord, the opera does contain some of the most rhapsodic and sensuous music ever written. Therefore Scottish director Paul Curran and set and costume designer Robert Innes Hopkins wisely chose a simple but striking backdrop, subtly lit by designer David Jaques, that intensified the claustrophobic nature of the Wagnerian landscape these characters inhabit.

More important, this refreshingly uncluttered approach placed the music at the heart of the production, allowing the orchestra, under conductor Myung-Whun Chung, to explore the full spectrum of Wagner’s ravishing score. The intimate acoustics of the theatre were also a gift to the fabulous line-up of singers. Ian Storey (Tristan) and Brigitte Pinter (Isolde) were convincing as the ill-fated lovers, their big, powerful voices soaring over the pit. Curran’s decision to play up their antagonism towards each other when the opera opens, made the moment they fall for each other at the end of Act 1 even more dramatic.

Surprisingly, some of the strongest emotional moments in the opera came from Tuija Knihtilä as Isolde’s maid Brangane, and Richard Paul Fink as Tristan’s servant Kurwenal. Not only did they give stunning performances, both vocally and dramatically, but they also demonstrated a more realistic and deeper felt love than the all-consuming and, ultimately, destructive passion between Tristan and Isolde.

Susan Nickalls | November 21, 2012

Wiener Zeitung

Gerüchten zufolge soll der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano mit dem Gedanken spielen, die traditionelle Inaugurazione der Scala zu boykottieren, weil dort Wagner statt Verdi auf dem Programm steht. Auf solche diplomatischen Verwicklungen ließ sich das venezianische Teatro La Fenice gar nicht erst ein – und eröffnete seine Saison mit Verdi und Wagner. Beide wurden sie 1813, also vor (fast) 200 Jahren geboren, beide unterhielten enge Beziehungen zur Lagunenstadt: Der Italiener feierte große Erfolge, der Deutsche schrieb hier nicht nur den zweiten Akt seines “Tristan”, sondern starb dann auch im Palazzo Vendramin.

Die zwei Werke waren demselben Orchester und Dirigenten anvertraut, aber unterschiedlichen Regisseuren. Francesco Michelis Verdi-Inszenierung ist sehr bühnenbildlastig und vertraut in erster Linie auf einen sehr hübschen, sich schnell drehenden Würfel mit gelegentlich nordafrikanisch angehauchten Interieurs und etlichen Projektionen. Dafür dürfen dann die Protagonisten altbekannten Rampengesang abliefern. Gregory Kunde erfreut mit einem überzeugenden Mohr von Venedig; der in anderen Rollen sonst so souveräne und akklamierte Lucio Gallo erntete hingegen Buhrufe, da ihm die Vokalität des Jago nicht wirklich zu liegen schien.

Sänger retten die Abende

Paul Curran wiederum kann sich in seiner Wagner-Inszenierung nicht zwischen Abstraktion und Realismus entscheiden. Und so stehen symbolische Schiffskäfige und becketthafte Baumstümpfe ziemlich unvermittelt güldenen Kelchen, Schwertern und blutbesudelten Bauchbinden gegenüber. Die großen Liebenden, Tristan und Isolde, wiederum stehen sich in der “Nacht der Liebe” (die man selten so undionysisch gehört hat) schier endlos die Beine in den Bauch, ohne einander auch nur eines Blickes zu würdigen – nur um dann bei König Markes Auftritt übergangslos auf dem Bühnenboden übereinander herzufallen: nicht unkomisch, falls das beabsichtigt gewesen sein sollte.

Die österreichische Sopranistin Brigitte Pinter bewältigt ihr Rollendebüt als Isolde majestätisch, wenn auch vielleicht etwas zu statuarisch. Großartig ebenfalls Ian Storey als der geborene Loser Tristan und Tuija Knihtilä als wache und lebenslustige Brangäne.

Dirigent Myung-Whun Chung scheint sich bei beiden Komponisten-Jubilaren nicht extrem zuhause zu fühlen, es sei denn im Fortissimo. Sehr viel Kommunikation dürfte zwischen ihm, dem Orchester, den Regisseuren und den Sängern nicht stattgefunden haben. Somit retten letztlich nur die meisten Gesangsartisten den hohen Anspruch dieser Tandem-Abende. Was für so ein ambitioniertes Projekt schade ist.

Robert Quitta | 20.11.2012

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Technical Specifications
128 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 215 MByte (MP3)
Remarks
Broadcast
A production by Paul Curran