Siegfried

Hartmut Haenchen
Nederlands Philharmonisch Orkest
Date/Location
21 September 2013
Het Muziektheater Amsterdam
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegfriedStephen Gould
MimeWolfgang Ablinger-Sperrhacke
WotanThomas Johannes Mayer
AlberichWerner van Mechelen
FafnerJan-Hendrik Rootering
ErdaMarina Prudenskaja
BrünnhildeCatherine Naglestad
WaldvogelJules Serger
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Reviews
Online Musik Magazin

Abenteuer mit dem jungen Siegfried

Schon beim Rheingold und der Walküre hatte ich etwas neidisch auf jene Zuschauerinnen und Zuschauer geblickt, die das Glück hatten, einen der so genannten adventure seats zu ergattern, Sitze also, die in das jedes Mal aufs Neue faszinierende Bühnenbild von George Tsypin integriert sind, und so saß ich am Zweiten Tag nun auch auf einer dieser Rampen in schwindelnder Höhe direkt beim Licht, oberhalb des Orchesters, der Darsteller und der Spielfläche, das Kinn aufs Holz gedrückt, um nichts zu verpassen, und beobachtete voller Entzücken, wie viele Menschen hinter der Bühne während der Vorstellung arbeiten, wie einzelne Sänger sich auf ihren Auftritt vorbereiteten, war ganz nah am Geschehen und vor allem mittendrin in Wagners wunderbarer Musik.

Pierre Audis kontemplative, ruhige, zeitlose, zurückhaltend-subtile, keineswegs unentschlossene Regie bleibt auch im Siegfried völlig überzeugend mit ihrer Konzentration auf ausgesuchte Erzähldetails, der Sorgfalt in der Personenzeichnung, den intelligenten Querbezügen, ihrer Nähe zum Text und dem Freiraum, den sie der Musik und den eigenen Ideen der Zuschauerinnen und Zuschauer lässt. Ich wiederhole: Es wäre schade, wenn diese großen Theaterabende, die keinerlei Staub angesetzt haben, tatsächlich nach den zyklischen Aufführungen im Winter nie mehr gezeigt würden. Noch einmal gelobt werden müssen auch die aufwändigen Kostüme von Eiko Ishioka (die 2012 leider verstorben ist) und Robby Duiveman sowie die exzellente Beleuchtung von Wolfgang Göbbel und Cor van den Brink – mehr als in anderen Produktionen spürt man bei diesem Ring, wie sehr hier alle an einem Strang gezogen haben.

Wie immer ist auch die musikalische Seite vollauf überzeugend, Hartmut Haenchen kennt seinen Wagner, das belegen nicht nur seine hoch geschätzten Werkeinführungen, die immer noch auf CD zu haben sind. Beglückt hört man einen in jahrelanger Zusammenarbeit mit dem Nederlands Philharmonisch Orkest gereiften Wagner, der große Binnenspannung aufweist, ich wage auch noch einmal zu schreiben, dass Haenchen die “richtigen” Tempi wählt, auch wenn es die natürlich nicht gibt.

Und auch die Besetzung stimmt, auch hier spürt man in jedem Moment, dass erfahrene Weltklassekünstler zusammen kommen, kommunizieren, interagieren, nach dem großen Ganzen streben und sich gern einlassen auf dieses Konzept. Stephen Gould bringt vieles mit für die kräftezehrende Titelpartie, etwa eine volle, baritonal grundierte, belastbare, kaum je an Grenzen kommende Tenorstimme, die er gleichwohl an den geforderten Stellen sehr sensibel einzusetzen versteht, und ein glaubwürdiger, erfahrener Darsteller ist er auch. Wolfgang Ablinger-Sperrhackes Mime zeichnete das aus, was mir an seiner Interpretation der Partie im Rheingold bereits gefallen hatte, nämlich dass er für seine subtile Charakterisierung vokal wie szenisch jede Outrage vermeidet, vielleicht auch weil er anders als viele Kollegen keine stimmlichen Probleme und Verschleißerscheinungen kaschieren muss.

Thomas Johannes Mayer wächst allmählich ins Heldenbaritonfach hinein, als Wanderer hatte er einige bemerkenswerte Momente und durchaus Göttervaterautorität. Allein der Stimme fehlt es nach wie vor an der nötigen Rundung und Durchschlagskraft, das kann man eben nicht erzwingen. Ich würde ihn gern noch einmal in ein paar Jahren in diesen Partien hören. Dagegen ist Werner Van Mechelen als Alberich mit hellerem Material ja schon einige Zeit eine internationale Größe, seit seinen Auftritten in Liège, als ich ihn zum ersten Male in dieser Rolle erlebt habe, hat er sie sich ganz zu eigen gemacht. Jan-Hendrik Rootering ist allerdings mittlerweile doch über seine besten Jahre hörbar hinaus, seine fahlen, müden Fafner-Töne fanden folgerichtig den geringsten Beifall.

Marina Prudenskaja gehört zweifellos zu den wenigen Sängerinnen, die die Erda noch problemlos und ohne hässliche Tricks bewältigen kann, und ich bewundere sie auch sehr dafür, dass sie mit dem meterlangen Kostüm nicht gestolpert ist, ihre Diktion indes ist nicht immer auf der Höhe der anderen Mitwirkenden. Den Waldvogel von einem Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund singen und vor allem spielen zu lassen, ist keine schlechte Idee, Jules Serger machte das auch durchaus ordentlich, aber eben nicht ganz tadellos hinsichtlich der Intonation. Catherine Naglestad, in der letzten Saison noch eine hervorragende Sieglinde, ist nun eine gute, intensiv erwachende, würdevolle Brünnhilde, und während manche “echte” Hochdramatische vor den hohen Tönen und der Tessitura der zweiten Brünnhilde insgesamt zittert, scheint sich diese Jugendlich-Dramatische gerade darauf zu freuen. Und in diesem Fach sollte sie auch bleiben, denn die letzte Stamina fehlte da doch (noch), etwa wenn das Orchester richtig loslegte.

FAZIT
Wer diesen Ring noch nicht gesehen hat und eine im besten Sinne klassische, aber alles andere als altmodische Inszenierung sehen möchte, sollte sich Karten für die Zyklen im Winter sichern, zumal auch das musikalische Level deutlich über jenen etwa der NRW-Häuser liegt. Und aus Düsseldorf beispielsweise ist man in zwei Stunden dort.

Thomas Tillmann | 8. September 2013

theaterkrant.nl

Audi’s Siegfried is roman en gedicht in één

Het is eigenlijk te gek voor woorden dat de Siegfried van De Nederlandse Opera nog niet is uitverkocht, want dit is een voorstelling die je gezien en gehoord moet hebben. Een enscenering die zich kan meten met de beste uitvoeringen uit New York of Bayreuth.

Bijna was de gehele voorstelling – wegens een overijverige ambtenaar van de arbeidsinspectie – voortijdig gesneuveld. Het ‘vogelnestje’ van waaruit de jongenssopraan Siegfried toezingt werd plotseling afgekeurd en de arbeidsinspectie behield zich het recht voor om de première na het eerste bedrijf alsnog plat te leggen. Via een kort geding verdween die dreiging alsnog van tafel en kon De Nederlandse Opera het nieuwe seizoen openen met het derde deel uit Wagners cyclus Der Ring des Nibelungen. In november volgt het laatste deel (Götterdämmerung) en in januari en februari kan de ware Wagner-junk de hele cyclus nogmaals meemaken binnen het tijdsbestek van een week. Daarna verdwijnt deze enscenering van regisseur Pierre Audi uit de jaren negentig van het toneel.

Maar niet uit de herinnering, want het monumentale en abstracte toneelbeeld en de fenomenaal uitgevoerde muziek nemen de toeschouwer vijf uur lang mee in een wereld die niemand onberoerd laat. Audi’s Ring – en dus ook Siegfried – is eigentijds, maar blijft evengoed dicht bij de mythe. Er wordt op spectaculaire wijze gebruik gemaakt van licht, vuur en ruimte. Ondanks dat is Audi’s Siegfried toch een intieme voorstelling met ruimte voor de individuele zielenroerselen van de personages. Het is een gedicht en een roman in één.

Deze Siegfried wordt gedragen door slechts een handjevol zangers, des te belangrijker de kwaliteit. En die ontbrak niet. Stephen Gould triomfeerde vijf uur lang als Siegfried, Thomas Johannes Mayer bleek een zoetgevooisde Wanderer en even luisterrijk waren de stemmen van Werner van Mechelen (Alberich) en Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Mime). Voeg daarbij de ‘olympische’ prestaties van het Nederlands Philharmonisch Orkest onder leiding van Hartmut Haenchen en je hebt een Siegfried om nooit meer te vergeten.

Oswin Schneeweisz | 1 september 2013

Rating
(5/10)
User Rating
(3/5)
Media Type/Label
PO
Technical Specifications
128 kbit/s CBR, 48.0 kHz, 224 MiB (MP3)
Remarks
Broadcast
A production by Pierre Audi (1998)
This recording is part of a complete Ring cycle.