Parsifal

Asher Fisch
Chor und Orchester der Tiroler Festspiele Erl
Date/Location
2 April 2026
Passionsspielhaus Erl
Recording Type
  live  studio
  live compilation  live and studio
Cast
AmfortasMichael Nagy
TiturelFalk Struckmann
GurnemanzRené Pape
ParsifalJamez McCorkle
KlingsorAudun Iversen
KundryRicarda Merbeth
GralsritterEgor Zhuravskii
Sorin Coliban
Gallery
Reviews
klassik-begeistert.de

Der Erler Parsifal etabliert sich an der Spitze der Wagnerszene

Nach nicht einmal zwei kompletten Spielzeiten der Jonas-Kaufmann-Intendanz ist der Erler Parsifal zu einem Leuchtturm der Parsifalszene aufgestiegen. Dieser Parsifal war ein magischer musikalischer Genuss, an dem sich die Konkurrenz in Wien, München und Dresden messen sollte. Einzig die leblose Regie konnte auch in der Wiederaufnahme nicht überzeugen.

Wien, München, Dresden: Die Qual der Wahl prägt die Suche nach einem Osterparsifal 2026. Doch abseits des üblichen Großstadtwahns findet man im Tiroler Erl eines der zauberhaftesten Erlebnisse der Wagnerwelt. Hier duftet die Luft noch nach holden Karfreitagsauen, vor malerischen Bergkulissen kann man Parsifals Pilgerwanderung zur Festspielanfahrt gratis dazunehmen. Premiere – natürlich – ausverkauft.

Pape erteilt eine Gurnemanz-Lehrstunde
Stimmlich findet sich mittlerweile die Spitzenklasse der Opernszene am Ufer des Inns ein. Allen voran war René Papes omnipotente Bass-Stimme als Gurnemanz nochmal ein deutliches Upgrade der letztjährigen Besetzung. Seine Textverständlichkeit zeigte sich als Lehrbeispiel des klassischen Operngesangs, die Monologe schmetterte er klar und kommandierend in den Saal. Ein musikalischer Orator Perfectus. Immer wieder holte er an musikalischen Höhepunkten mit seiner Stimme aufs Neue aus, Stellen wie „O Gnade!“ spürte man wortwörtlich im Saal resonieren. Auch im dritten Aufzug starteten seine schier unermüdbaren Kräfte kraftvoll durch, als würde er mit jeder Silbe den heiligen Speer herrschaftsbewusst über Parsifals Haupt schwingen lassen.

McCorkle mit überzeugendem Rollendebüt
Gegenüber dem vielleicht erfahrensten Sänger seines Fachs – man erinnere sich an René Papes Salzburger Sarastro-Debüt mit Sir Georg Solti 1991 (!) – machte auch Jamez McCorkle in seinem Rollendebüt als Parsifal deutlich auf seine Stimme aufmerksam. Mit glühender Leidenschaft stürzte er sich in die Partie, sauber strahlten seine Melodien von der Bühne. Ein bisschen wie ein Liedsänger segelte er durch Wagners schwärmende Musik, mit viel Liebe zum Gesang und regiebedingt wenig Schauspiel holte er das Publikum in den musikalischen Bann dieser einzigartigen Klangwelt und zeigte sich rollentreu kämpferisch gegenüber Kundry.

Apropos Kundry … Ricarda Merbeth bot in dieser fast unsingbaren, irgendwo zwischen Mezzo und Sopran oszillierenden Rolle eine weitere Sensationsleistung. Mit musikalisch passendem Biss setzte sie ihre Noten furchtlos in Musik. Ihre Stimme brillierte in allen vielschichtigen Lagen und fesselte die Gralsritter und das Publikum mit jedem Ton ihres dominierenden Gesangs. Glänzend zeigte sie sich auch von ihrer schauspielerischen Seite, jeder Blick und jede Bewegung ihrer Kundry wirkte durchdacht und wirkungsvoll!

Große und kleine Partien brillant besetzt
Michael Nagy zeigte sich als bewährter wie souveräner Amfortas. Sein bärenstarker, ausdrucksvoller Bariton belebte diese manchmal etwas langatmige Partie und haute das Publikum mit seinen lamentierenden Monologen regelrecht um! Falk Struckmann ließ seine röhrende Stimme Titurels Töne wie ein auferstehender Wotan aus dem Grab des Gralskönigs empor steigen. Auch Audun Iversen zeigte sich kämpferisch als Klingsor. Sein Stimme war ordentlich mit dem bösen Zauber seiner Partie gefüllt und stand einem rollentechnisch deutlich präsenterem René Pape um nichts nach.

Nur was soll uns diese Regie sagen?
Philipp Krenns Inszenierung hatte schon im Premierenjahr nicht wirklich umgehauen und konnte auch in der Wiederaufnahme nicht überzeugen. Eigentlich sollte man ja einer Regie mindestens eine zweite Chance geben, allerdings wirkte das statische Bühnenbild diesmal fast schon leblos.

Personenregie war kaum vorhanden. Im zweiten Aufzug waren auf die weiße, abstrakte Riesenrequisite ein paar bunte Farben geklatscht, was das alles bedeuten soll, bleibt unklar. Die Rahmenhandlung – Parsifal pilgert zum Tiroler Festspielhaus – ist ja ganz nett, ein wirkliches Konzept war hier nicht ersichtlich. Was uns der Regisseur mit diesem Kunstwerk eigentlich sagen will? Das weiß wohl selbst die weltweiseste Kundry nicht.

Eine im wahrsten Sinne des Wortes gemischte Bilanz bot das Orchester unter der Leitung von Festspiele-Chefdirigent Asher Fisch. Zwar starteten die ihre Einzelstimmen eigentlich sehr gut spielenden Musiker mit stolzem Blechklang in das Vorspiel, doch wurden im Verlauf des Abends die Koordinationsprobleme zwischen Bühne und Orchester immer zahlreicher und die Tempi immer undifferenzierter. Insbesondere im dritten Aufzug schien Fisch die Melodien eher zu überfliegen als auszuspielen, anderswo geriet das Orchester fast schon ins Schleppen. In Ordnung, ja, allerdings nicht in einer Klasse mit dem Gesang.

Trotzdem verließ man diesen wohl einzigartig verzaubernden Parsifal-Abend wie verwandelt. Zum heiligen Ostern gehört auch ein allerheiligster Parsifal! Man muss übrigens nicht bis nächstes Jahr waren: Für diesen Ostersonntag gibt’s noch Karten.

Johannes Karl Fischer | 3. April 2026

onlinemerker.com

„Zum Raum wird hier die Zeit“

Richard Wagners letztes musikdramatisches Werk „Parsifal“, das Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen, war bei der Wiederaufnahme am Gründonnerstag der diesjährigen Tiroler Osterfestspiele Erl im vollkommen ausverkauften Festspielhaus Erl, in zum Teil neuer Besetzung, erneut fulminant zu erleben!

In der Inszenierung von Philipp M. Krenn (szenische Leitung der Wiederaufnahme: Sebastian Kranner und Anne Elisabeth Holste) wurde in stimmungsvollen und zur genialen Musik Richard Wagners stimmigen Bildern der weite Weg und die lange Suche nach der Erneuerung und Erlösung beeindruckend umgesetzt.

Der im Rollstuhl sitzende und ewig unter Schmerzen leidende Amfortas fand Erleichterung von seinen Qualen im Wasser, der heiligen Quelle, das ein zentrales Element der Inszenierung darstellte. Weiße, verschiebbare Wände, Vorhänge und größtenteils in weiß gehaltene Kostüme verliehen diesem Erler „Parsifal“ ein eigenes, unverwechselbares, mystisches Flair. Für das Bühnenbild zeichnete Heike Vollmer verantwortlich, für die Kostüme Regine Standfuss und das Licht Stefan Schlagbauer. Überdimensionale Videoprojektionen (Video: Thomas Achitz) von Parsifal, dem Heilsbringer, auf seinem Weg zum „Heiligen Gral“, dem Erler Festspielhaus und dem Passionsspielhaus sowie in den Innenräumen der beiden Häuser schufen eine faszinierende Symbiose zu Wagners Musik. Ebenso wie die spannende und knisternde Begegnung von Parsifal und Kundry.

Inszenatorisch besonders eindrucksvoll gelang der Abschluss dieses phänomenalen Wagner‘schen Meisterwerks, in dem Parsifal, der nunmehrige Gralskönig, weiß gewandet, den heiligen Speer in Händen, in der Mitte der Bühne des Erler Festspielhauses stand und hinter ihm die Bühne hochgefahren wurde und der Chor in Alltagskleidung erschien und sich von der Bühne durch den hell erleuchteten Zuschauerraum verteilte. Gleichzeitig wurde der Orchestergraben hochgefahren. Parsifal stand allein auf der Bühne, der ganze Raum war hell erleuchtet. Die Erlösung war sowohl musikalisch als auch inszenatorisch grandios vollbracht!

Musikalisch war dieser atemberaubende „Parsifal“ in Erl ein überwältigendes Ereignis!

Das exzellente Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter der phänomenalen, musikalischen Leitung von Chefdirigent Asher Fisch präsentierte einen musikalisch durchsichtigen, überaus differenzierten, sensitiven, von enormer klanglicher Qualität erfüllten „Parsifal“. Feinst ausgearbeitet, getragen von höchster Intensität und wohldosiertem, dramatischem Impetus war jedes einzelne Instrument deutlich herauszuhören, um dann im hochmusikalischen, voluminösen und spannungsreichen Gesamtklang homogen zu faszinieren und zu emotionalisieren.

Eine hervorragende Sängerbesetzung komplettierte den brillanten Eindruck dieses „Parsifal“ in Erl.

In der Rolle des Amfortas beeindruckte der deutsche Bariton Michael Nagy. Mit wohlklingender, ausdrucksstarker Stimme, Authentizität und enormer Intensität verkörperte er diesen, von Schmerzen gequälten, Charakter. Der wohlbekannte und bewährte Bassbariton Falk Struckmann glänzte als Titurel mit seiner profunden, ausdrucksstarken Stimme und großen Bühnenpersönlichkeit.

In der umfangreichen Rolle des Gralsritters Gurnemanz war der berühmte Bass René Pape zu bewundern. Mit seiner markanten, durchschlagskräftigen Bassstimme, exemplarischen Wortdeutlichkeit und überragenden Präsenz wusste er gekonnt zu fesseln und die Intentionen Richard Wagners mit vorbildhafter Authentizität zu verwirklichen.

Zum ersten Mal in seinem Leben sang der junge amerikanische Tenor Jamez McCorkle den Parsifal. Er durfte die Rolle in diesem Jahr von Intendant und Star-Tenor Jonas Kaufmann übernehmen, der im vergangenen Jahr als Parsifal wohlverdiente Triumphe feierte und bei der, am Vormittag stattfindenden, Pressekonferenz ankündigte, dass er den Parsifal in der nächsten Saison wieder höchstpersönlich singen werde!

McCorkle kann als Tenor-Entdeckung bezeichnet werden. Mit souverän geführter, tragfähiger Stimme, edlem Timbre und hoher Musikalität brillierte er bei seinem beachtenswerten Rollendebüt in Erl. Seine Bühnenpersönlichkeit und intensive Darstellung gepaart mit heldischem Tenorglanz prädestinieren diesen jungen Sänger für dieses rare Stimmfach. Er ist sicherlich eine große Hoffnung für die Zukunft!

Der norwegische Bariton Audun Iversen faszinierte in der Rolle des Klingsor mit enormer Präsenz, Intensität und pointierter, pastoser Stimmführung sowie interpretatorischer Intelligenz.

Ein sensationelles Rollendebüt als Kundry feierte die renommierte Sopranistin Ricarda Merbeth! Die hocherfahrene Sängerin zog gekonnt alle Register ihres überragenden Könnens und wußte ihre Riesenstimme ökonomisch und intelligent einzuteilen, um von der extremen Tiefe zu den perfekt sitzenden Spitzentönen einen vollkommen ausgeglichenen, differenzierten und hochmusikalischen Stimmcharakter zu präsentieren. Vollkommen authentisch gelang ihr der Übergang von der Verführerin zur Wütenden und schließlich zur Büßerin sowie letztendlich zur Erlösten.

Die große Szene im zweiten Akt von Kundry und Parsifal war von beiden Sängern eine der spannungsreichsten des Abends.

Sehr gut ergänzten als Gralsritter Egor Zhuravskii und Sorin Coliban, als Knappen, Annina Wachter, Camilla Lehmeier, Kristofer Lundin und Josip Švagelj.

Verführerisch, homogen und stimmschön glänzten die Blumenmädchen.

Großartig war wieder der Chor der Tiroler Festspiele Erl (Einstudierung: Olga Yanum).

Eine exzellente Wiederaufnahme dieses phänomenalen „Parsifal“ in Erl, die sicherlich erneut Maßstäbe setzte!

Marisa Altmann-Althausen | 03.04.2026

kultura-extra.de

Opernstars in ländlicher Idylle

Der Parsifal läutet den Beginn der diesjährigen Ostersaison der TIROLER FESTSPIELE ERL ein. Das Festspielhaus mit seiner schwarzen Fassade bildet einen Kontrast zu dem benachbarten weißen, hochaufragenden Passionshaus. Gleich zwei so große Stätten in dem kleinen Dorf zu bespielen, das erfordert schon Mut. Die Einwohner von Erl hätten jedenfalls in zwei Aufführungen im Festspielhaus komplett Platz gefunden. Da muss das Publikum schon von weiter herkommen, und so ist es. Nachdem der weltberühmte Tenor Jonas Kaufmann die Leitung übernommen hatte, strömen die Besucher in das kleine Dorf in Tirol. Während Kaufmann im vergangenen Jahr den Parsifal noch selbst gesungen hat, konnte er diesmal auf die Bekanntheit der Festspiele vertrauen und eine Pause machen. Ausverkauft war die erste Vorstellung dennoch.

Die Inszenierung von Philipp M. Krenn ist eine Wiederaufnahme aus dem letzten Jahr; eine gute Entscheidung.

Der erste optische Eindruck ist schon gewaltig, wenn sich der Vorhang zu der 450 Quadratmeter großen Bühne öffnet: Meterhohe, harfenähnliche Stellwände (Bühne: Heike Vollmer). Während des Abends werden die Wände szenisch passend verschoben, so dass sich immer wieder neue Eindrücke ergeben. Dazu das Lichtdesign von Stefan Schlagbauer – sehr durchdacht und pointiert eingesetzt lässt es die einzelnen Handelnden leuchten und in Klingsors Zaubergarten die Wände psychedelisch bunt erstrahlen.

Als erstes steht Gurnemanz auf der Bühne, und es haut einen um. So platt darf man das in diesem Fall sagen. Was für ein Coup der Festspielleitung, dass sie René Pape (seit Jahrzehnten auf den Opernbühnen dieser Welt zu Hause) für diese Rolle gewinnen konnte. Bässe, auch wenn sie gut sind, können manchmal etwas eindimensional wirken. Hier kann man nur staunen, wie vielschichtig eine Bassstimme sein kann. Im Parsifal gibt es wenig Handlung, und die Protagonisten singen lange Strecken, wobei Gurnemanz das Geschehen oft zusammenfasst und erzählt, was schon alles passiert ist. Das erfordert nicht nur sehr viel Kraft, sondern auch die Fähigkeit die Spannung zu halten. Und das hat René Pape bis zum Schluss bravourös gemeistert.

Ebenfalls großartig Michael Nagy als Amfortas. Er ist der einzige aus der Sängerriege des vergangenen Jahres und hatte schon damals höchste Anerkennung bekommen. Er vereinbart hervorragenden sängerischen Ausdruck mit einer großen schauspielerischen Leistung. Fast die ganze Zeit über sitzt er im Rollstuhl. Die Wunde, die er von dem Speerstich Klingsors davongetragen hat, leuchtet rot aus seinem weißen Gewandumhang. Sein Schmerz, wenn sein Vater und die Gralsritter ihn bedrängen den „Heiligen Gral“ zu öffnen, sind fast körperlich spürbar.

Stimmlich wunderbar ist der amerikanische Tenor Jamez McCorkle in der Titelrolle. Schauspielerisch kann er sicher noch gewinnen.

Auch Falk Struckmann, der als Titurel kurzfristig eingesprungen ist, hat seine Sache sehr gut gemacht. Ebenso Ricarda Merbeth als Kundry. Warum man sie allerdings in einen grässlichen rosa Pullover mit überdimensionierten Rollkragen stecken musste, der sich schwer vollsaugte, als sie ins Wasser ging, bleibt ein Geheimnis der Kostümbildnerin Regine Standfuss. Ebenso das Kleid, das der hervorragende Audun Iversen als Klingsor trug. Sollte das seine selbst vorgenommene Entmannung symbolisieren? Das wäre doch zu schlicht.

Ansonsten waren die Kostüme in weiß-beige nämlich sehr gelungen und passten wunderbar zur schon gelobten Lichtführung.

Großen Applaus gab es auch für den Dirigenten Asher Fish und das Orchester der Tiroler Festspiele Erl. Fein setzte es die romantischen Töne um, während es kurz darauf auch aufbrausend intensiv spielen konnte.

Überhaupt die Akustik: Freistehende Wände aus Akazienholz ermöglichen ein Mitschwingen der Architektur, eine steil ansteigende Tribüne nutzt dem optimalen Klang – auch für den Festspielchor (Einstudierung: Olga Yanums). Selbst der zarteste Gesang war gut zu hören und zu spüren. Was für ein schöner Ausklang, als zu „Erlösung dem Erlöser“ der Chor sich seiner antik anmutenden Gewänder entledigt, in Alltagskleidung durch die Zuschauerreihen schritt. Und was für eine gute Idee, die Musiker mit dem Dirigenten zum Schluss aus dem Orchestergraben auf Parkettebene auffahren zu lassen. Das könnte natürlich religiös interpretiert werden. Mir würde aber die Idee mehr gefallen, dass jetzt alle – philosophisch betrachtet – gleich sind; würde zu Wagner passen, der in seiner Jugend ein Revolutionär war. Wenn er von oben runterschaut, könnte er es mögen.

Isabella Schmid | 4. April 2026

bachtrack.com

Bless this house: a Passiontide Parsifal in Erl

What does it mean to make a place holy with music? For Beethoven, music held a sacred power in itself, and he titled his last concert overture Die Weihe des Hauses (The Consecration of the House). Wagner followed suit in Parsifal, subtitling it a Buhnenweihfestspiel, a “play to consecrate a stage”. In turn, the director Philipp M Krenn unwraps the enigma of Wagner’s last opera in his site-specific staging for the Tiroler Festspiele Erl.

Tucked into the lee of an Alpine valley, overlooking the Austrian border with Bavaria marked by the River Inn, the Festspielhaus affords a spectacular view from the vantage-point of its terrace. Accompanying the preludes to each act, films show us Jamez McCorkle as Parsifal and Ricarda Merbeth as Kundry, approaching and exploring the Festspielhaus and the neighbouring Passion Theatre. During the opera’s apotheosis, once Parsifal has reunited Spear and Grail, the lights come up and so does the orchestral pit, while the chorus process through the auditorium. Such tropes of modern opera stagings often become tiresomely meta, but they are renewed here in a celebration of opera itself, and its power to move and delight us.

Stage sets by Holke Vollmer take their cue from the Alpine contours of the Festspielhaus architecture. Large blocks signify the walls of the Grail Hall, mountains, harps and lyres. Water plays a central role in Parsifal, from the soothing bath taken by the wounded Amfortas in Act 1 to the redemptive acts of baptism in Act 3, and so it does in Erl. Merbeth gamely sings for much of the time either in water or soaking wet. Video work by Thomas Achitz evokes the play of water and colour across the stage, so that the famous line sung by Gurnemanz, “Here time becomes space”, takes on strikingly real as well as philosophical dimensions. More than once, and especially in Regine Standfuss’ all-white but chronologically disparate costumes for the Grail Knights, the environment of Thomas Mann’s Magic Mountain came to mind, as an asylum which cannot seal off its staff or inmates from their past or their suffering.

Drama over ritual was the keynote quality to singing and playing, too. As an experienced Brünnhilde, Merbeth has the fiery chest register, the stamina and then the agility to pick out her perilous top B on “lachte”. Making his debut in the title role, McCorkle brought a complementary physical and vocal commitment to their Second-Act duet, which unfolded with unusual, even verismo-style directness.

When Merbeth’s voice spread under pressure, and McCorkle’s vibrato occasionally turned raw, it seemed partly a function of an acoustic that does not reward singers performing from anywhere other than the apron of the stage, facing forwards, where they still found themselves competing with the volume of Wagner’s orchestra emerging from an uncovered pit in front of them. With his own long experience in this repertoire, including Ring cycles in Australia and Seattle, Asher Fisch moulded a swift and flexible account of the score, more attentive to the articulation of his singers than to their relative projection. The core of Michael Nagy’s Amfortas always held both dignity and classical legato in the face of considerable pressure, while Audun Iversen swapped roles from his recent Amfortas at Glyndebourne to make a youthfully dynamic and even (curiously) sympathetic villain out of Klingsor.

René Pape’s dominant portrayal of Gurnemanz has weathered both the passage of the years and the vagaries of one staging after another. His tone retains the gleam and authority of portrayals from decades past, while he now uses the words of his Good Friday scene more than ever to reach the peak of intensity Wagner must have had in mind when he claimed that the last act of Parsifal would far surpass that of Tristan.

A troupe of stamen-wielding Flowermaidens elegantly subverted the conventional spear-and-grail power and gender dynamic. More assertive than seductive, they amplified the effect of a Parsifal which paradoxically succeeded through the lack of refinement, even while ultimately achieving the serene and mystical blessing bestowed by Wagner upon his first enraptured audiences.

Peter Quantrill | 10 April 2026

apemusicale.it

L’uomo e il Graal

Sul verde declivio di Erl, la Pasqua è festeggiata con la ripresa dell’intelligente e toccante produzione di Parsifal firmata da Philipp M. Krenn in perfetta armonia con la concertazione di Asher Fisch e un cast di gran pregio.

ERL, 5 aprile 2026 – Pasqua, Parsifal, una collina verdissima che però non è quella di Bayreuth. Siamo circa trecento chilometri più a sud, a Erl, ma le proiezioni (a cura di Thomas Achitz) che accompagnano la regia di Philipp M. Krenn (ripresa da Sebastian Kranner e Anne Elisabeth Holste) sembrano subito suggerire un’associazione fra Montsalvat, il colle del Festpiele wagneriano e quello tirolese. Lo spazio teatrale è spazio sacro, di conoscenza, condivisione e crescita: vediamo Parsifal raggiungerlo, moltiplicare il volto sul sipario, incontrare Kundry fra platea e palco, vediamo lei aggirarsi angosciata fra parcheggio e locali tecnici, un ventre segreto, prima di apparire nel regno di Klingsor. Il teatro è il centro di tutto e sul suo palco si compongono strutture geometriche (un riferimento ai profili della Festspielhaus) completamente bianche intorno a una fonte ctonia e lustrale, che potrebbe richiamare la Blaue Quelle, la sorgente dalle acque di zaffiro e smeraldo distante solo poche decine di metri. Tutto, sul Montsalvat, è bianco, puro, asettico (scene di Heike Vollmer, costumi di Regine Standfuss): i cavalieri indossano vesti di diverse fogge, attraversano i secoli fra mantelli, calzameglie e felpe con cappuccio, ma tutto è inesorabilmente, completamente candido. La ribellione e la perversione di Klingsor è data da schizzi di vari colori, macchie rosse, blu e gialle che sporcano ma non cambiano realmente le cose. Chi porterà davvero la rivoluzione e il rinnovamento sarà il puro folle in jeans neri e felpa grigia, l’eroe atteso è il più inaspettato, non il nuovo iniziato abbracciato con speranza da Amfortas e subito respinto da una sprezzante, provocatoria Kundry.

Rivoluzione e rinnovamento: Parsifal ripristina il rito senza ripeterlo, ma ricreandolo. Non c’è miracolo visibile della guarigione di Amfortas, non c’è colomba, c’è la musica che emerge dalla buca, con l’orchestra che si eleva come nuovo, autentico Graal redentore e abbraccia l’intero teatro: la scena si apre, mostra il dietro le quinte, il coro (eccellente, diretto da Olga Yanum) percorre la platea e si mescola al pubblico in vesti quotidiane, con colori che non sono né il bianco sclerotizzato dei cavalieri né i tentativi velleitari della magia nera, ma sono quelli della vita reale. L’arte, la musica, il vero Graal cristallizzati in una torre d’avorio vengono liberati, non appartengono a un’élite sterilizzata ma possono essere patrimonio di tutti.

Dopo aver visto nel primo atto il calice sorgere dolorosamente, l’emergere del golfo mistico nel finale è un momento di gloria per la musica, per il potenziale scenotecnico della Festspielhaus, per l’orchestra e il suo direttore stabile Asher Fisch. Là dove il tempo si fa spazio, è la musica, la forma d’arte che più di ogni altra si modella nel tempo, a farsi teatro, a dar vita al bianco e al colore, alla geometria e alle acque nella dialettica continua fra i temi di fede, speranza e redenzione e di sofferenza, peccato, insidia. Luce e ombra corrispondono a quelle sulla scena (davvero bello il disegno di Stefan Schlagbauer) affiorando da una buca che dopo il Bach di solo due giorni prima, in formazione ovviamente ben più ampia, conferma nella versatilità la qualità di un suono sempre levigato, ben definito, duttile ed eloquente. Ne deriva una lettura priva di compiacimento, sincera nel suo reggere il filo del discorso e la sua tensione morale, le cui problematiche non sono tuttavia eluse. Anzi, il fluire franco e ben ragionato del fraseggio intorno alla parola, amorevolmente ampliata e sostenuta nella musica favorisce il testo più dell’esteriorità del rito. La sensibilità pietista che attraversava la Passione bachiana anche nella sua solennità teologica non è poi così distante e, anzi, costruisce un ideale dittico di Pasqua senza che sia necessariamente questione di fede, quanto piuttosto di umanità.

Il cast asseconda questa visione, a partire dai due veterani Falk Struckmann e René Pape. Il primo, subentrato all’indisposto James Platt inizialmente annunciato, è a un Titurel insolitamente attivo e presente, non solo una voce che incombe dal passato, ma un padre che si impone e incombe sul piagato Amfortas sottolineandone il disagio più che fisico di uomo schiacciato da aspettative e responsabilità. Micheal Nagy ne è interprete notevolissimo in virtù anche della duttilità lirica del timbro e dell’intelligenza musicale. Troneggia, per contro, il Gurnemanz tanto saggio quanto umano di Pape, sempre carismatico e suadente in un fraseggio nobile e analitico, come traspare anche dal naturale soppesare accenti e colori all’interno delle parole composte. Il Klingsor gagliardo e insidioso, alieno da eccessi e leziosaggini, di Audun Iversen completa il quadro delle voci gravi principali.

Poi – una volta ricordati i cavalieri Egor Zhuravskii e Sorin Coliban, gli scudieri Annina Wachter, Camilla Lehmeier, Kristofer Lundin e Josip Josip Švagelj, le fanciulle fiore Stefani Krasteva, Zoe Hippius e Lina Tsiklauri con Wachter, Lehmeier e Ani Kushyan, anche voce celeste – ci sono loro, Kundry e Parsifal, che come due facce della stessa medaglia si incontrano, si confrontano, crescono l’uno con l’altra. Ricarda Merbeth fa della doppiezza del suo personaggio un veicolo di sapienza che non si divide in modo manicheo e, anzi, mostra un’energia inusitata, perfino spregiudicata nelle vesti diurne di serva penitente del Graal, mentre la serpentina seduttrice notturna, succube di Klingsor, appare soprattutto fragile e materna insieme. Vedendo e ascoltando Jamez McCorkle nei panni del puro folle si stenta a credere che questo spettacolo sia nato, lo scorso anno, con Jonas Kaufmann e non con lui: non solo si trova a proprio agio nella parte sotto il mero profilo vocale, ma rende in pieno l’idea del ragazzo capitato per caso, fuori posto che man mano acquista consapevolezza, dà un senso a questa esperienza e se da un lato cambia sé stesso, dall’altro rivoluziona, come in una reazione alchemica, tutto il mondo.

A un Parsifal sacro perché umano non risponde il silenzio rituale, bensì, già alla fine dei primi due atti e al ripresentarsi sul podio di Fisch, di vere acclamazioni che al termine culminano in una vera e propria, commossa, ovazione.

Roberta Pedrotti | 10 Aprile 2026

Rating
(6/10)
User Rating
(3/5)
Media Type/Label
Technical Specifications
661 kbit/s VBR, 48.0 kHz, 1.1 GiB (flac)
Remarks
In-house recording from the Tiroler Festspiele Erl
A production by Philipp M. Krenn (2025)
Falk Struckmann replaces James Platt as Titurel.