Die Walküre
| Hartmut Haenchen | |||||
| Nederlands Philharmonisch Orkest | ||||||
Date/Location
Recording Type
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| Siegmund | Christopher Ventris |
| Hunding | Günther Groissböck |
| Wotan | Thomas Johannes Mayer |
| Sieglinde | Catherine Naglestad |
| Brünnhilde | Catherine Foster |
| Fricka | Doris Soffel |
| Helmwige | Elaine McKrill |
| Gerhilde | Marion Ammann |
| Ortlinde | Martina Prins |
| Waltraute | Lien Haegeman |
| Siegrune | Wilke te Brummelstroete |
| Grimgerde | Helena Rasker |
| Schwertleite | Julia Faylenbogen |
| Roßweiße | Cécile van de Sant |
Zurück zum Ring
Richard Wagners Geburtstag ist auch an der Amstel ein großes Ereignis, die Wiederaufnahme der legendären, damals ersten Inszenierung des Ring des Nibelungen ist dabei ein wichtiger Bestandteil, eine Aufführung der Meistersinger von Nürnberg folgt noch im Frühjahr. Im April nun stand Die Walküre in illustrer Besetzung auf dem Spielplan.
Catherine Foster ist eine hervorragende, klug disponierende, stets um eine schlanke Tongebung bemühte Sängerin mit einem trotz vieler Einsätze im schweren Fach noch immer sehr jugendlich klingenden Sopran, der nach wie vor zu schönen Pianotönen fähig ist. Ihr gelingen auch wunderbar präzise Hojotohos ohne Mogeln, aber erst in den letzten Minuten des dritten Aufzugs ließ sie so richtig los und empfahl sich für die dramatischen Passagen der letzten Brünnhilde. Leider ist die Britin keine wirklich faszinierende Darstellerin, was in einer solch von allen Äußerlichkeiten befreiten Inszenierung schmerzlich auffällt, und ihre Textbehandlung ist trotz großer Rollenerfahrung nicht durchgängig überzeugend, auch da gibt es Handlungsbedarf bis zu den Bayreuther Festspielen im Sommer.
Die berührendste Leistung des Abends kam für mein Empfinden von Catherine Naglestad, die nicht nur die Tiefe für den Beginn ihrer Erzählung hatte, sondern insgesamt den richtigen dunkel leuchtenden, fraulichen (nicht mädchenhaften) Ton, ein hervorragendes Legato, ein gehaltvolles Piano, aber auch zupackendes Forte und Strahlkraft an den entscheidenden Stellen, und sie ist sowohl eine sorgfältige Gestalterin als auch eine sehr natürliche, tiefgründige Darstellerin. Doris Soffel hat nach wie vor ihre Momente als Fricka und die ihr eigene Intensität, aber da registriert man auch viele außermusikalische Tricks, die manchen davon ablenken, dass die immer eher helle, schlanke Stimme in der unteren Mittellage kaum noch zu vernehmen ist und dass die Lagen nicht mehr ausreichend miteinander verbunden sind. Christopher Ventris ist ein erfahrener Interpret des Siegmund mit kraftvollem, tragfähigem, nicht zu baritonalen, vor allem in der Höhe strahlenden Heldentenor und großer schauspielerischer Präsenz. Er betreibt bei den Wälserufen erfreulicherweise keine Kraftmeierei, wie er überhaupt durch manch sensibles Detail überrascht, dass nicht jeder Fachkollege bietet.
Eher enttäuschend fand ich Thomas Johannes Mayer als Wotan, da hörte man viel Vibrato und großen Kraftaufwand beim Erreichen der extremen Töne der Partie, manches Piano war einfach nur flach und fahl, manche Passage wurde eher gebrüllt als gesungen, nur in der ersten Hälfte des dritten Aufzugs erreichte er die gewünschte Expressivität und tonliche Konzentration. Insgesamt aber ist der Deutsche leider auch kein so faszinierender Interpret, dass man ihm bei den langen Erzählungen wirklich an den Lippen hängen würde. Günther Groissböck, dessen König Heinrich mir in Berlin neulich so gut gefiel, war bei seinem Hausdebüt bei der DNO auch als Hunding ein großer Gewinn, denn er war weitaus mehr als ein grobschlächtiger, polternder, unsympathischer Klotz, sondern ein auch optisch attraktiver, gefährlicher Konkurrent Siegmunds, der seine Frau durch seine Präsenz und Berührungen demütigt, und auch vokal überzeugte er mit hoher Textverständlichkeit und dem konzentrierten Ton seiner schlanken, “modernen” Bassstimme.
Hochkarätig besetzt war das Walkürenoktett mit Marion Ammann, Martina Prins, Lien Haegeman, Julia Faylenbogen, Elaine McKrill, Wilke Re Brummelstroete, Helena Rasker und Cécile van de Sant, waren und sind doch viele von ihnen selber versierte Interpretinnen von Hauptrollen in Wagners Musikdramen an kleineren Häusern. Ihr Auftritt indes ist für mich einer der schwächeren Momente der ansonsten großartigen Inszenierung: Die Damen trippeln albern über die Bühne, schlagen die silbernen Flügel und bemühen sich unterschiedlich erfolgreich um Synchronität beim Ausführen einer in ihrer Einfalt nicht zum Abend passenden Choreografie.
Pierre Audi (dem man doch gern auch noch einmal während des Schlussapplauses für seine bemerkenswerte Arbeit gedankt hätte) konzentriert sich ganz auf die Figuren, zeigt präzis, eindringlich, aber nie reißerisch oder vordergründig etwa die Qualen, die das nicht mehr ganz blutjunge Geschwisterpaar an seiner zunächst noch nicht, dann aber unter größter Bedrohung gelebten Liebe leidet, wie die Sehnsucht stärker und unbeherrschbarer wird, lässt beide mehr und mehr von ihren Kostümteilen ablegen und schließlich die geflochtenen Haare öffnen. Sieglinde hilft Siegmund aufmerksam und einfühlsam beim Herausziehen des Schwertes – ein Beispiel für seine einfache, klare, nicht verkopfte, eindringliche Erzählweise. In Erinnerung bleibt mir auch, wie Wotan sich nach Brünnhildes Einschlafen minutenlang neben die geliebte Tochter legt, um auf seine Weise Abschied zu nehmen. Und natürlich die die Bühne beherrschende Holzscheibe mit der riesigen Aussparung fürs Orchester, die als zentrale Spielfläche dient und die Zuschauer im Parkett ganz nah am Geschehen sein lässt. Eindrucksvoll beginnt es schon im Vorspiel, wenn Wotan das Schwert in die richtige Position an der Esche Stamm bringt, der in mehrere wie Lanzen wirkende Spitzen geteilt in der Mitte der Bühne Richtung Zuschauer zeigt (und beim Betreten durch das Bühnenpersonal das eine oder andere Mal erheblich wackelt). Ansonsten gilt, was ich bereits zum Rheingold festgehalten habe, das ich freilich als noch geschlossener, noch dichter erinnere: Audis Inszenierung “hebt sich in ihrer Dezenz und Zeitlosigkeit von manch ärgerlicher, eitel idiosynkratische Ideen verfolgender, auf enervierenden Aktionismus setzender, psychologisch oder ideologisch überfrachteter, durch Auswahl einer bestimmten historischen Epoche einengender oder allzu märchenhaft ohne Tiefgang nacherzählender Werksicht wohltuend ab, lässt der Musik ihren Raum – und jedem Zuschauer für eigene Assoziationen und Erkenntnisse”.
Hartmut Haenchen gelingt es auch an diesem Abend, ganz nah an den Sängern zu sein, sie nach Kräften zu unterstützen, und einmal mehr entwickelt er gerade durch seine unaufgeregte, ausgewogen-moderate Tempo- und Lautstärkewahl größte innere Spannung und kann so auf reißerische, überrumpelnd-vordergründige Effekte gänzlich verzichten.
FAZIT
Eine gelungene, wenn auch nicht ganz so begeisternde Wiederaufnahme des Audi-Haenchen-Ring, auf dessen Fortsetzung im September man sich freut und der zyklisch auch noch einmal Anfang 2014 zur Aufführung kommen wird. Richard Wagner erfährt in seinem Jubeljahr gewiss schwächere Ehrungen.
Thomas Tillmann | 20. April 2013
Nach nunmehr 15 Jahren nahm die Niederländische Oper (Het Muziektheater) die Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ in der Inszenierung von Pierre Audi im Jahr des 200. Geburtstags des Komponisten wieder auf. Wer vielleicht meint, dass so etwas nur ein Aufguss sein kann, hat weit gefehlt. Diese Produktion – bisher sind „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ über die Bühne gegangen – hat an ihrer bemerkenswerten Qualität und Frische nichts eingebüßt. Das Regiekonzept von Audi und seinem Dramaturgen Klaus Bertisch, dem Bühnenbildner George Tsypin (der 2003 auch den gelungenen „ossetischen“ „Ring“ in St. Petersburg ausstattete), der bereits verstorbenen Kostümbildnerin Eiko Ishioka und ihres Kollegen Robby Duiveman, den Lichtdesignern Wolfgang Goebbel und Cor van den Brink sowie dem Videokünstler Maarten van der Put konnte das Amsterdamer Publikum auch nach so langer Zeit wieder begeistern.
Es ist ein ganz und gar ungewohntes Konzept, aber so gelungen wie ungewohnt. Der Amsterdamer „Ring“ spielt auf einer riesigen Holzscheibe, die stark zum Parkett hin geneigt ist und nicht nur eine interessante Choreografie sondern auch effektvolle Auf- und Abgänge ermöglicht. Das Orchester sitzt in einem großen Einschnitt in dieser Scheibe auf der rechten Seite, der Dirigent stehend und die meisten Musiker allzeit sichtbar. Sie werden so zum integralen Bestandteil der Produktion, stören nicht den dramaturgischen Ablauf um sie herum. Nebenbei ermöglicht dies den SängerInnen, auf der Vorderbühne neben oder bisweilen gar vor dem Orchester aus einer akustisch vorteilhafteren Position zu singen und somit eine größere stimmliche Wirkung zu erzielen.
In der „Walküre“ dräut im 1. Aufzug über dem Geschehen eine bedrohlich fast ins Publikum hinein ragende Gruppe von Holzbalken, die spitz zulaufen und damit sofort ein kriegerisches Bild der Angriffslust entfalten. Nicht zufällig steckt in ihnen auch das Schwert, welches Siegmund in einem geschwisterlichen Kraftakt später mit Sieglinde befreit. Die Hundinghütte ruht darauf und fährt bei der Schwertgewinnung effektvoll in einem Flammenstoß gewissermaßen zur Hölle… Sieglinde bietet sich dort oben feierlich ihrem Bruder zur geschwisterlichen Liebe an, und im 2. Aufzug zuckt bei Siegmunds Schwertbruch im Kampf mit Hunding ein greller Blitz aus Wotans Speer, der schräg über dieser Balkengruppe hängt und genau in diesem Moment mit ihr in direkten Kontakt kommt. Selten hat der Rezensent diese Szene so ideenreich, authentisch und effektvoll erlebt – dagegen ist das bei S.-E. Bechtolf in Wien nur eine müdes und kaum sichtbares Getändel zwischen dunklen Baumstämmen. Von hier oben postuliert Wotan durchaus pathetisch seinen Wunsch nach dem „Ende“. Immer wieder ist diese erhöhte Installation also Fokus der Handlung, gehen von ihr die entscheidenden Impulse aus.
Das alles würde aber nicht die schon allein theatralisch beeindruckende Wirkung erzielen, wenn das Regieteam nicht eine ausgezeichnete Personenregie entwickelt hätte, die auch nach 15 Jahren wie gerade erst einstudiert wirkt. Die wohl nach einer Idee von Eiko Ishioka asiatisch gestylten schwarzen Kostüme der Walküren wirken zudem dezent elegant und haben doch auch etwas Mythisches. Denn die Wotanstöchter führen interessant geformte Flügel, mit denen sie in einer fantasievollen Choreografie den Walkürenritt verfeinern. Überhaupt zitiert Audi bei allem zeitlosen und klar konturierten Design mit einem relativ hohen Abstraktionsgrad immer wieder den Wagnerschen Mythos, ohne den jeder „Ring“ eigentlich blass bleiben muss. So stützt sich die alt gewordene Fricka auf zwei Krücken mit echten Widderköpfen, während Brünnhilde als Todesbotin einen silbernen Totenschädel als Helm trägt. Als Wotan sich gegen Ende des Dialogs mit Brünnhilde im 3. Aufzug die seinen Kampfeswillen betonende rote Toga mit metallisch gerüstetem Arm ablegt, kommt darunter ein weißes Gewand mit der Weltesche hervor… Insgesamt kommt Audi mit seiner Interpretation der „Walküre“, die bei aller dramaturgischen Intensität auch das Orchester optisch einbindet, der Idee des Wagnerschen Gesamtkunstwerks sehr nahe. Diese Produktion wirkt wie aus einem Guss und ist stets ungemein spannend. Die gute Lichtregie leistet dabei hochqualitative Dienste.
Dazu konnte sich die Intendanz der Nederlandse Opera glücklich schätzen, einige der besten Ihres Faches an diesem 1. Abend des „Ring“ zu versammeln. Allen voran Catherine Foster, die im Juli bekanntlich die Bayreuther Brünnhilde sein wird und wieder mit hochdramatischer Tongebung und ausdrucksstarker Mimik begeistert. Die Brünnhilde ist Foster mittlerweile auf den Leib geschrieben, sie hat die Rolle enorm verinnerlicht und kann sich somit voll der stimmlichen Leistung widmen, die keine Wünsche offen lässt, zumal was die Höhen mit ihrem hochdramatischen Aplomb betrifft. Diese singt wohl keine Rollenvertreterin zur Zeit so gut wie sie. Fosters Partner als Wotan war wie schon oft Thomas Johannes Mayer, der ebenfalls eine erstklassige Leistung bietet, wobei insbesondere seine blendende Höhe besticht. Auch im Ausdruck hat sein Wotan in letzter Zeit sehr an Kontur gewonnen, was möglicherweise auch auf die Mitarbeit im Münchner Kriegenburg-„Ring“ bewirkt hat. Christopher Ventris wird als Siegmund sowie zuletzt auch als Parsifal in Amsterdam stimmlich immer besser und dramatischer. Er zeigt eine emphatische und überaus engagierte Rollenstudie des Siegmund und kann mit seinem kräftigen, gut geführten Tenor beeindrucken, der nur bei manchen Höhen nicht immer ganz klangrein bleibt. Die Wälse-Rufe gelingen ihm jedoch glänzend. Catherine Naglestad ist eine stimmstarke und emotional einnehmende Sieglinde, mit intensivem schauspielerischem Ausdruck, guter stimmlicher Attake und Höhe, jedoch mit einem bisweilen leicht kehligen Klang in der Tiefe. Beide sind ein nahezu ideal wirkendes Paar, welches etwas an Peter Hofmann und Jeannine Altmeyer in Bayreuth 1976 erinnerte. Der noch recht junge Günther Groissböck gehört ganz sicher wie alle bisher Genannten zu den besten in seiner Rolle als Hunding. Er hat einen sehr kultiviert geführten vielseitigen Bass, den er mit großer Wortdeutlichkeit singt. Dazu ist er darstellerisch beängstigend präsent. Auf Groissböck sollten bald größere Herausforderungen zukommen. Die verdiente Doris Soffel fällt als Fricka gegen die Vorgenannten ab, ihr Mezzo wirkt etwas erschöpft. Sie gibt jedoch eine eindringliche Rollenstudie der ihren Mann ultimativ warnenden Ehefrau, insgesamt deshalb auch noch eine gute Leistung. Audi zeigt sie als alternde Frau, die offenbar ihre letzten Kraftreserven für das Treffen mit Wotan aufbringt und schließlich als alte gebrochene Frau die Bühne verlässt – das waren starke Bilder. Das Walkürenoktett ist diesmal durch die Bank sehr gut, allen voran Marion Ammann als Gerhilde (die ja normalerweise die Sieglinde oder die Isolde sowie die Elsa singt…), gefolgt von Martina Prins als Ortlinde, Lien Haegeman als Waltraute, Julia Faylenbogen als Schwertleite, Elaine McKrill als Helmwige, Wilke de Brummelstroete als Siegrune, Helena Rasker als Grimgerde und schließlich Cécile van de Sant als Rossweiße.
Der exzellente Hartmut Haenchen am Pult des Niederländischen Philharmonischen Orchesters dokumentierte einmal mehr seine große Affinität für Wagners Musik und leitete das Orchester mit viel Verve und Impetus. Stets war auch schon aufgrund der Optik eine starke Spannung zwischen der Musik und dem Geschehen gleich daneben. Es entstand ein herrlicher Wagner-Sound, der nur hier und da bisweilen etwas zu laut für die SängerInnen wurde. Haenchen ließ aber durchaus auch etwas Pathos zu, welches zu dieser Produktion gut passte. Auf „Siegfried“ im Herbst kann man gespannt sein. Die Niederländische Oper ist mit diesem sehenswerten „Ring“ auf dem besten Wege, dem Bayreuther Meister in seinem Jubiläumsjahr standesgemäß die Ehre zu erweisen.
Klaus Billand | 20. April 2013
Fenomenale Walküre is terug
Het was een thuiswedstrijd voor dirigent Hartmut Haenchen. Haenchen, de man die het Nederlands Philharmonisch Orkest gedurende zijn jarenlange verbintenis tot grote hoogte liet groeien en die in 2001 uit onvrede met de bezuinigingen opstapte als chef-dirigent, is terug voor een reprise van Wagners Die Walküre. In Het Muziektheater werd hij na afloop van deze hartverscheurend mooie voorstelling op handen gedragen. Niet alleen door het publiek, ook door de musici. En terecht.
Vanaf de eerste maat was voelbaar hoezeer de musici genoten van Haenchens aanwezigheid. Zeldzaam zijn de uitvoeringen waarbij orkest en dirigent elkaar tot in de fijnste nuances aanvoelen, waarbij zij elkaar op dusdanige wijze inspireren dat het klinkend resultaaat het alledaagse ver ontstijgt. Dat was het geval bij Haenchen en het NedPhO, dat voor deze gelegenheid niet in de bak, maar op het podium was geplaatst – wat de orkestklank ten goede kwam.
Pierre Audi’s enscenering van Die Walküre (het tweede deel uit Wagners megaopus Der Ring des Nibelungen) is een klassieker. De complete voorstelling speelt zich af op een uitgebouwd cirkelvormig podium waarop jaarringen van een boomstam te zien zijn (een verwijzing naar de levensboom uit het oorspronkelijke Edda-verhaal). Het toneelbeeld is even suggestief als poëtisch en mythisch en de oogstrelende kostuums worden gekenmerkt door een prettig soort tijdloosheid. De beeldentaal is van een betoverende schoonheid en de regie is, zoals we van Audi gewend zijn, sober en gericht op de complexe en emotionele ontwikkeling van de karakters. Zo is zijn Wotan meer dan een zelfzuchtige tiran. Het is een mens van vlees en bloed: een man die, gevangen in een net van tegenstrijdige belangen, uiteindelijk geen andere keuze heeft dan zijn bloedeigen dochter te verbannen. Bij Audi zien we dan vooral radeloze vaderliefde en vertwijfeling.
Een dergelijke regie stelt wel eisen aan de acteerprestaties van de zangers en ook daar ontbrak het niet aan talent. Catherine Naglestad zette een buitengewoon geloofwaardige Sieglinde neer en Christopher Ventris bleek een meesterlijke Siegmund. En wat een goddelijke stemmen stonden er op dat podium! Terwijl de wereld niet rijk bezaaid is met goede Wagnerstemmen stond hier een cast waarop werkelijk niets viel aan te merken. Fenomenaal waren de stemmen van Thomas Johannes Mayer (Wotan) en Catherine Foster (Brünnhilde). Deze cast had in New York of Bayreuth niet misstaan, maar dat geldt eigenlijk voor deze hele Walküre-enscenering.
Oswin Schneeweisz | 21 april 2013



