Die Walküre

Constantin Trinks
Orchestra of the Sofia Opera and Ballet
Date/Location
27 May 2026
Opera and Ballet Sofia
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
SiegmundMartin Iliev
HundingKurt Rydl
WotanAris Argiris
SieglindeAlma-Lisa Bandalovska
BrünnhildeGergana Rusekova
FrickaVesela Yaneva
HelmwigeStanislava Momekova
GerhildeLyubov Metodieva
OrtlindeSilvia Teneva
WaltrauteIna Petrova
SiegruneMicaela Di Catalano
GrimgerdeAlexandrina Stoyanova-Andreeva
SchwertleiteVesela Yaneva
RoßweißeTsveta Sarambelieva
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Reviews
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Sehenswerter Ring

Das III. Wagner-Festival an der Nationaloper Sofia begann mit dem Rheingold als Vorabend zur zweiten Ring-Inszenierung von Prof. Plamen Kartaloff innerhalb von nur 13 Jahren (!) in diesem „Bayreuth des Balkans“. Das kann man in der Tat einmal so nennen, denn Kartaloff hat bisher immerhin neun Werke des Bayreuther Kanons von zehn in Szene gesetzt, seit 2010. Und er kann diese neun Werke mit kürzester Vorlaufzeit bei Belieben spielen. Das sollte in der Opernwelt inkl. Bayreuth einzigartig sein.

Und die beiden Ring-Inszenierungen von 2013 und 2023 ähneln sich keineswegs. Beiden unterliegt ein ganz genau bedachtes künstlerisches Konzept, das sich die ersten Abende und sicher auch den ganzen Zyklus über zeigen wird. Das Bühnenbild von Hans Kudlich aus Wien und das Lichtdesign von Andrej Hajdinjak mit dem Multimedia von Elena Shopova waren ästhetisch zeitweise überwältigende optische wie dramaturgische Säulen beider Abende. Die geschmack- wie phantasievollen Kostüme lagen in den bewährten Händen von Hristiyana Mihaleva-Zorbalieva.

Sehr gute Sänger wie Veselin Mihaylov als Rheingold-Wotan und, besser noch, der wohl erste griechische Wotan Aris Argiris in der Walküre – letzterer mit akzentfreiem Deutsch – waren hervorragend, ebenso wie Daniel Ostretsov als agiler und intelligenter Loge sowie Plamen Dimitrov als rustikaler boshafter Alberich. Violeta Radomirska war eine attraktive und klangvolle Erda. Martin Iliev konnte einmal mehr als Siegmund mit seiner kämpferischen Natur und leicht depressiven Darstellung – passend für die Rolle des Siegmund – überzeugen. Alma Liza Bandalovska sang eine sehr engagierte Sieglinde mit dramatischem Aplomb und starker Mimik. Kurt Rydl war mit weit über 70 noch einmal ein beeindruckender Hunding. Gergana Rusekova gab die Brünnhilde vom knallroten, lebensgroßen Grane aus mit dunkel getöntem und somit charaktervollem Sopran. Die Schluss-Szene mit ihr und Argiris war herzzerreißend!

Bei den – anders als in Wien zwei Abende zuvor – durchwegs guten Walküren war diesmal eine dabei, die nicht aus Bulgarien kommt. Micaela di Catalano aus München fügte sich bestens in das voll überzeugende Ensemble auf den beweglichen Pferden ein. Constantin Trinks, der wie viele der bulgarischen Sänger bei Prof. Richard Trimborn in die Schule ging, übrigens auch wie Micaela di Catalano, zeigte am Pult des Orchesters der Sofia Opera and Ballet sein ganzes Wagnersches Können. Mit sicherer und oft dezent geführter Hand hielt er perfekten Kontakt zu den Musikern wie zu den Sängern und spannte einen nie abreißenden langen harmonischen Bogen über beide Abende. Ein ganz feines Ring-Dirigat mit dem durch neue Blechinstrumente (Hörner, Posaunen und eine Bass-Trompete) auch klanglich stark verbesserten Orchester!

Dieser Ring ist, was Wagners Intentionen und seinen Mythos angeht, mit den dazu stets passenden Bildern, die durchwegs auch modernistische Elemente sowie herrliche, manchmal an Chagal erinnernde Farbvariationen zeigen, eine der zwei bis drei attraktivsten der derzeit in Europa und wahrscheinlich weltweit zu sehenden Produktionen.

Klaus Billand | 1. Juni 2026

Rating
(5/10)
User Rating
(3/5)
Media Type/Label
Technical Specifications
320 kbit/s CBR, 44.1 kHz, 507 MiB (MP3)
Remarks
In-house recording from the Sofia Opera Wagner Festival 2026
A production by Plamen Kartaloff (2023)
This recording is part of a complete Ring cycle.