Parsifal

Pablo Heras-Casado
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele
Date/Location
25 August 2026
Festspielhaus Bayreuth
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
AmfortasMichael Volle
TiturelVitalij Kowaljow
GurnemanzGeorg Zeppenfeld
ParsifalAndreas Schager
KlingsorJordan Shanahan
KundryMiina-Liisa Värelä
GralsritterDaniel Jenz
Tijl Faveyts
Gallery
Reviews
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Willkommen bei den Männerfresserinnen

Kein psychedelisches Prilblumenballett mehr, keine Hieronymus-Bosch-Lichttunnel, kein Aureolen-Ringelreihen, auch der kleine Fuchs (der war süß) setzt sich nicht mehr unter die Klappsitze des Bayreuther Festspielhauses. Die Augmented-Reality-Brillen sind weg. Jay Scheibs Inszenierung von Richard Wagners Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ wird bei der letzten Wiederaufnahme ohne energieaufwendige Serverleistungen für AR als rein analoges Regietheater gegeben.

Und plötzlich sehen wir Dinge, von denen wir all die Jahre zuvor abgelenkt worden waren: Gurnemanz und Kundry sind schon im Vorspiel ein Paar. Nicht erst im Schlussbild halten sie Händchen. Scheib hat die männerbündische Exklusivität des Gralsritterkonvents von Anfang an durchbrochen. Auch Lavinia Dames als erster und Natalia Skrycka als zweiter Knappe müssen sich nicht knäbisch vermummen. Sie dürfen auf der Bühne Frauen bleiben.

Die groß auf den Bühnenhintergrund projizierte Wundversorgung bei Amfortas war uns durch AR ebenfalls taktvoll verdeckt worden. Scheib setzt auf den Naturalismus einer Chirurgiereportage, um Amfortas’ Sehnsucht nach Erlösung dringlich zu machen. Und er geht dabei über Wagners Aneignung des christlichen Abendmahlsritus, die der evangelische Theologe Gustav Portig schon 1882 als zutiefst antichristlich entlarvt hatte, noch hinaus.

Amfortas (Michael Volle) öffnet beim Abendmahl im ersten Aufzug seine frisch gereinigte und einbalsamierte Wunde wieder, lässt sein Blut aus dem Unterbauch durch den Gral in eine große Schüssel laufen, auf dass alle, die daraus trinken, das ewige Leben haben. Sein Vater Titurel (Vitalij Kowaljow), zuvor schon ziemlich schrumpelig, steigt nach einem kräftigen Schluck wieder frisch und glatt aus dem Bad.

Auch vor der Einsicht, dass Klingsors Zaubermädchen Männermetzler sind, hatte uns der Nebel digitaler Simulationen gnädig bewahrt. Scheib zeigt sie uns in aller Deutlichkeit als Wiedergängerinnen homerischer Sirenen. So erweist sich die unvergrößerte Realität auf der reinen Bühne als viel grausamer im Vergleich zum Blick durch die AR-Brille. Augmented Reality muss ein Trip in die Betäubung gewesen sein. Jetzt bekommen wir einen klaren Kopf.

Andreas Schager, der den Parsifal seit der Premiere im Jahr 2023 singt und in diesem Jahr auch als Rienzi gefordert ist, zeigt hier besonders im ersten und im dritten Aufzug, wie leise, klangschön und textdeutlich er mit seinem an Kraft nicht armen Tenor singen kann. Es ist der Dirigent Pablo Heras-Casado, der es ihm abfordert. Und er verfügt eben auch über die stimmlichen Mittel. Den gesamten dritten Aufzug baut Schager gesanglich auf aus der Erschöpfung des Heimkehrers, der von allem Erlebten benommen ist und langsam zu neuer Souveränität findet.

Miina-Liisa Värelä singt die Kundry zum ersten Mal in Bayreuth. Ihre Vorgängerinnen in dieser Inszenierung, Elīna Garanča und Ekaterina Gubanova, hatten mit Eleganz und Zurückhaltung gegen das antifeministische Rollenklischee der Kundry als männerverschlingender Hexe angesungen, hatten ihre Müdigkeit im Machtspiel der Männer und den Widerwillen gegen das stete Benutztwerden subtil ausgespielt. Värelä dagegen ist eine Sängerin von Kraft und Drastik. Sie zügelt die vokale Sinnlichkeit, die Wagner im zweiten Aufzug in die Partie gelegt hat, keinesfalls. Insofern ist sie eine Kundry, die eher wieder dem traditionellen Rollenverständnis entspricht. Das Textverständnis freilich könnte deutlicher sein.

Darin bleibt Georg Zeppenfeld als Gurnemanz der unübertroffene Lehrer aller Wagner-Sänger. Er sollte hier Meisterkurse geben. Dass er immer klüger wirkt als das Stück, in dem er singt, ist zuletzt Ende März beim „Parsifal“ an der Dresdner Semperoper bemerkt worden. Und es bestätigt sich hier wieder. Und trotzdem ist Zeppenfeld kein betulicher Didaktiker, sondern eher ein einfühlsamer Skeptiker.

Volle als Amfortas trägt in klangschönem Singen als sublimiertem Stöhnen die Last des Leidens und die ermüdete Geduld auf die Bühne, während der Prachtbass von Vitalij Kowaljow die Lust weckt, ihn in Bayreuth einmal in einer größeren Rolle als der des Titurel zu hören. Jordan Shanahan ist mit Schärfe, Wendigkeit und Klarheit ein Klingsor, wie man ihn sich besser und böser kaum denken kann.

Pablo Heras-Casado erweist sich einmal mehr als Glücksfall für Bayreuth und für die Musik Wagners. Er dirigiert den „Parsifal“ durchaus langsam, aber so sinnvoll phrasiert, dass die Singenden genug Atem finden. Die Langsamkeit gibt dem organischen Wandel der Tönungen den nötigen Raum. Anders als im „Ring des Nibelungen“ setzt Wagner im „Parsifal“ weniger auf Kontrast und Schichtung ungedeckter Orchesterregister, sondern mehr auf Mischung und Verwandlung. Heras-Casado macht daraus unendliche Klangfarbenmelodien.

Jan Brachmann | 03.08.2026

Online Musik Magazin

Zum Abschied ohne Brille

In Bayreuth hat Wagners Parsifal per se das Haus auf seiner Seite. Die musikalische Faszination, das Schwelgen im Zauber der Klänge, ja die Andacht, die sich bei dieser Musik speziell hier entfalten, gehören nach des Meisters Willen zu seinen Festspielen. Auch wenn das Haus mit dem Ring des Nibelungen eröffnet wurde, ist es doch akustisch für den Parsifal (wie) geschaffen. Dass dieses quasi-religiöse opus magnum Wagners mit zunehmender Säkularisierung auch eine Steilvorlage für szenische Herausforderungen ist, haben gerade die jüngsten Vorgänger der aktuellen Inszenierung von Jay Scheib (Regie), Mimi Lien (Bühne) und Meentje Nielsen (Kostüme) aus dem Jahre 2023, die jetzt zum letzten Mal auf dem Spielplan steht, auf verschiedene Weise bewiesen.

Das aktuelle Bühnenweihfestspiel erreicht weder die politisch kritische noch die ästhetische Ambition seiner Vorgänger. Und dennoch – diese Produktion spricht für die Experimentierfreude der Festspielleitung. Da es die zum ersten Mal im Festspielhaus erprobte Blickerweiterung für einen Teil der Zuschauer durch Augmented Reality (AR) – Brillen jetzt nicht mehr gab, steht die Inszenierung sozusagen nackt und bloß für sich und vor aller Augen. Nur mit den live gedrehten, vergrößernden Videos als Zugabe. Dadurch ist dieser Parsifal bühnenästhetisch so etwas wie eine Brücke zwischen dem nüchtern klaren Holländer und dem laufenden KI-Ring.

Die Gralswelt ist ein nüchtern abstraktes Irgendwo, mit seltsamen Ritualen. Vor Klingsors Schloss dominiert zunächst betonierte Nüchternheit. Vom Inneren des Schlosses sieht man nur einen lasziv rot ausgeleuchteten Ausschnitt. Den Zaubergarten imaginieren einschwebende, knallbunte Kulissenelemente, in denen sich die Blumenmädchen tummeln und wie Bacchantinnen benehmen. Waren schon die übergroßen Einblendungen der Wunde von Amfortas ein optisch abstoßendes Blutbad, so hat Klingsors weibliches Personal keine Skrupel, mit abgerissenen Köpfen ihrer Opfer zu spielen.

Um den Hokuspokus mit dem Speer drückt sich die Regie. Parsifal nimmt sich das verbogene Teil einfach und schon verschwinden die bunten Kulissen. Das dritte Bühnenbild macht aus dem Gral so etwas wie ein Mahnmal einer zerstörten Umwelt. So recht ist dem Wasser im Grals-Tümpel, der im ersten Aufzug noch wie ein Jungbrunnen für Titurel (neu in dieser Partie: Vitalij Kowaljow) gewirkt hatte, nicht mehr zu trauen. Ein verrottet wirkendes Abbaugerät hier, ein umgestürzter Obelisk da. Der aufsteigende Neonleuchtring als Gralsenthüllung funktioniert aber noch. Am Ende überleben außer Titurel alle. Irgendwie. Auf dem Weg irgendwohin geht Kundry schon mal voran. Es ist wohl in erster Linie die magische Musik und ihr Sog, die das Publikum zum herzlichem, aber dann doch auch enden wollendem Beifall animierte. Der szenischen Umrahmung fehlt dafür eigentlich Stringenz oder Magie.

Georg Zeppenfeld in seiner Paraderolle als Gurnemanz und Michael Volle, der sich mit zwei phänomenalen Wotanporträts an den Vortagen für den Amfortas quasi warmgelaufen hat, sind beides Musterbeispiele fürs klar artikulierte und sinnlich gesungene Wagnerwort. Sie sind die wirklichen Zierden des Abends. Andreas Schager gönnt seinem Publikum in der Titelpartie lobenswerterweise zwar vermutlich den größten Teil seines Jahreskontingentes an leisen Tönen, testet aber ansonsten unbeirrt aus, wie weit man den reinen Toren auf dem heldentenoralen Hochseil balancieren lassen kann. Abgestürzt ist er natürlich nicht, schwindlig wird einem beim Zuhören von unten dabei aber zuweilen schon. Miina-Liisa Värelä hält diesem Power-Parsifal als intensiv auftrumpfende Kundry souverän stand. Jordan Shanahan ist wieder ein vokal und darstellerisch mit imponierender Leichtigkeit aufwartender Klingsor – eine dämonisch laszive Klasse für sich.

Pablo Heras-Casado bleibt im Graben (mit etwa 1h 40′ für den ersten Aufzug) bei seiner eher flüssigen und wohldosierten Gangart. Das ist dem Haus angemessen, wird allerdings von der Szene nicht wirklich ins Außergewöhnliche getrieben. Alle Gralsritter, Knappen und die Zaubermädchen Klingsors und natürlich der von Thomas Eitler-de Lint einstudierte Chor der Gralsbewohner haben ihren Anteil am vor allem musikalischen Erfolg dieser Wiederaufnahme.
FAZIT
In seiner Abschiedsrunden profitiert der Parsifal von Jay Scheib und Pablo Heras Casado bei allen Mängeln der Inszenierung vom Kontrast zur Bilderflut des KI-Rings.

Joachim Lange | Festspielhaus Bayreuth am 31. Juli 2026

The Guardian

Blood, lust and goth energy fuel Wagner’s Grail quest

There is the grail, the spear, the wound that will not heal. There is a solemn, life-sustaining ritual. There’s a false paradise and an outsider who will redeem all. Even by Wagner’s standards, Parsifal is a heavily symbolic work – and nowhere more than at Bayreuth. It was the only work composed specifically for this theatre’s acoustic and for decades, Wagner’s family prevented performances elsewhere.

Despite such significant baggage, this latest revival of Jay Scheib’s 2023 production provoked only half-hearted booing amid energetic applause for the musicians. The grail has become a large blue crystal accompanied by a light show. Kundry, the femme fatale, gets an avatar who seduces the usually unimpeachable Gurnemanz as the curtain rises, while filmed in closeup. The filming continues as Amfortas’s wound is unwrapped, poked and slowly sewn up, the nauseating results dominating Act 1 from a stage-wide screen. The evil sorcerer Klingsor is a kind of dodgy uncle in pink velvet, dry-humping the stolen spear; his flower maidens occupy a luridly decorated concrete dungeon where the corpses of previous visitors lie on bloody mattresses and Parsifal is stripped down to what look like a tween’s pyjamas, hearts galore. Violence is ubiquitous. There is no “good” here, just shades of “complicated.” The result is both bleak and emotionally monochrome.

Musically there was more variety. Miina-Liisa Värelä’s Kundry exuded goth energy, her low notes chilling, her melodies all liquid ferocity – bewitchingly joined up where Andreas Schager’s Parsifal tended towards fragmentary notes and syllables when he wasn’t singing at full pelt. Georg Zeppenfeld was an appealing Gurnemanz, his bass-baritone glowing and supple, and Vitalij Kowaljow a vigorously stentorian Titurel. Jordan Shanahan (Klingsor) used his bass like a weapon, hard-edged and sleek. As Amfortas, Michael Volle roared and raged but was most compelling in his painfully lyrical outbursts in Act 3. The chorus was well blended, its diction crystalline. Under Pablo Heras-Casado, the orchestra was inconsistent. Intonation and ensemble in Wagner’s chordal motifs were unreliable, the smallest problems laid bare in this softly lucid acoustic. Yet elsewhere the subtle symphonic fabric reached seamlessly from exquisitely textured detail to swathes of almost infinite richness.

Flora Willson | 2 Aug 2026

plateamagazine.com

Pablo Heras-Casado dirige un año más ‘Parsifal’ en el Festival de Bayreuth

Bayreuth sigue siendo esa Colina Verde deseada y soñada por los wagnerianos, ese foso místico de donde emerge un sonido cinematográfico antes incluso de la invención del cine y ese teatro, el Festspielhaus, que, en toda su mítica concepción, tiene en Parsifal ese caballo blanco sagrado sobre el que cabalgan los directores más avezados en la sensibilidad wagneriana total. Que Pablo Heras-Casado haya encontrado aquí, en el teatro de Wagner, con esta orquesta y esta música, su hogar operístico es algo que todavía merece reseñarse, pues su éxito lo sitúa ya en el panteón de los grandes directores que han triunfado en la Grüne Hügel.

En este cuarto y último año de la olvidable producción de Jay Scheib —este año ya sin gafas de realidad aumentada, thanks God!—, la lectura de Heras-Casado se ha estilizado. Ha convertido el famoso paradigma del tiempo y el espacio de Parsifal en un lago sonoro lleno de cromatismos luminosos, de sonidos frescos como ríos, gracias a un hábil y casi prestidigitador uso del tempo, elástico y naturalista. Las cuerdas, de una flexibilidad atmosférica admirable, son siempre idiomáticas y cercanas; los metales fluyen con una ligereza panteísta, y las maderas exhalan efluvios metafísicos que parecen rendirse al panteísmo de una naturaleza donde la pesantez espiritual, tantas veces remarcada en esta ópera, se transforma aquí en un canto holístico y en una auténtica bocanada de aire fresco.

Ahí están esas Muchachas Flor que parecen surgidas de una fantasía de Sherezade, esos violines resplandecientes que acompañan la llegada de Parsifal y su bautismo por Gurnemanz en el tercer acto. Se percibe en Heras-Casado el enriquecimiento adquirido tras sus Ring de Madrid, París o Viena. Su lenguaje wagneriano se ha vuelto más sofisticado, pero sin caer en la pesantez discursiva. La ligereza de su lectura desprende luminosidad y humanidad, y eso, en Parsifal, se agradece como agua de mayo.

Un éxito personal reconocido con una ovación final llena de agradecimiento y las sonoras patadas sobre el suelo de madera del Festspielhaus, la manera tradicional con la que el público premia aquí a las grandes batutas al término de la representación. ¡Bravo!

En el apartado vocal volvió a protagonizar al loco sabio un Andreas Schager de contundencia pétrea. El tenor austríaco, que este año ha sido además un histórico y notable Rienzi, en el único verano en que el Festival ha programado este título fuera del Canon de Bayreuth, volvió a demostrar la fortaleza de un instrumento excepcional, pese a una línea de canto tendente a la monotonía y a una emisión demasiado plana. Sus intentos de embellecer los piani, aligerar la emisión o dulcificar el fraseo no suelen dar grandes resultados, pues los sonidos se fijan, las notas se blanquean, afean el discurso y aparecen desafinaciones fruto del desapoyo y de una técnica poco refinada. Con todo, su personificación escénica del personaje convence plenamente a un público que lo vitorea con entusiasmo. Otro éxito personal para este incombustible Heldentenor de cincuenta y cuatro años.

Georg Zeppenfeld, esta vez visiblemente cansado en el primer acto, con una emisión algo más difusa de lo habitual, volvió, sin embargo, a convencer y enamorar en sus largos soliloquios. Su prestación fue claramente in crescendo. La nobleza heráldica de su timbre, la seguridad técnica y un fraseo paladeado al milímetro lo convierten en uno de los pilares del reparto. Un bajo de calidad indiscutible que firma, una vez más, una actuación de categoría superior.

El debut en el papel de la soprano dramática finlandesa Miina-Liisa Värelä como Kundry convenció solo a medias. Si bien el instrumento presenta madurez y una sólida consistencia vocal, en los extremos de la tesitura la emisión se afea y se distorsiona. El fraseo, cuidado y dotado de la sensualidad requerida, resulta muy correcto, pero a nivel expresivo faltan matices y, sobre todo, ese carácter telúrico e hipnótico tan propio de la salvaje maldita. Es un rol de enorme complejidad dramática que seguramente ganará con el tiempo. Con todo, este debut deja abiertas dudas sobre su futura apropiación de papeles todavía más exigentes, como Brünnhilde, prevista, en principio, para el Ring de 2028 en Bayreuth.

Seguro, preciso, de fraseo atractivo y emisión homogénea resultó el serpentino Klingsor del barítono hawaiano Jordan Shanahan, al igual que el profesional y sobrado Titurel del bajo ucraniano Vitalij Kowaljow.

Capítulo aparte merece el gran Amfortas de Michael Volle. El maduro bajo-barítono alemán, que este verano canta también Wotan en el nuevo Ring con inteligencia artificial, volvió a demostrar los galones de un artista curtido en el repertorio que más prestigio le ha otorgado. El instrumento ha perdido parte de su lustre; los agudos extremos evidencian cierto cansancio y ya no poseen la precisión de un fraseo siempre comunicativo y aterciopelado. Sin embargo, Volle continúa ofreciendo interpretaciones de enorme calidad humana y musical, siempre dentro del estilo y con el carisma de los grandes cantantes wagnerianos. Una vez más volvió a demostrar su altura artística y su admirable madurez profesional.

Llamativas, perfectamente empastadas tímbricamente y de gran calidad fueron también las Muchachas Flor. Entre ellas destacó la luminosa soprano lírica Victoria Randem, que este verano interpreta además al Waldvogel de Siegfried y a la Friedensbote de Rienzi.

Impecable el resto del reparto, respaldado por la solemne excelencia del Der Festspielchor, que volvió a demostrar que, en esta ópera y en este teatro, vale literalmente su peso en oro. La melosidad de las distintas cuerdas, la afinación, la seguridad técnica y la claridad tímbrica constituyeron una de las razones evidentes del éxito de la función bajo la dirección coral de Thomas Eitler-de Lint.

Por lo que se refiere a la producción de Jay Scheib, la desaparición de las gafas de realidad aumentada, que en temporadas anteriores se ofrecían de forma opcional y prometían una experiencia inmersiva bastante decepcionante, no ha sido explicada oficialmente. En cualquier caso, el ahorro del incómodo uso de este dispositivo —así como de toda la infraestructura necesaria para instalarlo en las butacas del Festspielhaus— ha resultado un acierto.

La producción sigue sin pasar de una lectura mediocre: una propuesta de trasfondo medioambiental, vestuario kitsch y deliberadamente feísta, junto a una escenografía funcional pero sin mayores ambiciones espaciales. Si el segundo acto continúa siendo el más conseguido gracias a su colorido y a la rapidez de los cambios escénicos, ni la dirección de actores —meramente funcional— ni un discurso dramático plano y aburrido conseguirán que esta producción permanezca en la memoria. Otro intento del Bayreuth más experimental por buscar innovaciones técnicas que, en este caso, han terminado reducidas a una banalidad anecdótica y circunstancial.

Jordi Maddaleno | 01 Agosto 2026

beckmesser.com

El especial e intenso “Parsifal” de Heras Casado toca a su fin con el aplauso unísono de Bayreuth

“Ha sido para todos, quizá, la función más especial e intensa de estos años”. Son palabras de Pablo Heras Casado tras dirigir el viernes, en Bayreuth, Parsifal, el “festival escénico-sacro” (Bühnenweihfestspiel) que Wagner quiso y dispuso que se interpretara exclusivamente en la localidad bávara en la que decidió establecerse y fundar un festival consagrado a su obra.

No exageraba el director granadino: pese a tener en el rol fundamental de Kundry a una cantante como la finlandesa Miina-Liisa Värelä (1982), que debutaba la producción, y que desde su registro de soprano se manifestó corta en un personaje poliédrico que requiere una voz más ancha y corpulenta, como las de sus ilustres antecesoras, las mezzosopranos Elīna Garanča y Ekaterina Gubanova, la representación fue, en su conjunto, sobresaliente.

En cualquier caso, y más allá del detalle de que Kundry sea una soprano y no mezzosoprano, eran diversos los factores que convertían esta función en la “más especial e intensa”. No solo por ser el primero de los cuatro programados en la actual edición, y que, tras cinco años de éxito creciente, se retira definitivamente de Bayreuth; o por ser la culminación de un proceso creciente en el que, siempre de le la mano (ya con batuta) de Heras Casado, la vistosa y amena producción del estadounidense Jay Sheib se haya asentado y logrado convencer incluso a los más reacios parsifalianos…

Eran varias, también, las razones que hacían “especial e intenso” el itinerario feliz y sin extravagancias trazado por Heras Casado en la Meca wagneriana a lo largo de un quinquenio en el que su modo de entender y recrear la obra del creador de Parsifal no ha cesado de crecer y significarse.

Ahora, cuando la producción toca a su fin [el próximo año, Christian Thielemann recoge el testigo del director granadino, y estrenará un nuevo Parsifal, con puesta en escena de su paisano berlinés Ersan Mondtag (1987)], el maestro granadino se ha asentado como uno de los popes del wagnerismo del siglo XXI. De hecho, ya se ha anunciado que en 2028 dirigirá en Bayreuth la Tetralogía, un reto reservado a los más grandes, y que él ya ha afrontado en Madrid, París y Viena.

Apoyado en una colorida y “acuática” escenografía de Mimi Lien, Jay Sheib clarifica y cuenta con lógica meridiana el itinerario del joven Parsifal, desde que inocentemente mata al cisne, hasta convertirse en cabeza del “Reino del Grial”. Y lo hace sin en absoluto renunciar por ello o atenuar la “mística” de Parsifal, con momentos escénicos tan logrados y de tanta unción con la “Música de transformación del primer acto” o el prodigio de los “Encatamientos de Viernes Santo” en el tercero.

Un Parsifal que, musicalmente, y como ya se ha señalado en años anteriores, transcurre “sin prisas ni reloj”. El “Preludio”, la “Música de transformación” del primer acto, o los “Encantamientos de Viernes Santo” (cum laude al oboe) en el tercero, fueron episodios sinfónicos de espiritualidad tan en carne viva como la herida sin fin de Amfortas.

Muy bien logrado y acabado el precioso, exuberante y sugerente bosque del segundo acto, un “Jardín encantado” de Klingsor cuyas deformaciones y tonalidades verdes parecen deudoras de Dalí y Rousseau. Por otra parte, la insoportable escena del ojo seccionado de El perro andaluz de Dali/Buñuel parece inspirar la sanguinolenta visión proyectada de la herida de Amfortas.

Como el protagonista de la historia, Heras Casado también ha hecho un viaje fascinante. El que comenzó en 2022, cuando recaló en Bayreuth cargado de arrojo, ilusión, talento y confianza en sí mismo; y en una plural formación musical que parecía destinada a convertirle en “oficiante” de una obra en la que coro y música coral tienen tanto empeño. Sin duda, su experiencia juvenil, cuando dirigía en Granada a coros por él mismo fundados músicas polifónicas y contrapuntísticas de Morales, Guerrero o Victoria, algo y mucho tienen que ver con el esmero e idiosincrasia del sentido del tiempo y del tempo, del balance sonoro y de la mística wagneriana que distingue este Parsifal de plenitud.

Heras Casado respira largamente en los silencios, se explaya en los fraseos y se regodea en las bellezas y atmósferas de una partitura que él sabe sin límites ni fin, y cuyo sentido narrativo viene determinado por las lógicas de la armonía y la melodía. Parsifal de templanza y solera, engrandecido por la excelencia de un coro y una orquesta a los que el maestro granadino ha cogido pulso y latido. Unos cuerpos titulares que, desde su estreno, en 1882, cohabitan de la mano de los mejores maestros que son y fueron con una obra pensada tan específicamente para la acústica y connotaciones del Festspielhaus de Bayreuth.

Pero este Parsifal que toca ya su fin ha sido “especial e intenso” también por su formidable reparto vocal. En el que todos -salvo quizá la estupenda pero inapropiada Kundry de Miina-Liisa Värelä– rozaron o se establecieron directamente en la excelencia. Por vocalidad, temperamento, línea de canto, entrega y presencia en escena, Andreas Schager es -volvió a ser- el Parsifal ideal, sin nada que envidiar a los grandes parsifales de la historia. Su grito de “Amfortas!!” debió resonar en media Baviera, con la misma intensidad que resonó la silenciosa y contemplativa escena final, con la bendición a todos con el cáliz sagrado.

Michael Volle (Amfortas) y Georg Zeppenfeld (Gurnemanz) volvieron a lucir esa clase wagneriana que los hace únicos en la escena contemporánea. Tanto como el Klingsor caricaturesco y lujurioso del barítono hawaiano Jordan Shanahan, el doliente Titurel del bajo Vitalij Kowaljow y la impostada “Voz de contralto” de Marie Henriette Reinhold. Éxito unánime y bien labrado de todos. Pero en al aplausómetro imaginario de Bayreuth, los ganadores unísonos fueron Schager, Volle, Zeppenfeld y desde luego, Pablo Heras Casado. El Ring, en Bayreuth, le espera. Quizá tan “especial e intenso” como este Parsifal ya asentado en la memoria.

Justo Romero | 31 julio 2026

Rating
(6/10)
User Rating
(3/5)
Media Type/Label
Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 48.0 kHz, 584 MiB (MP3)
Remarks
In-house recording from the Bayreuth festival
A production by Jay Scheib (2023)