Lohengrin

Peter Schneider
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele
Date/Location
24 June – 1 July 1990
Festspielhaus Bayreuth
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
Heinrich der VoglerManfred Schenk
LohengrinPaul Frey
Elsa von BrabantCheryl Studer
Friedrich von TelramudEkkehard Wlaschiha
OrtrudGabriele Schnaut
Der Heerrufer des KönigsEike Wilm Schulte
Vier brabantische EdleClemens Bieber
Peter Maus
Robert Riener
Heinz-Klaus Ecker
Stage directorWerner Herzog
Set designerHenning von Gierke
TV directorBrian Large
Gallery
Reviews
Mostly Opera

Werner Herzog is renowned as one of the leading German film-makers of his generation. After seeing this Lohengrin, you are once again confirmed that the elements of successful film-making apparently differ from those of successful opera-making. Werner Herzog retorts to old-fashioned gimmicks he´d never dream of using in his films and genuinely seems far too respectful of the operatic medium to create something genuinely interesting.

Apparently Herzog was told by Wolfgang Wagner to apply “no trendy antics – the production has to stay for 5 years”. To which Herzog responded with an utterly conservative romantic recreation of the middle ages.

Werner Herzog recreates the primitive 10th century northern-European setting of Lohengrin. The open air of Act 1 with stone circles in the mist is similar to the gatherings of the Icelandic Sagas. Lohengrin arrives through a laser spiral of smoke – as he would in Ancient Northern Europe.

In Act 2 we are by a mighty black lake. Though the castle in ruins by the lake is hardly an intrinsic element of the 10th century..The open-air wedding in Act 3 takes place in a landshape astonishingly similar to that surrounding Erik the Red´s settlement in Greenland.

Nature plays a major part in the production – the mist of Act 1, the mist and snow of Act 3, the darkness in Act 2 – only for Elsa´s wedding do we see the sun. Symbolically, Ortrud and Elsa reach out to each other in the snow-covered end, with Elsa´s ghostly brother in the background.

There is more than a touch of kitsch to this staging, which more than occasionally smells of plastic and of the landshapes of a zoological museum complete with prehistoric animals.

To complete the production, Herzog wanted to encircle the Bayreuth Festival House with stones, something Wolfgang Wagner however vetoed…

On paper this production sounds rather interesting. It isn´t. It is very static, the direction is dull and there is no real interaction among the characters.

Cheryl Studer is clearly the best of the cast as a superb, floating and warm Elsa. She tries, but there is no chemistry between her and the extraordinarily boring Paul Frey. A lyric, unheroic Lohengrin, he is both vocally and dramatically uninteresting. They are opposed by the rather wooden villains of Gabriele Schnaut and Ekkehard Wlaschiha.

It´s hard to say anything really negative about this production. On the other hand, it is equally hard to be enthusiastic. Exciting theater, it is not. But it will offend very few.

And for quite a few, it may be the preferred Lohengrin on DVD – that is for those preferring a traditional Lohengrin, but not being particularly attracted to the dark Vienna Abbado/Domingo production or the rather undead Metropolitan production.

The bottom line (scale of 1-5, 3=average):

Paul Frey: 3
Cheryl Studer: 5
Gabriele Schnaut: 3
Ekkehard Wlaschiha: 3
Manfred Schenk: 4

Peter Schneider: 4
Werner Herzog´s production: 3

Overall impression: 3-4

tamino-klassikforum.de

„Großes Kino“ in Bayreuth! Als man Werner Herzog fragte, ob er den LOHENGRIN in Bayreuth inszenieren würde, soll er erst einmal nach dem Libretto gefragt haben, um sich zu informieren, wovon diese Oper überhaupt handelt. Man merkt Herzogs Inszenierung die Unbefangenheit und Naivität an, mit der er sich seiner Aufgabe entledigte. Hier war kein Meister der Psychologisierung oder der ausgefeilten Personenführung am Werk – und dennoch besitzt dieser LOHENGRIN eine Binnenspannung, die vielen Aufführungen abgeht. Wie kommt das? Nun, Herzog arrangiert durchgehend schöne und beeindruckende Bilder, die durch ihre Statuarik ihre Wirkung entfalten. So hat der Chor – außer im zweiten Aufzug – so gut wie keine Bewegungen auszuführen und bildet meist den dekorativen Hintergrund der Szenerie. Allerdings hat das seine Tücken, da viele Chormitglieder, wenn sie von der Kamera erfasst werden, nicht recht bei der Sache zu sein scheinen und eben nur „in der Gegend rumstehen“. Hier hätte Herzog auf mehr Spannung der Chorsänger achten sollen.

Die Handlung fließt ruhig dahin, gelegentlich von einschneidenden Aktionen vorangetrieben: Das Erscheinen Lohengrins (und sein Scheiden) findet in von (Laser-)Licht durchzuckten Nebelschwaden statt und die Schwerthiebe des Gralsritters wider Telramund sind wahre Blitze, die er gegen seinen Widersacher schleudert.

Beeindruckend finde ich die Idee, dass Herzog hier ganz auf eine klare und simple Symbolik in seinen „lebenden Bildern“ setzt: Vor Lohengrins Auftauchen herrscht Winter in Brabant. Die Schelde ist gefroren und König Heinrich versammelt die Brabanter auf der verschneiten Eisfläche, über die die Gerichtseiche ihre kahlen Zweige malerisch ins (Bühnen-)Bild streckt. Mit der Ankunft des Titelhelden wird das Klima milder. Im zweiten Aufzug sieht man – im Hintergrund einer an Caspar David Friedrich gemahnenden Landschaft, die auf der rechten Bühnenseite mit dekorativen Ruinen versehen ist – links im Hintergrund einen See/Teich, der nicht mehr zugefroren ist. (Unbemerkt wird das Wasser übrigens vor dem Auftritt des Chores, der zum Teil auch an dieser Stelle platziert wird, wieder abgelassen!)

Im dritten Aufzug schließlich sind Schnee und Eis gänzlich verschwunden, so dass das Brautbett von Lohengrin und Elsa unter freiem Himmel auf einer Wiese in einem archaischen Steinkreis stehen kann. Nach Elsas fataler Frage und Lohengrins Abschied kehrt aber der Winter wieder in Brabant ein. Das Schlußbild zeigt erneut die gefrorene Schelde und lässt es gar auf der Bühne schneien. Der Schluß ist übrigens auch der einzige Punkt, an dem sich Herzog von Wagners Handlung löst: Nach der eher enttäuschend umgesetzten Erlösung Gottfrieds, stehen sich Elsa und Ortrud vor ihm gegenüber – aber ob sich die beiden nun verwitweten Frauen versöhnen können oder der Zwist erneut aufflammt bleibt offen, und man fragt sich, was dieses Ende der Handlung bedeuten soll. Allerdings habe ich es nicht als störend oder unpassend empfunden, daß hier ein offenes Ende gezeigt wird. Denn die Frage, ob Gottfried nun wirklich der “Schützer von Brabant” werden kann oder Ortrud nun ohne ihre Marionette Telramund erneut gegen ihn und Elsa vorgehen wird, ist ja nicht uninteressant; zumal Elsa jetzt ohne ihren von Gott gesandten Helfer auskommen müsste. (Allerdings sind das Gedankenspiele, die mit Wagner und seinem LOHENGRIN nicht viel zu tun haben und daher eher willkürlich sind.)

Passend zu den romantisierenden Bühnenbildern passen übrigens die mittelalterlich angehauchten Phantasiekostüme. Elsa trägt z.B. ein langes weißes Kleid und auch Lohengrin ist in ein bodenlanges Gewand gekleidet und trägt ein wie ein Blitz geschwungenes langes Schwert bei sich. Originell ist übrigens der Einfall, dass sich die überlangen Ärmel des Heerrufers zu einer Art Fahne ergänzen, wenn er seine Hände übereinanderlegt, um seine Ankündigungen zu machen. (Allerdings fällt auch auf, dass einige der Akteure für die winterliche Witterung definitiv zu leicht bekleidet sind.)

Musikalisch und gesanglich liegt hier ein Mitschnitt der Festspiele auf einem Niveau vor, von dem man heute nur noch träumen kann. Bei der Besetzung gibt es keinen Ausfall und lediglich Paul Freys Stimme merkt man gegen Ende die Anstrengung bei seiner Gestaltung der anspruchsvollen Titelpartie an. (Der negativen Kritik an Gabriele Schnauts Ortrud, die mitunter geäußert wurde, kann ich mich nicht anschließen.)

Fazit: Wer nach einem stimmigen, märchenhaften und fantasievollen LOHENGRIN sucht, der ist hier genau richtig. Wer jedoch gerne hat, wenn ein Stück „seziert“ wird und auf der Bühne mehr los ist, der sollte nach einer Alternative suchen. Letztlich ist es bei dieser Inszenierung wie bei vielen anderen auch Geschmackssache, ob man diesen Stil mag oder nicht. Mir jedenfalls hat dieser Mitschnitt sehr gut gefallen; nicht zuletzt auch deshalb, weil ich die (frühen) Filme Herzogs ebenfalls sehr schätze.

Forumopera.com

TLe petit Lohengrin illustré

On aime bien, malgré tout, les jolis imagiers. On aime bien, parfois, se reposer des interprétations ; des pensées d’auteurs. On aime bien, finalement, se dire qu’un spectacle d’opéra est – doit être – un plaisir sans que l’on sente l’urgence à se glisser dans un moule intellectuel qui peut hélas surexposer… notre incompréhension ! Bref, on aime bien ces productions dont on n’a pas l’impression de ressortir plus bêtes qu’en entrant.

Il y en a – et il y en aura toujours et moi le premier, en certaines occasions – pour adopter des poses de bon ton devant un néon et un fond noir en disant que l’appareil scénique dévoile l’indévoilé, voire l’indévoilable d’une œuvre. Il y en aura toujours, aussi, pour considérer qu’il n’y a de salut que dans l’épure ; que dans la modernisation. Il y en a qui pleurent le départ de Gérard Mortier de l’Opéra de Paris ; et il y a ceux qui ont depuis longtemps brûlé son effigie en place publique ! Ponnelle versus Chéreau, en somme ; Zeffirelli versus Marthaler. Il faut de tout pour faire un monde, comme dit ma grand-mère quand elle est à court d’arguments !

Il faut de tout et même des Lohengrin où le héros n’a pas troqué son cygne contre une moto quelconque ; où Elsa n’entretient pas des relations saphiques avec Ortrud ; où elle n’est pas, non plus, victime expiatoire d’une tournante débridée sur un bout de trottoir boueux dans le no man’s land de Berlin Est.

On peut penser a contrario que la vision de Herzog est et reste… une vision justement. Ou plutôt qu’elle donne à voir. Qu’elle donne à voir de beaux clairs de lune, de sensibles ambiances bleutées, d’impressionnants morceaux d’architecture. Qu’elle donne à voir quelque chose comme une toile de Friedrich animée – mais n’est-ce pas trahir Friedrich que d’y mettre du mouvement, justement ?

On peut penser que Herzog ne tire pas vraiment Studer d’une léthargie qui en fait une silhouette un peu fantomatique, parfois molle ; qu’il ne donne pas franchement de distinction à Schnaut qui fait vaguement vulgaire, un peu crapule, un peu gouape ; qu’il n’anime pas les foules ; qu’il ne révolutionne rien, pour tout dire !

Le lui a-t-on demandé ? N’était-ce d’ailleurs pas, déjà, une révolution de faire cela en venant, à Bayreuth, après Chéreau et Kupfer ? L’imagier est beau, c’est tout ce que je vois ; clair ; lisible ; un peu plus même ; et comme on parle tout de même d’un dvd c’est un sérieux atout !

Et musicalement cela se tient. Studer irise, darde ; Schnaut ne s’avachit pas – pas encore – et tient bien les défis d’Ortrud avec un Entweihte Götter assassin chanté dos au public ; Frey est bien tenu, lyrique – sans être Konya – et sans vrai génie… mais sans vrai reproches aussi ! Telramund beugle un peu mais c’est la règle du jeu ; le Roi indiffère, il faut le reconnaître, mais son Hérault est des tout meilleurs. Le chœur excelle – c’est une marque de fabrique sur la Colline Verte – et Schneider fait de la belle ouvrage, à grands coups de brosse certes mais de manière convaincante.

La parfaite version d’initiation.

Benoît BERGER

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DG
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720×480, 2.4 Mbit/s, 3.7 GByte, 5.1 ch, 4:3 (MPEG-4)
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